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Deutsche Post Briefmarken sehen jetzt anders aus – wozu ist der Code neben dem Motiv?

Sonderbriefmarke zum 50-jährigen Jubiläum der "Sendung mit der Maus" mit Matrixcode
Auch die Sonderbriefmarke zum 50-jährigen Jubiläum der "Sendung mit der Maus" trägt den neuen Matrixcode
© Ben Knabe / WDR / DPA
Aufmerksamen Briefeschreiberinnen und -schreibern ist es aufgefallen: Die neuen Briefmarken der Deutschen Post tragen neben dem Motiv einen Code zum Scannen. Das steckt dahinter.

Der Digitale Wandel, das 50-jährige Jubiläum der "Sendung mit der Maus", der Schachcomputer Deep Blue sowie die U-Bahnstationen Westend (Frankfurt am Main) und Überseequartier (Hamburg) haben auf den ersten Blick überhaupt nichts miteinander zu tun.

Doch eines eint sie: Sie sind die ersten Motive einer neuen Generation von Briefmarken der Deutschen Post. Denn neben den kleinen Kunstwerken ist auf ihnen auch ein Matrixcode zum Scannen abgedruckt – ein Novum in Deutschland, das sowohl den Kundinnen und Kunden der Post als auch dem Unternehmen Vorteile bringen soll.

Matrixcode liefert Informationen zum Briefmarkenmotiv

Wird eine Sendung mit einer der neuen Marken frankiert, ist es durch das Scannen des Codes mit der App von Post und DHL (Android, iOS) erstmals möglich, auch den Weg von Briefen oder Postkarten zu verfolgen, zumindest eingeschränkt. Die Sendungen werden dazu in den Briefzentren am Abgangs- und Zielort erfasst. "Damit wird für Sie noch viel transparenter, ob wir den Brief schon bearbeitet haben und ob er transportiert worden ist", erklärt Tobias Meyer, der Vorstand für Post und Pakete der Deutschen Post AG. Allerdings sei mit dem Matrixcode keine lückenlose Nachverfolgung, wie zum Beispiel bei Paketen, möglich. Insbesondere werde der Einwurf in den Briefkasten des Empfängers nicht von den Briefträgerinnen und Briefträgern dokumentiert. Sollte eine Nachweis über die Zustellung benötigt werden, sei weiterhin ein Versand per Einschreiben nötig.

Außerdem verspricht die Deutsche Post, dass durch das Scannen des neuen Matrixcodes weitere Informationen zum Briefmarkenmotiv abgerufen werden können. Allerdings fallen diese bisher eher spärlich aus. Wer zum Beispiel die Sondermarke zur "Sendung mit Maus" scannt, bekommt nicht etwa Ausschnitte aus der Fernsehsendung oder einen kurzen Abriss zur Geschichte des TV-Formats angezeigt, sondern eher technische Informationen wie die Maße der Briefmarke, ihre Auflage oder die Druckerei.

Die Services für die Postkundinnen und -kunden sind jedoch nur die eine Seite der neuen Matrixcodes, ganz uneigennützig wurde die Neuerung seitens des Konzerns nicht eingeführt – im Gegenteil. Nach eigenen Angaben sind Fälschung und mehrfache Verwendung von Briefmarken ein "massiv wachsendes Problem" für das Bonner Unternehmen, ohne dass es konkrete Zahlen nennt. Die Frankierung mit Matrixcode sei "fälschungssicher und gewährleistet, dass Postwertzeichen nicht mehrfach verwendet werden können", so die Deutsche Post.

Alte Briefmarken bleiben laut Post "unbefristet gültig"

Daher sollen in Zukunft mehr und mehr Briefmarken mit dem Matrixcode ausgegeben werden, ab dem kommenden Jahr sollen nur noch diese erhältlich sein. Alte Briefmarken sollen jedoch "unbefristet gültig" bleiben, verspricht die Deutsche Post.

Über die Motive auf den Briefmarken entscheidet in Deutschland das Bundesfinanzministerium. Es wird dabei von einem Programm- und einem Kunstbeirat unterstützt. Motivvorschläge können alle Bürgerinnen und Bürger per Post oder E-Mail einsenden. Mit Einführung der Matrixcode-Briefmarken soll es in Zukunft auch mehr Platz für die Kunstwerke auf wenigen Quadratzentimetern geben. "Sie verfügen künftig über eine größere Motivfläche und bieten dadurch noch mehr Raum für kreative Gestaltung", so die Deutsche Post. Die Briefmarken blieben "auch zukünftig attraktive Sammlerstücke", zumal in Zukunft jede Marke ein Unikat sei.

Ganz neu ist der Matrixcode auf Briefen und Postkarten übrigens nicht. Im Bereich der Geschäftspost, der Internetmarken und von Frankiermaschinen ist er schon länger im Einsatz, allerdings ohne Motiv.

Quellen: Deutsche Post AG (1), Deutsche Post AG (2), Bundesfinanzministerium

wue

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