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Europa League: Hertha siegt im Endspurt, Nordklubs souverän

Drei Teams, drei Erfolge: Werder Bremen, der Hamburger SV und Hertha BSC Berlin sind für die lukrative Gruppenphase der neuen Europa League qualifiziert. Nur Hertha machte es spannend - und kam nur dank eines fulminanten Endspurts eine Runde weiter.

Erfolg auf der ganzen Linie: Während Werder Bremen (gegen FK Aktobe) und der Hamburger SV (gegen EA Guingamp) sich souverän für die lukrative Gruppenphase der Europa League qualifizierten, machte es Hertha BSC Berlin am Donnerstagabend spannend. Rund 75 Minuten lang sah es so aus, als würden die Hauptstädter sang- und klanglos gegen Bröndby Kopenhagen ausscheiden. Doch dann kam der furiose Schluss-Spurt mit drei Toren.

Hertha BSC Berlin vs. Bröndby Kopenhagen 3:1 (0:0)

Mit einer furiosen Aufholjagd und einem Doppelpack des überragenden Gojko Kacar beim 3:1 (0:0) gegen Brøndby Kopenhagen zog Hertha BSC in die Gruppenphase der neuen Europa League ein. Nach dem 1:2 im Hinspiel hatte das Team von Trainer Lucien Favre am Donnerstagabend durch einen Treffer von Morten Rasmussen (51. Minute) bereits mit 0:1 zurückgelegen, doch Kacar (75./86.) sowie Pal Dardai (80.) wendeten vor 14.741 Zuschauern im Jahn-Sportpark mit einer Energieleistung noch das Blatt.

Die Berliner verdienten sich die europäische Spielzeit und die Zusatzeinnahmen mit einer deutlichen Steigerung gegenüber ihren ersten Saisonspielen. "Das ist ganz wichtig für die Entwicklung unserer Mannschaft", sagte Favre. "Jeder wusste um die Bedeutung des Spiels", freute sich Kapitän Arne Friedrich. Vor allem der Innenverteidiger und der Serbe Kacar übernahmen das Zepter. Die nun gewonnenen rund 1,5 Millionen Euro können die Berliner gut brauchen - für die Verpflichtung eines neuen Stürmers, der Hertha auch in dieser Begegnung sichtbar fehlte. Trotz aller finanziellen Probleme will Hertha bis zum Schließen der Transferliste am kommenden Montag noch einmal aktiv werden. Offenbar soll der 23-jährige kolumbianische Nationalspieler Adriàn Ramos kommen, wenngleich Hertha-Manager Michael Preetz den Transfer noch nicht bestätigen wollte.

Hamburger SV vs. EA Guingamp 3:1 (1:0)

Leichtfüßig hat der Hamburger SV mit einer B-Elf den Einzug in die Europa League perfekt gemacht. Eine Woche nach dem 5:1-Hinspielsieg in Frankreich gewannen die Hanseaten auch den zweiten Vergleich gegen EA Guingamp mit 3:1 (1:0). Der Ex-Bielefelder Robert Tesche (42./51.) und der Schwede Marcus Berg (47.) erzielten vor 25.798 Zuschauern die Tore für die Norddeutschen, die mit ihrer schwungvollen Vorstellung die Erinnerung an das matte 0:1 gegen den FC Randers eine Runde zuvor wegwischten. Erst in der 90. Minute gelang Lionel Mathis der Anschlusstreffer.

Allerdings verlief der Beginn der Partie aus HSV-Sicht wenig verheißungsvoll. Denn die Rotation, die Trainer Bruno Labbadia seiner Mannschaft mit acht Veränderungen gegenüber der 4:2-Gala in Wolfsburg verordnet hatte, blieb nicht ohne Folgen. Die Hamburger Rumpfelf präsentierte sich gegen Frankreichs Pokalsieger, der derzeit in der zweiten Liga spielt, zunächst unsortiert und ohne Führungspersönlichkeit. Da auch die Abwehr trotz des Mitwirkens der Stammkräfte Jerome Boateng und David Rozehnal alles andere als sattelfest wirkte, bekam Ersatzkeeper Wolfgang Hesl in seinem zweiten Pflichtspiel mehr zu tun als erwartet. Der Schlussmann meisterte in der 3. Minute einen Freistoß von Thibault Giresse, zehn Minuten später verhinderte er gegen Mauritala Ola Ogunbiyi das 0:1.

Sichtlich unzufrieden stapfte Labbadia an der Seitenlinie entlang, doch in der Schlussphase der ersten Hälfte wurden die Aktionen der Gastgeber endlich zielstrebiger. Tesche erlief einen weiten Pass von Boateng und ließ Guillaume Gauclin mit seinem platziertem Schuss aus 16 Metern keine Abwehrchance. Als Berg zwei Minuten nach Wiederbeginn einen Eckball des eingewechselten Dennis Aogo ins Tor der Gäste köpfte, war die Entscheidung gefallen.

FK Aktobe vs. Werder Bremen 0:2 (0:2)

Tor-Garant Claudio Pizarro hat dagegen Werder Bremen in die Europa League geschossen. Der DFB-Pokalsieger gewann das Qualifikations-Rückspiel beim Nobody-Club FK Aktobe in Kasachstan souverän mit 2:0 (2:0) und qualifizierte sich nach dem 6:3 im Hinspiel mühelos für den zweitwichtigsten europäischen Fußball-Wettbewerb. Mit einem Doppelpack in der 10. und 45. Minute hatte der peruanische Stürmer wieder einmal großen Anteil am verdienten Sieg des Bundesligisten.

Der logistische Kraftakt für die weiteste Bremer Europacup-Reise in das rund 3800 Kilometer entfernte Aktobe war fast größer als der Kräfteverschleiß auf dem Spielfeld. Nach fünf turbulenten Minuten zu Beginn hatte das Team von Trainer Thomas Schaaf die Begegnung vor rund 10.000 Zuschauern im nicht ausverkauften Zentralstadion gut unter Kontrolle und sammelte mit dem dritten Pflichtspiel-Sieg in Folge Selbstvertrauen für das Bundesliga-Spiel am Sonntag in Berlin. Eine Gelb-Rote Karte gegen Linksverteidiger Kenschissarijew (35.) reduzierte die ohnehin vagen Chancen der Gastgeber rasch auf ein Minimum.

DPA / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.