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Radsport: Rolland siegt in Alpe d'Huez - Schleck in Gelb

Zwei Tage vor dem Ende der Tour de France musste Thomas Voeckler sein Gelbes Trikot dann doch abgeben - aber sein Europcar-Teamkollege Pierre Rolland gewann die Etappe in Alpe d'Huez. Nun fährt Andy Schleck in Gelb. Doch beim Zeitfahren lauert Cadel Evans mit Chancen auf den Gesamtsieg.

Zwei Tage vor dem Ende der Tour de France musste Thomas Voeckler sein Gelbes Trikot dann doch abgeben - aber sein Europcar-Teamkollege Pierre Rolland gewann die Etappe in Alpe d'Huez. Nun fährt Andy Schleck in Gelb. Doch beim Zeitfahren lauert Cadel Evans mit Chancen auf den Gesamtsieg.

Alberto Contador meldete sich nebenbei im Verlauf der packenden Alpen-Königsetappe auch zurück. Die Tour gewinnen wird er aber kaum. Zu groß ist der Rückstand auf Andy Schleck (3'55'') und Evans (2'58''). Die enormen Anstrengungen des Spaniers und sein mutiger Angriff auf der 19. Etappe haben nicht für die große Wende gereicht.

Andy Schleck gilt als schlechter Zeitfahrer, so dass alles auf Evans hindeutet, seit Tour-Beginn die Konstanz in Person. "Ich habe mich ziemlich gut gefühlt, das Team war fantastisch", sagte Evans. "Ich versuche, in Grenoble so schnell wie möglich zu fahren. Ich hoffe, es reicht."

Rolland überraschte alle

"Das war ein guter Tag für uns", sagte Contadors Teamchef Bjarne Riis. "Das Team ist aufgestanden und Alberto ist aufgestanden. Wir hätten gerne die Etappe gewonnen - wir haben alles versucht."

Den prestigeträchtigen Tagessieg sicherte sich nach nur 109,5 Kilometern Rolland. Der 24-Jährige hatte mit einer enormen Energie-Leistung seinem Kapitän Thomas Voeckler in den vergangenen Tagen immer wieder Geleitschutz gegeben. Auf der Etappe über drei Anstiege gingen bei seinem Chef aber die Lichter aus - nach zwölf Tagen musste Voeckler sein Gelbes Trikot ausziehen.

"Ich bin mit dem heutigen Tag zufrieden, auch wenn es am Schluss nicht mit dem Etappensieg geklappt hat", meinte Contador. "Ich habe gekämpft. Es ist sehr schwer, in einem Jahr den Giro d'Italia und die Tour zu gewinnen." In Grenoble 2:58 Minuten auf den starken Zeitfahrer Evans über 42,5 Kilometer aufzuholen, erscheint unmöglich.

Angriff nach nur 16 Kilometern

Contador, der am Donnerstag schon vernichtend geschlagen schien, attackierte auf der letzten Bergetappe der Tour schon 16 Kilometer nach dem Start in Modane. Dem Antritt des dreifachen Tour-Siegers konnten nur Andy Schleck, Evans und anfangs Voeckler folgen. Aber im Finale reichten bei Contador die Kräfte nicht mehr für den sehnlichst gewünschten Sieg und einen größeren Vorsprung auf Andy Schleck und Evans.

Voeckler war am Ende seiner Traum-Tour in Gelb. Er fiel der unbändigen Angriffslust Contadors zum Opfer und hatte schon am Col du Télégraph, dem ersten von drei Anstiegen, nach anfänglich verbissenem Widerstand den Kontakt zu den Topfahrern verloren.

Der bisher so clever fahrende Evans schien seinen Ruf des ewigen Tour-Pechvogels doch noch zu bestätigen. Am Télégraphe hatte er dreimal technische Probleme mit seinem Rad und im Handumdrehen auf Contador und Andy Schleck fast zwei Minuten verloren.

Aber der BMC-Kapitän kämpfte sich mit unglaublicher Energie wieder an die Spitzengruppe heran. Noch vor Beginn des finalen 13,8 Kilometer langen Anstiegs nach Alpe d'Huez hatte Evans zu Contador, Euskaltel-Kapitän Samuel Sanchez und Andy Schleck aufgeschlossen. Alle Topfahrer nahmen den Schlussanstieg vereint in Angriff. 12,5 Kilometer vor der Ziellinie startete Contador seinen zweiten großen Angriff des Tages. Gegen die verrückte Menschenmenge setzte er einmal sogar die Faust ein, als ein in Chirurgentracht verkleideter Fan ihn mit einem Stethoskop bedrängt hatte.

sportal.de / sportal

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