HOME

World Games in Duisburg: Von Barfußwasserski bis Body-Building

In Duisburg findet in diesen Tagen ein Spektakel von ungewöhnlichen und verrückten Sportarten statt. Bei der "Olympiade" nicht-olympischer Disziplinen werden bis zu 500.000 Zuschauer erwartet.

Aikido, Barfußwasserski, Casting, Kanupolo, Fallschirmspringen, Feldbogenschießen, Tauziehen und Tumbling - für zehn Tage rücken ungewöhnliche, weithin unbekannte und dennoch spektakuläre Sportarten in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Mit einer bunten Eröffnungsshow in der herausgeputzten MSV-Arena in Duisburg fällt an diesem Donnerstag der Startschuss für die World Games 2005.

3500 Athleten aus knapp 100 Nationen kämpfen danach bis zum 24. Juli an vier Standorten und 22 Wettkampfstätten in Duisburg, Bottrop, Mülheim/Ruhr und Oberhausen um Medaillen. Unter dem Motto "Deutschland kann’s - Duisburg zeigt’s" fallen in 40 nicht- olympischen Sportarten insgesamt 177 Entscheidungen. Damit sind die World Games nach den Olympischen Spielen die größte Multi-Sportveranstaltung der Welt. "Was wir hier machen, ist kein Pfadfindertreffen", sagt Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der die World Games offiziell eröffnen wird.

Vorfreude auf spannende Wettkämpfe

Die Organisatoren sitzen in den Startlöchern, die Athleten fiebern den Wettkämpfen entgegen, und nicht nur Bundesinnenminister Otto Schily ist überzeugt vom Gelingen und der Strahlkraft der World Games. "Solche Sport-Großveranstaltungen haben eine enorm positive Auswirkung auf die Austragungsstädte und die Regionen. Der Wirtschafts-, Kultur- und Tourismusstandort NRW wird von den Spielen profitieren.", sagte Schily.

Zu den im Vergleich mit den Milliardenetats Olympischer Spiele geringen Kosten von 15 Millionen Euro steuerte der Bund zwei Millionen Euro bei. Der Rest wird durch das Land, die Städten und Kommunen sowie durch Sponsoren und Eintrittspreise finanziert. Schily ist froh, dass der Bund "trotz der engen Haushaltslage" diesen Betrag bereitstellen konnte, denn: "Grundsätzlich unterstützen wir alle Bemühungen des deutschen Sports, attraktive internationale Sportveranstaltungen nach Deutschland zu holen."

Eröffnungsshow mit Nena und Duisburger Philharmonikern

Schon die Eröffnungsfeier am Donnerstag verspricht ein Ereignis zu werden. 1500 Sportlerinnen und Sportler, 200 Tänzer, 400 Statisten sowie hochkarätige Showstars wie Pop-Ikone Nena und Star-Tenor José Cura, die neuseeländische Sängerin Hayley Westenra und die Duisburger Philharmoniker sollen für einen stimmungsvollen Abend sorgen. Schily lässt sich den von Ulla Kock am Brink moderierten Auftakt ebenso wenig entgehen wie der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge. Dieser gilt ohnehin als Freund und Förderer der World Games und war bereits 1981 bei der Premiere der Spiele im amerikanischen Santa Clara als Vertreter der belgischen Delegation dabei.

Die Unterstützung der World Games durch den "Patron" IOC ist von großer Bedeutung. Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Klaus Steinbach, bezeichnete die Veranstaltung als "Kornkammer der Olympischen Spiele". Auch Ulrich Feldhoff, der Vizepräsident des Deutschen Sportbundes (DSB), der die Spiele etwas salopp als "2. Liga" bezeichnete, weiß um die Hoffnungen vieler Sportverbände. Diese wollen den Sprung ins olympische Programm schaffen. "Es geht um die weltweite Verbreitung eines Sports, um die Regelmäßigkeit kontinentaler und interkontinentaler Meisterschaften, es geht auch um Medienpräsenz", sagte er. "Die World Games haben besonders in Asien und der Dritten Welt einen hohen Stellenwert", sagte Feldhoff.

Bei den Weltspielen der nicht-olympischen Sportarten werden insgesamt 963 Medaillen vergeben. Bis zu 500.000 Zuschauer werden von der World Games GmbH in der Region um Duisburg erwartet. Der hohe Unterhaltungswert der Wettkämpfe dürfte dabei auch weniger an Leibesübungen Interessierte zufrieden stellen und zeigen, das Sport vor allem eins machen muss: Spass.

Ulli Brünger/DPA / DPA

Wissenscommunity