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Debatte über Fairness Transsexueller Junge gewinnt Mädchen-Schulmeisterschaft im Ringen

Der transsexuelle Junge Mack Beggs ringt seine Gegnerin nieder.
Mack Beggs (i. d. Mitte) ringt seine Gegnerinnen alle nieder.  
© Picture Alliance / AP Images
Der 17-jährige Mack Beggs ist transsexuell. Er ist als Mädchen geboren, fühlt sich aber als Junge. Trotzdem muss er bei den Schulmeisterschaft im Ringen gegen Mädchen antreten. Er gewinnt – und löst damit eine Debatte über Fairness aus.

Lächeln wollte Mack Beggs nicht. Dabei hatte der 17-Jährige allen Grund dazu, hatte er doch gerade erst die Schülermeisterschaft im Ringen im US-Bundesstaat Texas gewonnen. Doch statt sich zu freuen, gab sich der Teenager demütig: "Ich wäre heute nicht hier, wenn es nicht für meine Teamkollegen wäre", sagte Beggs einem Reporter.

Der Schüler der "Trinity High School" ist transsexuell. Beggs ist als Mädchen geboren und fühlt sich als Junge. Er selbst würde deshalb am liebsten gegen seine männlichen Konkurrenten antreten. Man könnte meinen, dass das im 21. Jahrhundert und in einem freien Land wie den USA, wo Schwule und Lesben in allen Bundesstaaten heiraten dürfen, kein Problem darstellt. In Texas ist es eins.

Mack Beggs: "Lieber kämpfe ich, als dass ich damit aufhöre!"

Die Regeln der University Interscholastic League (UIL), die den High-School-Sport in Texas managt, besagen, dass das Geschlecht in der Geburtsurkunde bestimmt, in welchem Wettbewerb die Sportler teilnehmen dürfen. Das heißt im Fall von Mack: Entweder er kämpft gegen Mädchen oder gar nicht.

Der Transsexuelle entschied sich fürs Ringen: "Lieber kämpfe ich, als dass ich damit aufhöre", sagte der Amerikaner zu CNN. Seine Konkurrentinnen freuen sich darüber nicht. Denn der 17-Jährige ringt sie alle nieder.

52 Siege in Folge hat er mittlerweile. Kritische Stimmen sagen, dass ihm die Hormone, die er seit 2015 nimmt, beim Ringen einen Vorteil verschaffen. So echauffierte sich die Mutter einer Ringerin gegenüber dem Washington Post: "Sie schummelt. Es ist nicht das Gleiche. Es wird niemals das Gleiche sein."

Keine Gleichberechtigung von transsexuellen Sportlern

Statt Applaus zu bekommen, muss sich Beggs mit Anfeindungen auseinandersetzen. Während des gesamten Turniers wurde er ausgepfiffen und zum Teil sogar beschimpft. Gestört hat das den Teenager nicht: "Ehrlich gesagt, mich haben die Buh-Rufe nicht gejuckt", beteuerte er gegenüber CNN.

Die traurige Wahrheit am Fall des Schülers ist der Umgang mit transsexuellen Sportlern in den USA. Denn in lediglich 16 Staaten und in Washington D.C. dürfen Transsexuelle an Wettkämpfen ihres eigentlichen Geschlechts teilnehmen. In allen anderen gibt es dazu entweder keine Regelung, es wird von Fall zu Fall abgewogen, oder es gilt, wie in Texas, das Geschlecht der Geburtsurkunde.

Dass sich daran in naher Zukunft  etwas bessern wird, ist nach der letzten Gesetzesänderung von Präsident Trump mehr als unwahrscheinlich. Der 70-Jährige Republikaner hatte erst kürzlich Obamas Regelung gekippt, die es Transsexuellen freigestellt hatte, welche Toilette oder welchen Umkleideraum sie benutzen – auch wenn ihre operative Geschlechtsumwandlung noch nicht vollzogen war.

rpw

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