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Biathlon: Magdalena Neuner schießt jetzt scharf

Sie ist Deutschlands größte Wintersporthoffnung: Die schöne Biathletin Magdalena Neuner. In der Loipe hatte der Werbestar noch nie Probleme, dafür umso mehr mit dem Gewehr. Das soll sich für "La Neuner", die übrigens im Harfespiel Ablenkung findet, jetzt ändern.

Im neuen Fernseh-Werbespot für eine Telefon- Auskunft trifft Magdalena Neuner problemlos ins Schwarze. So soll das auch in der neuen Biathlon-Saison werden. "Selbstverständlich habe ich in der Vorbereitung meinen Trainings-Schwerpunkt auf das Schießen gelegt und hoffe, dass ich die Dinge nun besser umsetzen kann und wieder zu meiner Sicherheit zurückfinde", sagt Deutschlands Sportlerin des Jahres vor dem ersten Weltcup-Rennen am kommenden Mittwoch in Schweden. "Ich bin echt super motiviert und kann es kaum erwarten, bis ich wieder am Start stehe."

Nachdem sich die 21 Jahre alte Biathletin im März in Oslo zur jüngsten Weltcupsiegerin gekrönt hatte, verging die Zeit für sie "wie im Fluge". Gemeinsam mit den Schauspielerinnen Ulrike Folkerts und Maria Furtwängler, der Wirtschaftsweisen Beatrice Weder di Mauro, Sängerin Nena sowie den Sportkolleginnen Franziska van Almsick und Olympiasiegerin Britta Heidemann gehört sie der Top-Elf für die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2011 an, die von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgestellt wurde.

Sie absolvierte Fernsehauftritte und war in Prag dabei, als Ruhpolding zum WM-Ort 2012 gekürt wurde. Mit ihrem Harfenspiel bezauberte die junge Wallgauerin jüngst 400 Gäste aus Wirtschaft, Kultur und Sport in einem Münchner Hotel. Als Botschafterin für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe engagiert sie sich sozial. "Ich weiß, dass Erfolg und Gesundheit nicht selbstverständlich sind", sagt sie.

Die alten Sponsoren halten die Treue

"Natürlich hatte ich diesen Sommer nicht nur Termine, sondern habe auch wieder viel und hart trainiert", sagt Magdalena Neuner. Laufstark war sie schon immer, nun will sie auch endlich mit traumwandlerischer Sicherheit treffen. Kleinigkeiten an der Waffe wurden verändert, Rat von einem Trainer der Sportschützen geholt. "Da geht es um Dinge wie meinen Anschlag, die Abläufe, Konzentration oder Abdrückverhalten. Treffen oder nicht wird oft von absoluten Kleinigkeiten entschieden, und diese in den Griff zu bekommen, ist mein Ziel", sagt sie.

In einem der beiden Werbespots für jene Telefon-Auskunft, in dem einst Verona Pooth ("Da werden Sie geholfen") zu sehen war und den Magdalena Neuner in Hamburg drehte, hat sie mit dem Treffen "null Problem". Außerdem wirbt sie in diesem Winter für hochwertige Raumgestaltungsprodukte. Auch die alten Sponsoren hielten ihr die Treue. "Den Begriff Werbemillionärin höre ich nicht so gerne, weil er etwas Marktschreierisches hat. Ich habe eine auskömmliche Vermarktungssituation. Im Vordergrund steht für mich aber der Sport", betont die Bayerin.

"Ich bin für harte Strafen"

Bereits sechsmal ist sie Weltmeisterin geworden, nun visiert sie Olympia-Medaillen an. "Mein nächstes großes Ziel sind die Spiele 2010 in Vancouver, dort eine Medaille zu gewinnen ist noch ein großer Traum von mir." Verbiegen lassen will sie sich dafür nicht: "Ich bin eine ganz normale junge Frau, die Spaß am Leben hat."

Die in diesen Zeiten üblichen Zweifel lässt sie für sich nicht gelten. "Ich selbst weiß, wo meine Leistung herkommt, und ich habe in mehreren Interviews bereits stärkere Kontrollen für uns alle angemahnt. Ich bin für harte Strafen im Doping und langfristige Sperren", sagt sie. Doch die Augen vor der Realität verschließt sie nicht - ihr ist klar, dass es im Biathlon-Sport nicht sauber zugeht. "Es gab ja bereits Dopingfälle. Man sollte einerseits nicht naiv mit dem Thema umgehen, andererseits aber auch nicht mit Pauschalierungen arbeiten, die keine Grundlage haben."

DPA

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