Biathlon-WM Deutsche Skijäger starten stark in die WM


Der Ruhpoldinger Ricco Groß und Martina Glagow aus Mittenwald haben für einen wahrhaft glänzenden Einstand der deutschen Biathleten bei den Weltmeisterschaften in Oberhof gesorgt.

Der Ruhpoldinger Ricco Groß und Martina Glagow aus Mittenwald haben für einen wahrhaft glänzenden Einstand der deutschen Biathleten bei den Weltmeisterschaften in Oberhof gesorgt. Vor rund 25 000 Zuschauern stürmte der Wahl-Bayer Groß beim Familien-Triumph des norwegisch-französischen Ehepaars Poiree am Samstagnachmittag auf den 2. Platz über 10 km. Bereits am Vormittag war Martina Glagow Dritte im Damen-Sprint über 7,5 km geworden.

Die ersten Medaillen

7,5 km Sprint, Damen:10 km Sprint, Herren:
1. Liv Grete Poiree (Norwegen)1. Raphael Poiree (Frankreich)
2. Anna Bogali (Russland) 2. Ricco Groß (Ruhpolding)
3. Jekaterina Iwanowa (Weißrussland)3. Ole Einar Björndalen (Norwegen)
3. Martina Glagow (Mittenwald)

Gefeiert wird mit einem dicken Kuss

Zum zweiten Mal nach 2000 gelang Liv Grete und ihrem Mann Raphael Poiree ein WM-Erfolg am selben Tag. Der Doppelsieg im Massenstart war damals ein vorzeitiges Hochzeitsgeschenk. "Das ist wie ein Traum - und feiern werden wir das mit einem dicken Kuss", sagte Raphael Poiree. Der Franzose sicherte sich seine Goldmedaille mit 9,1 Sekunden Vorsprung durch eine starke Laufleistung vor dem ebenfalls fehlerfrei schießenden Groß, der mit zwei perfekten Schnellfeuereinlagen glänzte. Dritter wurde Weltcup-Spitzenreiter Ole Einar Björndalen, der mit zwei Strafrunden belastet 45 Sekunden später ins Ziel kam.

Am absoluten Maximum

"Das war ein superstarkes Rennen. Ich konnte unterwegs keinen Schritt auslassen, so haben mich die Zuschauer nach vorn gebrüllt. Ich habe mich auch dank der bestens präparierten Ski am absoluten Maximum bewegt", sagte Groß, der im Ziel liegend den Zuschauern zugewinkt hatte. "Schön, dass mir bei der WM der beste Sprint der Saison gelungen ist. Eine tolle Ausgangsposition für den Verfolger morgen", meinte er.

"Der blanke Wahnsinn auf der Strecke"

Bundestrainer Frank Ullrich konnte seine Freude ebenfalls nicht verbergen: "Fantastisch, phänomenal. Ricco ist wie im Vorjahr in WM- Form. Er muss sich nicht ärgern, dass Poiree vor ihm eingekommen ist. Der ist gegenwärtig eine Klasse für sich." Michael Greis aus Nesselwang hat als Fünfter ebenfalls noch eine sehr gute Startposition für das Verfolgungsrennen am Sonntag. "Es war der blanke Wahnsinn auf der Strecke. Für morgen bin ich optimistisch", jubelte Greis - und bedankte sich beim Oberhofer Kombinierer Ronny Ackermann, mit dessen Ski er gelaufen war. Die Oberhofer Sven Fischer (16.) und Peter Sendel (22.) liegen schon mehr als zwei Minuten zurück.

Böiger Wind

Martina Glagow musste am Vormittag bei sehr böigem Wind als einzige der vier deutschen Starterinnen nur einmal in die Strafrunde und landete zeitgleich mit der Weißrussin Jekaterina Iwanowa mit 53,2 Sekunden Rückstand auf dem 3. Platz. Zweite hinter Poiree wurde mit 20,6 Sekunden Rückstand die Russin Anna Bogali.

Die anderen drei deutschen Starterinnen, Katrin Apel (Frankenhain/13. Platz), Simone Denkinger (Gosheim/24.) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis/26.), wurden mit jeweils vier Strafrunden "vom heftigen Wind verblasen", wie es Bundestrainer Uwe Müßiggang ausdrückte. "Man brauchte heute eben ein bissel Glück, doch von einer Lotterie würde ich nicht sprechen. Die bekannt guten Schützinnen haben sich am besten auf die komplizierten Bedingungen eingestellt", schätzte er ein: "Doch Martina hat uns ja gerettet."

Die Mittenwalderin selbst benötigte lange, um die Zeitgleichheit mit Iwanowa zu realisieren. "Noch kurz vor dem Ziel lag ich vier Sekunden zurück. Dass ich die noch aufholen konnte, ist fast unglaublich", erzählte die 24-jährige Gesamtweltcup-Dritte.

Uwe Jentzsch/DPA DPA

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