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Über 600.000 Stück verkauft: Das ist Dümmels erfolgreichster Löwen-Deal

Mit dem Rostschreck für die Spülmaschine hat "Höhle der Löwen"-Teilnehmer Oliver Rokitta einen gigantischen Verkaufshit gelandet. Dem stern erzählt der Erfinder, wie sich sein Leben verändert hat - und wieso er einen Heiratsantrag im TV machte.

Rostschreck-Erfinder Oliver Rokitta und sein Löwe Ralf Dümmel

Rostschreck-Erfinder Oliver Rokitta und sein Löwe Ralf Dümmel

Für Rostschreck-Erfinder Oliver Rokitta liefen die letzten Monate wie im Rausch. Anfang des Jahres verkaufte er noch Töpfe und Pfannen für WMF, tüftelte nur nebenbei an seinem Antirost-Magneten für die Spülmaschine. Doch seit seinem Auftritt in der "Höhle der Löwen" geht sein Produkt, das Rostflecken an Messern und Töpfen verhindern soll, durch die Decke. 

Vor der Ausstrahlung Mitte Oktober hatte der Stuttgarter etwas mehr als 3000 Rostschrecks verkauft, seitdem sind es mehr als 600.000 Stück. Egal, bei welchen Discountern und Drogerien der Rostschreck in den vergangenen Wochen in die Regale kam - innerhalb kurzer Zeit war er ausverkauft. Allein bei Aldi Süd gingen in wenigen Stunden 100.000 Stück weg. "Wir könnten viel mehr Rokitta's Rostschreck verkaufen, haben aber zu wenig Ware. Zurzeit fahren wir die Produktion hoch, damit wir unsere Kunden mit neuer Ware beliefern können", sagt eine Sprecherin von Ralf Dümmel, der in das Produkt investierte.

Laut Dümmels Firma DS-Produkte ist der Rostschreck sogar noch erfolgreicher als die Abflussfee, das Hype-Produkt der letzten Staffel "Die Höhle der Löwen".  Gründer Oliver Rokitta kann den Erfolg seines Produkts kaum fassen: "Ein Highlight jagt im Moment das nächste. Ich muss mich jeden Morgen kneifen und fragen, ob das alles Realität ist oder ob ich träume?", sagt Rokitta.

Rostschreck bekommt den Dümmel-Turbo

Verantwortlich für den Verkaufsturbo ist die Löwe Ralf Dümmel, der in der TV-Show als einziger Investor Interesse an einem Deal hatte und 35 Prozent der Rostschreck-Firma übernahm. "Mir war schon vorher klar: Wenn das einer macht, dann macht das Ralf Dümmel", sagt Rokitta. "Dümmel hat die Regale, hat das Knowhow, der öffnet einem Tür und Tor, wo man sonst gar nicht reinkommt." Nach der TV-Aufzeichnung im Januar reiste Rokitta als Ein-Mann-Unternehmen nach Stapelfeld bei Hamburg in Dümmels Firma DS-Produkte. Dort erwartete ihn Dümmel mit seiner gesamten Führungmannschaft aus Vertrieb, Marketing und Rechtsabteilung, um die Rostschreck-Offensive generalstabsmäßig zu organisieren. 

Den Sommer über tingelte Rokitta mit dem Rostschreck bereits über Messen für Haushaltswaren in Süddeutschland, seit der Ausstrahlung der Sendung im Oktober ist er in der Szene ein Star. "Im Januar stand ich noch neun Stunden im Laden und habe Töpfe und Pfannen verkauft und jetzt wollen die Leute auf Messen Autogramme von mir", berichtet Rokitta ungläubig. Musste er vor Kurzem noch darum kämpfen, überhaupt ein paar Quadratmeter Standfläche zu bekommen, begrüßt ihn die Messeleitung nun persönlich.

Auf dem Weg zum Millionär

Auch finanziell lohnt sich der Rostschreck-Hype für Rokitta:  "Ich gucke gar nicht aufs Konto, aber Umsatzmillionär sind wir bestimmt schon. Einkommensmillionär noch nicht, aber wir arbeiten dran." Dabei kostet das Produkt im Verkauf gerade mal zehn Euro. Zum Ausgeben des Geldes ist Rokitta noch nicht gekommen. Ein größeres Auto musste her (geleast), um mehr Ware transportieren zu können und der acht Jahre alte Laptop wurde durch ein neues Modell ersetzt. "Das war's, mehr brauche ich im Moment gar nicht", sagt Rokitta. 

Eine gute Gelegenheit zum Geldausgeben ergibt sich schon im kommenden Jahr - dann steht die Hochzeit mit Freundin Nadin an. Am Heiratsantrag konnten drei Millionen TV-Zuschauer teilhaben, denn Rokitta stellte die entscheidende Frage nach dem Pitch in der "Höhle der Löwen" direkt in die Vox-Kamera. Wie er auf diese schräge Idee gekommen ist? "Am Tag der Aufzeichnung bin ich morgens im TV-Studio angekommen, aber erst abends drangekommen. Da hatte ich viel Zeit nachzudenken und habe mir gedacht: Das machst du jetzt", erzählt Rokitta. "Das Problem war nur, dass ich dann noch neun Monate die Klappe halten musste." Beim gemeinsamen Schauen der Sendung fiel er auf die Knie und überreichte den Ring - sie hat "Ja" gesagt. 

Auf die Idee, in "Die Höhle der Löwen" zu gehen, brachte Rokitta übrigens die Abflussfee, der Verkaufsschlager aus der letzten Staffel der Sendung. "Wir haben auf dem Sofa gesessen und die Abflussfee gesehen und dachten uns: Er hat einen Problemlöser, wir haben einen Problemlöser. Da könnte man doch auch mal hingehen", erinnert sich Rokitta. Wie Abflussfee-Erfinder Bilz will er mit weiteren Erfindungen nachlegen. "Der Hype ist noch nicht zu Ende", sagt Rokitta. "Wir arbeiten schon am nächsten großen Ding - diesmal wird es was für die Waschmaschine." 

Von Abflussfee bis Towell: "Die Höhle der Löwen": Das wurde aus den 34 Deals der abgelaufenen Staffel
Anne und Stefan Lemcke von der Gewürzmanufaktur Ankerkraut holten sich in der "Höhle der Löwen" Frank Thelen an Bord. Der Löwe investierte 500.000 Euro, sodass Produktion, Logistik und Online-Shop komplett überarbeitet werden konnten. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 40. Mittlerweile ist Ankerkraut bei Rewe, Edeka und anderen Ketten gelistet. Allein im Oktober betrug der Umsatz eine halbe Million Euro.

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