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Neues Konzept: Wie 13 Städte Olympia nach NRW holen wollen

Nimmt Deutschland einen neuen Anlauf in Sachen Olympia-Bewerbung? 13 Städte in Nordrhein-Westfalen planen die gemeinsame Austragung für 2032 - von der Landesregierung gibt es Unterstützung für das Konzept.

Weht die Olympia-Flagge in 15 Jahren in NRW? (Archivbild)

Weht die Olympia-Flagge in 15 Jahren in NRW? (Archivbild)

Ökonomisch und ökologisch nachhaltig - so sollen sie werden, die Olympischen und Paralympischen Spiele 2032 an Rhein und Ruhr. Das versprach Sportmanager Michael Mronz bei der Vorstellung seiner Pläne für das Mega-Event. Bereits im Mai kündigte der 50-Jährige im stern an, Olympia nach NRW holen zu wollen, jetzt machte er in Düsseldorf sein Vorhaben konkret.

Der große Vorteil einer gemeinsamen Bewerbung sei, dass die meisten Sportstätten in Europas größtem Ballungsraum schon vorhanden seien, zudem verfüge die Region bereits jetzt über fast 150.000 Hotelbetten.  Inzwischen haben sich die 13 beteiligten Städte auf die Verteilung der Sportarten geeinigt:

Der Plan: Olympia in 13 NRW-Städten

  • In der traditionsreichen Pferdesportstadt Aachen sollen die Wettbewerbe im Dressur-, Vielseitigkeits- und Springreiten sowie im Modernen Fünfkampf ausgetragen werden.
  • Die Bundesstadt Bonn bekäme Baseball, Basketball, Bogenschießen und Softball zugesprochen.
  • In Deutschlands größtem Stadion in Dortmund sollen die Fußballspiele ausgetragen werden, außerdem in den Westfalenhallen die Wettbewerbe im Ringen, Schießen, Skateboard und die Straßenrennen mit Start und Ziel in der Innenstadt.


  • Fußball soll außerdem in Duisburg gespielt werden. Darüberhinaus soll der Stadtteil Wedau Schauplatz für Rudern, Kanurennen und -slalom werden.
  • Die Landeshauptstadt Düsseldorf soll den Plänen zufolge Heimat für Badminton-, Basketball-, Volleyball-, Tischtennis-, Beachvolleyball- und Tennisspieler werden. Außerdem sollen in der Messe die Judo- und Bahnrad-Wettbewerbe ausgetragen werden.
  • Auch in Essen sollen Fußballspiele stattfinden, daneben die BMX-Wettbewerbe, Gewichtheben, Taekwondo- und Karate-Kämpfe.
  • Die Veltins-Arena in Gelsenkirchen soll zu einem temporären Schwimmstadion werden, in dem auch die Synchronschwimm-, Turmspring- und Wassserball-Wettkämpfe ausgetragen werden.
Das Olympia-Konzept sieht 13 Städte als Austragungsorte vor

Das Olympia-Konzept sieht 13 Städte als Austragungsorte vor


  • Die Millionenstadt Köln soll Austragungsort für gleich neun Disziplinen werden: Fechten, Fußball, Golf, Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Rugby, Freiwasserschwimmen, Trampolin und Triathlon.
  • Im Königspalast in Krefeld sollen die Boxer um die Medaillen kämpfen.
  • In der BayArena Leverkusen sollen weitere Fußballspiele ausgetragen werden.
  • Hockey soll seine Heimat in Mönchengladbach finden.
  • Oberhausen ist als zweiter Austragungsort für das Volleyball-Turnier vorgesehen.
  • Der Landschaftspark Hoheward in Recklinghausen soll Schauplatz für die Mountainbike-Rennen werden.


Kosten stehen noch nicht fest

Noch nicht entschieden ist über den Ort für die Olympischen Segelwettbewerbe - hier kommt möglicherweise wie schon 1936 und 1972 ein Segelrevier an der Ostsee in Frage - außerdem ist für das Medienzentrum, das Olympische Dorf und das Leichtathletikstadion noch kein Standort festgelegt worden. "Ich bin ein Freund davon, die Dinge dann anzugehen, wenn sie anstehen", erklärte Michael Mronz dazu. Der jetzige Planungsprozess solle lediglich aufzeigen, dass Olympische und Paralympische Spiele in der Region möglich seien. Zu den Kosten für eine Bewerbung und die dann mögliche Austragung von Olympia konnte der Initiator noch keine Angaben machen.

Unterstützung für seine Pläne erhält er aus der Politik. Neben den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der 13 beteiligten Kommunen steht auch Neu-Ministerpräsident Armin Laschet hinter der Idee: "Wir begrüßen und unterstützen die Initiative für eine Bewerbung der 'Rhein Ruhr Olympic City‘ (...) Ich freue mich über die Aufbruchstimmung", so der CDU-Politiker.

Möglich macht die Bewerbung von gleich 13 Städten eine Änderung der Statuten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), wonach Sportarten jetzt auch in mehreren Städten ausgetragen werden dürfen.

Entscheidung wahrscheinlich erst 2025

Die Initiative des Unternehmers ist bislang rein privat, eine offizielle Unterstützung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gibt es noch nicht. Der DOSB scheiterte zuletzt dreimal mit Bewerbungen für Olympische Spiele, zweimal davon am Votum der Bevölkerung. Ministerpräsident Laschet versprach daher, die Menschen an Rhein und Ruhr mit ins Boot zu holen: "Durch ein von Beginn an transparentes Bewerbungsverfahren und eine frühzeitige Einbindung der Kommunen kann eine breite Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger erreicht werden", sagte der 56-Jährige bei der Vorstellung der Pläne in Düsseldorf. 

Kritiker des Vorhaben wie der Sportjournalist Jens Weinreich forderten dementsprechend schon vor Wochen eine Abstimmung unter den Bürgern, volle Kostentransparenz sowie vorab ein nationales Sportkonzept. 

Über die Vergabe der Olympischen und Paralympischen Spiele 2032 entscheidet das IOC wahrscheinlich im Jahr 2025.

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