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"Die Höhle der Löwen" "Ihr dürft das Mädchen nicht so hängenlassen!": Maschmeyer bläst Gründern den Marsch

Marschpat in der Höhle der Löwen
Die Marschpat-Gründer Markus Wenzl (links), Patrick Rupprecht und Carina Eigner in der "Höhle der Löwen"
© Frank W. Hempel / TV Now
Zwischen Migräne-Maske und Marschmusik-App – in der "Höhle der Löwen" war wieder gut Betrieb. Und wieder bekamen ein paar Unternehmer ihr Fett weg. Motzki vom Dienst einmal mehr: Carsten Maschmeyer.

Was macht Carsten Maschmeyer, wenn in einem Pitch plötzlich eine Blaskapelle vor ihm auftaucht? Er klopft mit versteinerter Miene den Takt mit – mit unrhythmischen Schlägen auf sein Knie. Und dabei sammelt er wahrscheinlich schon Munition für eine nachfolgende Abreibung, die sich gewaschen hat.

Die präsentierten Produkte:

  • Marschpat – Digitales Notenbuch für Blaskapellen
  • MellowNoir – Naturkosmetik aus recyceltem Kaffeesatz
  • mysleepmask – Schlafmaske mit Taschen für Gelpads
  • Sminno – Freisprecheinrichtung für Fahrräder
  • Winemaster – Wiederverschließbare Weinflasche

Die bittersten Tränen

Es war alles angerichtet für einen zünftigen Pitch. Auf der Bühne zwei kernige Burschen und ein fesches Maderl aus Niederösterreich. Eine Musikkapelle spielte auf, dazu wurden Stamperl mit Schnaps serviert. Doch eine Viertelstunde später pampte Carsten Maschmeyer die jungen Herren an: "Ihr zwei beide müsst mal mehr Gas geben und dürft das Mädchen nicht so hängenlassen." Rumms! Was war passiert?

Das Trio hatte das Marschpat vorgestellt, eine Art iPad mini, das sich Blechbläser anstelle der Notenblätter auf ihr Instrument spannen können. Hier gingen die Löwen noch mit. Als sich aber herausstellte, dass mit dem digitalen Notenbuch ein ziemlich kompliziertes Abo-Modell verbunden ist, wurde die Luft für die Gründer schlagartig dünn. Ob sie denn vorhätten, fragte Nils Glagau spitz, die Kunden jeden Monat mit 50 neuen Songs zu füttern – wo das Repertoire einer durchschnittlichen Kapelle doch eher aus den immer gleichen Gassenhauern bestünde. Bedröppeltes Schweigen auf der männlichen Seite. Nur die Frau fightete wie eine Tigerin – und musste schließlich völlig aufgelöst eingestehen, dass sich die Lizenzverhandlungen mit den Verlagen schwierig gestalteten. Doch ohne Musikrechte – kein Marschpat. Maschmeyer: "Bei jedem Weil kommen mir zwei Aber. Bei jeder Antwort kommen mir zwei neue Fragen." Es kam zu keinem Geschäft, dafür flossen viele bittere Tränen. 

Der Gründer der Herzen

Jedes Jahr landen in Deutschland 60 Millionen Liter Wein im Ausguss, weil Flaschen angebrochen sind und das Aroma nach kurzer Zeit futsch ist. Ein Fall für Hubert, einen liebenswerten Freak aus Mönchengladbach, der die Winemaster-Bottle (der stern hat das Produkt getestet) erfunden hat – eine Flasche mit verschiebbarem Boden, mit dem man den Sauerstoff herausdrücken kann. Das macht den Wein noch zwei bis drei Wochen trinkbar. 200.000 "Bottles" hat der gelernte Maschinenbauer mithilfe eines Darlehens bereits in China bestellt. "200.000?!", rief Judith Williams entgeistert. "Was machen Sie damit?!" – "Das fragt mich meine Frau auch."

Es ist also Ware unterwegs, und Hubert hat keinen blassen Schimmer, wie er sie verticken soll. Aber er unterhielt das Auditorium bestens mit seinem Fachwissen über Wein, seiner tüftlerischen Manie und marketingtechnischen Unfähigkeit. "Sie sind ein toller Mann", strahlte ihn Dagmar Wöhrl an. Zusammen mit Nils Glagau gab sie ein Angebot ab. Georg Kofler zog nach, gefolgt von – natürlich – Ralf Dümmel. "Sie haben mit mir nur einen Löwen", sagte der. "Aber ich würde sagen, den richtigen." Das sah Hubert genauso. 

Damit verdienen die DHDL-Juroren ihr Geld

Von wegen kalter Kaffee!

Manchmal ist ein Produkt fast zu schön, um wahr zu sein. Eine Creme aus recyceltem Kaffeesatz, dermatologisch getestet und für alle Hauttypen für gut befunden. Dazu ein gespendeter Baum pro verkaufter Dose. Und der Gründer von MellowNoir (der stern hat das Produkt getestet)? Hatte auf alle Fragen eine Antwort und trat besonnen und superseriös auf. Es hagelte Lob von allen Seiten. "Von der Rezeptur her, ist Ihr Produkt das Beste, das in all den Jahren hier hereingekommen ist", schwärmte Judith Williams. Und Ralf Dümmel bescheinigte dem 29-jährigen Chemieingenieur aus Mettmann einen "sensationellen Auftritt".

Dann ging das Geschacher los. Dümmel rollte das ganze Portfolio seines Turboshopping-Ladens aus – "QVC, Drogerien, Kaufhof." Williams bot das Gegenprinzip an: langsames Wachsen statt massenhaftem Abverkauf ("Wir müssen die Glaubwürdigkeit deiner Brand aufbauen"). Der Naturkosmetik-Unternehmer entschied sich für die Beauty-Expertin und ist jetzt um 100.000 Euro reicher. 

Abfuhr der Woche

Dass Carsten Maschmeyer auf hohe Firmenbewertungen oft hochallergisch reagiert, ist ein Stereotyp der Sendung. Diesmal war es wieder so weit. Ein Brüderpaar stellte seine Marke Sminno vor, eine Smartphone-Halterung fürs Rad, die den Sound dreifach verstärken soll. Judith Williams machte den Praxistext bei einer Spritztour übers Studiogelände und wurde überzeugt ("Das ist wie ein kleiner Konzertsaal"). Nun wollen die Brüder aber nicht nur Hardware verkaufen, sondern auch noch eine All-in-App mit Navigation, Entertainment und Fitness-Tracker. Die kann man für 29 Euro im Jahr abonnieren.

Die Investoren zeigten sich skeptisch. Georg Kofler war die Ablenkung für die Radler durch die ganzen Services zu groß. Nils Glagau fand die Anzahl der verkauften Halterungen – 70.000 Stück im letzten Jahr – zu niedrig. Und Maschmeyer monierte den behaupteten Firmenwert in Höhe von 3,3 Millionen Euro. Wie sie denn darauf kämen, fragte er die Gründer mit giftiger Miene. Antwort: "Wir haben eine Plattform gebaut." Maschmeyer: "Im Moment verkaufen Sie vor allem eine Plastikschale – haben aber die Bewertung eines Digitalunternehmens." Damit war der Deal gegessen.

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