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TV-Interview Turn-Star Biles nennt sexuellen Missbrauch als möglichen Grund für mentale Probleme

Simone Biles ist trotz ihrer mentalen Probleme dankbar für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio
Simone Biles ist trotz ihrer mentalen Probleme dankbar für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio
© Lionel BONAVENTURE / AFP
US-Turnerin Simon Biles hat in einem Interview über ihre mentalen Probleme gesprochen. Sie deutete an, dass der sexuelle Missbrauch durch den früheren Teamarzt Larry Nassar Grund für diese sein könnte.

Turn-Superstar Simone Biles hat in einem TV-Interview den früheren sexuellen Missbrauch durch einen Teamarzt als Grund für ihre mentalen Probleme bei den Olympischen Spielen nicht ausgeschlossen. "Jetzt, wo ich darüber nachdenke, vielleicht im Hinterkopf, wahrscheinlich ja, weil es bestimmte Auslöser gibt", sagte die 24-jährige US-Amerikanerin in dem Interview am Mittwoch. "Du weißt es nicht einmal, aber ich denke, es könnte sein", sagte Biles dem US-Sender Today.

Wegen der mentalen Probleme hatte sie im Mehrkampf-Finale mit der Mannschaft nach nur einem Gerät ihren Wettkampf abgebrochen. Auch auf das Einzel-Finale im Mehrkampf und auf drei Geräte-Endkämpfe hatte Biles verzichtet. Zur Medaillen-Entscheidung auf dem Schwebebalken war die viermalige Olympiasiegerin der Spiele von 2016 in Rio de Janeiro wieder angetreten und hatte Bronze geholt.

Simon Biles: Ich bin stolz auf mich

Trotz der mentalen Probleme zeigte sich die Athletin dankbar für die Teilnahme an den Spielen. "Ich bin stolz auf mich, wie ich mich durchgebissen und sogar den Abgang gelernt habe, den ich seit Jahren nicht mehr geturnt habe", sagte sie. "Ich habe nicht erwartet, dass ich eine Medaille gewinne oder so, ich wollte einfach nur da rausgehen und es für mich tun."

Auf Instagram schrieb Biles, sie werde "diese einzigartige olympische Erfahrung für immer in Ehren halten. Danke an alle für die unendliche Liebe und Unterstützung. Ich bin wirklich dankbar." Tokio mit zwei weiteren olympischen Medaillen zu verlassen, "um meine Sammlung zu vervollständigen, ist nicht zu übel! Siebenfache Olympiamedaillengewinnerin", schrieb sie weiter. Die viermalige Olympiasiegerin von Rio hatte in Japan neben Bronze auch Silber mit dem Team im Mehrkampf gewonnen. Auch 2016 hatte sie Bronze auf dem Schwebebalken gewonnen.

Biles gehörte zu den Opfern von Teamarzt Nassar

Biles gehörte zu den hunderten Turnerinnen und deren Eltern, die gegen den früheren amerikanischen Turn-Teamarzt Larry Nassar geklagt hatten. Dieser war seit Sommer 2017 in insgesamt drei Urteilen für seine kriminellen Übergriffe auch gegen Minderjährige zu Gefängnisstrafen von bis zu 175 Jahren verurteilt worden. Er hatte sich in den Verfahren schuldig bekannt, mehrere Mädchen sexuell misshandelt zu haben.

Im Januar 2018 hatte Biles in einem langen Tweet bei Twitter geschrieben, dass sie eine der Frauen sei, die sexuell missbraucht worden seien. "Ich habe keine Angst mehr, meine Geschichte zu erzählen", hatte sie geschrieben.

tis DPA

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