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Tour de France: Etappensieg im Doping-Schatten

Kurt Asle Arvesen hat für den zweiten norwegischen Sieg bei der diesjährigen Tour de France gesorgt. Überschattet wurde die Etappe von dem Doping-Fall des Spaniers Moises Duenas Nevado, der nach einem positiven Epo-Test von der Polizei abgeführt wurde.

An einem schwarzen Tag für die Tour de France hat Tagessieger Kurt-Asle Arvesen als einziger sportliche Schlagzeilen geschrieben: Der zweite Doping-Fall mit wahrscheinlich großen juristischen Folgen und der eskalierende Machtkampf der Funktionäre ließen den Etappenerfolg des Norwegers aus dem Bjarne Riis-Team nach 167,5 Kilometern im Ziel des 11. Tagesabschnitts in Foix zur Nebensächlichkeit werden.

Einen Tag nach dem Ruhetag ging der große Auftritt des deutschen Doppelmeisters Fabian Wegmann fast unter. Der Profi aus dem Team Gerolsteiner hatte sich wie am Vortag angekündigt zu einer Attacke aufgerafft und sprintete am Mittwoch aus einer 12- köpfigen Ausreißer-Gruppe auf Rang neun des Tagesklassements

Evans weiter in Gelb

Der Erfolg der in der Gesamtwertung ungefährlichen Außenseiter hatte keinen Einfluss auf den Kampf ums Gelbe Trikot. Cadel Evans (Australien), dessen Fahrstil die Fans nicht gerade von den Sesseln reißt, führt weiter mit der Winzigkeit von einer Sekunde vor dem Luxemburger Frank Schleck. Das Feld mit den beiden Spitzenfahrern rollte 14:50 Minuten nach den «Flüchtlingen» ins Ziel. In Foix hatten die Tour-Teilnehmer die Pyrenäen - am Mittwoch stand mit dem 1432 Meter hohen Col de Portel 57 Kilometer vor dem Ziel der letzte vorläufige Anstieg auf dem Programm - hinter sich gelassen.

12 Fahrer hatten an der ersten Steigung des Tages 45 Kilometer nach dem Start angegriffen und konnten sich absetzen. Wegmann und seine Flucht-Begleiter erarbeiteten sich rasch einen beruhigenden Vorsprung, der sie schon früh vom Tagessieg träumen ließ. Auf dem Gipfel des Portel hatten sie einen Vorsprung von über 16 Minuten auf das Peloton herausgefahren. Die Topfahrer ließen sich nicht aus den Augen und hatten kein Interesse, die Kreise der Ausreißer entscheidend zu stören.

Drei Kilometer vor der Bergwertung am Portel hatte sich der Franzose Amael Moinard abgesetzt und versuchte sein Glück in einer Alleinfahrt. Aber auf dem langen Flachstück Richtung Ziel kamen seine Verfolger wieder heran. Sie ließen ihn Kilometer lang fünf Sekunden vor sich zappeln, dann schlugen seine alten Begleiter zu und stellten ihn 4000 Meter vor Foix.

Etappe im Schatten des zweiten Doping-Falls

Die Etappe stand im Schatten des zweiten Doping-Falls der diesjährigen Tour. Am Morgen hatten Polizei und Fahnder der französichen Anti-Doping-Agentur das Hotelzimmer des spanischen Fahrers Moises Duenas Nevado durchsucht. Der Profi vom Team Barloworld war nach der vierten Etappe positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet worden. Bei Durchsuchung fanden die Beamten verdächtige Präparate. Nevado wurde stundenlang verhört. Nach dem neuen französischen Anti-Doping-Gesetzt drohen ihm fünf Jahre Haft.

Nach dem ersten Hochgebirgs-Abschnitt setzt der Tour-Tross die Frankreich-Rundfahrt morgen mit der Fahrt ans Mittelmeer fort. Die 12. Etappe mit nur noch einer Bergwertung der vierten Kategorie beginnt in Lavelanet im Pays d´Olmes zwischen Gascogne und Languedoc. Das Teilstück endet nach 168,5 km in Narbonne in der Küstenebene der berühmten Languedoc-Weinregion.

DPA / DPA

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