Handball-WM Rätselraten um Kraus


Der Countdown läuft. In wenigen Tagen beginnt in Kroatien die Handball-Weltmeisterschaft. Und der deutsche Bundestrainer Heiner Brand hat ein ernstes Problem: Sein Schlüsselspieler Michael Kraus fällt wohl mit einem Muskelfaserriss für die ersten WM-Spiele aus.

Dem Aufatmen bei den deutschen Handball-Weltmeistern und Bundestrainer Heiner Brand folgte das Rätselraten: Spielmacher Michael Kraus hat nach einer Mitteilung des Deutschen Handballbundes (DHB) vom Dienstag nun doch einen Muskelfaserriss in der Wade erlitten. Dies ergaben eine Kernspintomographie am Montag und eine Ultraschalluntersuchung am Dienstag. Der Lemgoer soll trotzdem an diesem Mittwoch mit der Nationalmannschaft zur WM nach Kroatien fliegen. "Dann können wir sehen, wann seine Verletzung auskuriert und sein Einsatz wieder möglich ist. Die ersten WM-Spiele plane ich ohne ihn", sagte Bundestrainer Heiner Brand.

Zuvor hatte Lemgos Sportdirektor Daniel Stephan nur von einer Zerrung gesprochen. "Das hat mir Michael gesagt, nachdem er bei Mannschaftsarzt Dr. Hallmaier gewesen ist", sagte der frühere Welthandballer nach Kenntnis der DHB-Mitteilung. Laut Stephan sei es "definitiv eine Zerrung. Wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist und er gegen Russland spielen kann."

Kraus hatte sich die Blessur am Sonntag bei der 17:28-Niederlage gegen Spanien zum Abschluss des Vier-Nationen-Turniers in Algeciras zugezogen. "Ich kann problemlos gehen, das lässt mich hoffen. Aber ich muss erst sehen, wie die Wade unter Belastung reagiert", hatte er am Montag erklärt. Noch am gleichen Abend unterzog sich der 25- Jährige nach der Rückkehr aus Spanien der Computertomographie.

Kraus: Es fühlt sich gut an

Einen Tag vor der Abreise der Nationalmannschaft noch Kroatien hat Kraus am Dienstag weitere medizinischen Tests bei Mannschaftsarzt Berthold Hallmaier in Rottenburg absolviert. "Er fühlt sich gut. Ich gehe nicht von einer längeren Pause aus", sagte Stephan. Kraus hatte erst am vergangenen Mittwoch beim Abschiedsspiel des langjährigen Auswahl-Kapitäns Markus Baur nach sechswöchiger Verletzungspause sein Comeback gefeiert. Wegen Kraus' Blessur hatte Bundestrainer Brand angekündigt, mit 17 Spielern nach Kroatien zu reisen.

Unterdessen wird Kraus' Club- und Auswahlkollege Lars Kaufmann den TBV Lemgo verlassen. Der Rückraumspieler wechselt zur kommenden Saison zu Frisch Auf Göppingen, wo Kraus bis zu seinem Wechsel nach Ostwestfalen gespielt hatte. Wie die Clubs am Dienstag mitteilten, unterschrieb der 26 Jahre alte gebürtige Sachse einen Zweijahresvertrag. "Mich freut sehr, dass er von unserem Konzept in Göppingen überzeugt ist", sagte Frisch-Auf-Trainer Velimir Petkovic.

"Ich habe mich hier in Lemgo sehr, sehr wohl gefühlt. Doch aufgrund meiner Verletzungen in den letzten anderthalb Jahren kam ich leider nie wirklich beim TBV sportlich an", erklärte Kaufmann auf seiner Internetseite. Sein Vertrag in Lemgo läuft zum Saisonende aus. In bislang 61 Länderspielen erzielte er 113 Tore. Uns tut es leid, weil wir das Potenzial von Lars sehr zu schätzen wissen. Aber aufgrund seiner Verletzungen konnte er das Potenzial nicht ausschöpfen. Er hat in der Nationalmannschaft bessere Leistungen gebracht als bei uns", sagte Daniel Stephan.

Martin Kloth/DPA DPA

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