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"Höhle der Löwen" Hipster aufgepasst: Wie wäre es mit veganem Dünger für den urbanen Kleingarten?


Immer mehr Großstädter wollen auf dem Balkon ihr eigenes Gemüse anbauen. Die Gründer von "GreenLab" sind auf den Zug aufgesprungen und stellen in der "Höhle der Löwen" Dünger ohne Mist vor. 
Von Alica Müller

Dünger ist meist entweder eine Chemiekeule oder - ganz natürlich, dafür aber stinkig - Mist.  Das Berliner Start-up GreenLab will das ändern. Zu dritt haben die Gründer einen Dünger entwickelt, der aus Abfall der Kakao- und Zuckerrohr-Produktion besteht. Seit mehr als einem Jahr verkaufen sie veganen Dünger "für den Kleingärtner mit Weitblick" und sogar pflanzbares Geschenkpapier. Dafür wollen sie in der "Die Höhle der Löwen"-Sendung am Dienstagabend 110.000 von der Jury haben.

Herr Kania, wieso braucht man Dünger ohne Mist?

Wir machen ja vor allem Haushaltsdünger – da ist es natürlich nicht schön, wenn man Mist verwendet, der stinkt ja nun mal ziemlich. Wir kommen außerdem aus dem Bereich Urban Gardening und da machen viele Familien mit. Eltern wollen sich sicher sein, dass die Kinder nichts Giftiges in den Mund nehmen. Da ist es angenehmer, wenn man Dünger hat, den man theoretisch sogar essen könnte, statt Kuhdung oder Hühnermist zu nehmen.

Und wie kommt man auf so eine Idee?

Meine beiden Mitgründerinnen haben zusammen in den Agrarwissenschaften promoviert und dabei unter anderem mit Kakaoverarbeitern zusammengearbeitet. Bei denen entsteht viel Abfall: Die Kakaobohnen müssen mit Schale nach Deutschland transportiert werden, sonst schimmeln sie. Hier landen die Schalen dann in der Müllverbrennung. Und so ist eben die Frage aufgekommen, ob das nicht auch anders geht. Es wurden Untersuchungen gemacht, und im Endeffekt haben wir dann ein Unternehmen gegründet und ein Verfahren entwickelt, mit der den Schalen die Nährstoffe entzogen werden können.

Wieso sollte man in GreenLab investieren?

Es ist einfach ein wachsender Markt. Die Leute wollen vor allem in der Stadt immer mehr zurück in die Natur und raus aus dem Büro. Es gibt immer mehr Menschen, die Gemüse selbst anpflanzen und denen ist es wichtig, zu wissen, womit sie da düngen. Mit unserem Produkt kann man nicht nur ökologisch sorgsam und effektiv düngen, sondern weiß auch, wo es herkommt.

Was gab es für Stolpersteine auf dem Weg zum eigenen Unternehmen?

Oh, sehr viele. Die größte Hürde war es, den Dünger aus dem Labor auf einen Maßstab zu bekommen, in dem täglich mehrere hundert Packungen produziert werden. Da müssen viele Prozesse angepasst werden und es geht natürlich auch darum, auf den Markt zu kommen: Händler zu finden, die vom Produkt überzeugt sind und zumindest mal ausprobieren wollen, wie es beim Kunden ankommt.

Was planen Sie mit dem Geld, das ihr von der Löwen-Jury wollt?

Die Idee war, dass wir die Produktion ausweiten wollen, automatisieren. Wir brauchen zum Beispiel eine Verpackungsmaschine. Bisher verpacken und bekleben wir alles von Hand, das kostet sehr viel Zeit und ist halt auch keine angenehme Arbeit. Außerdem forschen wir weiter und entwickeln noch mehr Produkte, die aus Abfall bestehen – dazu kann ich aber noch nichts sagen.

Wie lief der Dreh für Sie?

Ich war ja leider alleine da, der Dreh ist in unsere Hauptproduktionszeit gefallen. Das war echt spannend. Wir haben in den Vergangenheit schon Pitches gehabt und Preise gewonnen, also wir konnten unser Produkt schon präsentieren. Für die Show haben wir dann noch mal einen eigenen Pitch einstudiert und unseren Businessplan bis ins letzte Detail angeguckt, damit wirklich alle Zahlen sitzen. Man wird da schon ordentlich gelöchert. Es dauert auch deutlich länger als gedacht, ich stand da eine Stunde vor der Jury. Aber es hat alles geklappt, ich war zufrieden mit mir.

Wie haben die einzelnen Jury-Mitglieder auf Sie gewirkt?

Die haben schon alle ihren Fokus. Frank Thelen will eine IT-Idee, die skalieren und weltweit einschlagen kann. Jochen Schweizer geht es glaube ich auch darum, einen sozialen oder kulturellen Effekt zu erreichen - oder das Produkt eben mit seinem Portal zu verknüpfen. Judith Williams scheint sehr gefühlsgetrieben zu sein, entscheidet viel aus dem Bauch- aber das hat ja in der Vergangenheit scheinbar geklappt. Vural Öger dagegen ist super rational und zurückhaltend, aber er denkt sich glaube ich schon seinen Teil zu und hat immer eine klare Einschätzung. Lencke Steiner kann ich am schlechtesten einschätzen. Manchmal ist sie sehr begeistert, egal ob da eine riesen Rendite hinter steckt, bei anderen Dingern entscheidet sie dann eher rational.


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