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Rallye Dakar: Das ist der Touareg für die Wüste

Knapp ein Monat vor dem Start der Rallye Dakar nimmt das VW-Team konkrete Formen an. Der Rallye-Touareg ist fertig, die Sponsoren sind an Bord, und neben Jutta Kleinschmidt steht mit Bruno Saby ein echter Top-Fahrer in Lohn und Brot.

Ausgerechnet beim härtesten Autorennen der Welt fährt der neue Volkswagen Touareg mit der Kölnerin Jutta Kleinschmidt am Steuer erstmals unter Wettkampfbedingungen. Wenn am 1. Januar im mittelfranzösischen Clermont-Ferrand die 26. Rallye Dakar beginnt, gehen die Wolfsburger mit Optimismus ins Rennen. "Wir haben ein neues Auto und ein junges Team. Wir wollen ankommen und hoffen, eine sehr gute Position nach Hause fahren zu können", erklärte der neue VW-Motorsport-Direktor Kris Nissen in Wolfsburg.

Weitere Rennen

"Wir werden 2004 weitere Rennen fahren, aber das werden wir erst festlegen, wenn wir unser genaues Test- und Entwicklungsprogramm kennen", sagte Nissen. "Jedes Mal, wenn wir mit der technischen Entwicklung von neuen Teilen so weit sind, dass wir sie erproben können, werden wir ein Rennen fahren, wo es auch für uns Sinn macht und wir uns mit der Konkurrenz im Wettbewerb messen können."

Mehr als 11.000 Kilometer

Auf Jutta Kleinschmidt, die 2001 auf Mitsubishi bei der Paris - Dakar als erste Frau triumphierte, und ihre italienische Beifahrerin Fabrizia Pons sowie auf ihre neuen Teamkollegen Bruno Saby/Matthew Stevenson (Frankreich) wartet eine harte Bewährungsprobe: Mehr als 11.000 Kilometer, davon fast 5.500 km auf Bestzeit bei den 16 Prüfungen, liegen an den ersten 18 Januartagen vor der VW-Mannschaft auf dem Weg in Senegals Hauptstadt.

Generalstabsmäßige Planung

Spitzenfahrer, reichlich Budget, reichlich Know-How und ein ausgefeilter Zeitplan - VW überlässt beim Projekt "Dakar-Sieg" nichts dem Zufall. Nach der Verpflichtung von Dakar-Legende Jutta Kleinschmidt wurde 2002 in Rekordzeit der Diesel-Buggy "Tarek" entwickelt, mit dem sich die Wolfsburger bei der Dakar 2003 schon mal an den vielen Sand gewöhnen konnten. Der rote Wüsten-Wiesel schlug sich beachtlich (6. Platz) und sammelte fleißig Erkenntnisse für die Entwicklung des Race-Touareg.

Optimierte Aerodynamik

Inzwischen ist Volkswagens ultimativer Wühler fertig. Erste Bilder machen klar, dass den Touareg für die Wüste nur wenig mit seinem zivilen Namensgeber verbindet. Selbst der typische Touareg-Look fiel der optimierten Aerodynamik zum Opfer. Unter der Haube des Dakar-Wagens nagelt ein 2,3-Liter-Fünfzylinder-TDI, der seine Kraft an alle vier Räder überträgt. Wie viel Kraft? Kein Kommentar. Ein Vergleich mit dem nur 1,9 Liter großen Diesel-Motor aus dem VW Tarek zeigt allerdings, dass sich Jutta Kleinschmidt und Bruno Saby nicht über mangelnde Leistung werden beschweren müssen. Selbst der "kleine" Motor kommt auf 218 PS...

Tests laufen gut

Im Moment bringt der neue Touareg ein erstes Testprogramm hinter sich, Simulationen auf verschiedenen Prüfständen sind erfolgreich verlaufen. Dann haben auch Jutta Kleinschmidt und Bruno Saby die Möglichkeit, sich an ihr neues Arbeitsgerät zu gewöhnen. Der 54 Jahre alte Saby hat dabei einiges aufzuholen. Wüsten-Königin Kleinschmidt war direkt an der Entwicklung von Tarek und Touareg beteiligt, kennt beide Fahrzeuge bestens. VWs Motorsport-Chef Kris Nissen sieht in dem Franzosen die ideale Ergänzung für Jutta Kleinschmidt: "Beide haben in ihrer Karriere schon mehrfach an der Entwicklung grundlegend neuer Fahrzeuge mitgewirkt und ihr Können bei Siegen bei der Rallye Dakar unterstrichen".

Jochen Knecht

Wissenscommunity