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Interview

Tracktics aus "Die Höhle der Löwen": Der Daten-Gürtel, der jeden Kreisliga-Fußballer besser machen soll

Gelaufene Kilometer, Zahl der Sprints, Heatmaps - solche Statistiken kennen Fußballfans aus dem Fernsehen. Mit dem GPS-Gerät "Tracktics" kann sich nun auch jeder Amateur-Spieler analysieren wie ein Profi.

Tracktics

Die Tracktics-Gründer Patrick Haas (links) und Benjamin Bruder in der "Höhle der Löwen"

MG RTL D

Das Start-up "Tracktics" hat einen GPS-Tracker für Fußballer entwickelt, der Nachwuchskicker und ambitionierte Amateure besser machen soll. Das rund 130 Euro teure Gerät ist 32 Gramm schwer und wird in einem elastischen Gürtel getragen. In Verbindung mit der zugehörigen App liefert Tracktics Laufdaten und Bewegungsprofile der Spieler. Der stern sprach mit Gründer Benjamin Bruder vor seinem TV-Auftritt in der "Höhle der Löwen".

Herr Bruder, wie kamen Sie auf die Idee zu Tracktics?

Im Frühjahr 2013 habe ich mich in Madrid auf einen Halbmarathon vorbereitet. Dabei bin ich süchtig danach geworden, die Leistungsentwicklung von Lauf zu Lauf in den Daten zu sehen, mein Training entsprechend anzupassen und mich mit Freunden zu vergleichen. Irgendwann war die Frage in meinem Kopf, warum das gleiche nicht auch auf dem Fußballplatz möglich war. Die Idee für Tracktics war geboren. 

Was war die größte Herausforderung bei der Entwicklung?

Für uns war von Anfang an klar, dass wir eine Lösung entwickeln wollen, die niemanden zwingt einen Sport-BH zu tragen. Wir wollten stattdessen einen elastischen Gürtel, den man nicht spürt. Der GPS-Empfang ist auf Hüfthöhe vorne jedoch schwächer als zwischen den Schultern. Die größte Herausforderung war daher tatsächlich, eine leistungsfähige Kombination aus Elektronik (Hardware) und Datenfusions-Software zu entwickeln, die präzise Ergebnisse bei maximalem Tragekomfort liefert. 

Welchen Nutzen bringt Tracktics Spielern und Trainern?

Tracktics hilft Fußballtrainern und Spielern zunächst dabei, die athletische Leistung in Spiel und Training mithilfe von objektiven Leistungsdaten besser zu beurteilen. Eine zunehmende Datenmenge ermöglicht im nächsten Schritt eine Analyse von Entwicklungen und Trends, den Vergleich mit anderen Spielern und letztlich eine individuellere Trainingssteuerung. Einzelspieler nutzen die Daten auch gerne, um ihre Freunde und Mitspieler herauszufordern.

Wer nutzt die Geräte und wie viele haben Sie bereits verkauft?

Neben der Fußballschule von Real Madrid nutzen unser Teamsystem über 150 Mannschaften in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz). Vom Nachwuchsbereich der Profis bis in die Kreisliga. Zu den bekanntesten Anwendern zählen die Nachwuchsleistungszentren von Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach und Fortuna Düsseldorf. Darüber hinaus gibt es mittlerweile über 7000 Einzelspieler, die Tracktics in jedem Training und Spiel einsetzen.

Was sind die weiteren Ziele und Pläne?

Wir sind sehr zufrieden, wie sich das Jahr 2018 entwickelt hat. Wir konnten namhafte Kunden gewinnen und sind bereits das meistgenutzte Tracking-System auf Fußballplätzen in der DACH-Region. Diese führende Markposition in unserem Heimatmarkt wollen wir in den kommenden Monaten insbesondere in Zusammenarbeit mit starken Partnern weiter ausbauen. Parallel bereiten wir die Internationalisierung in weitere große Fußballnationen vor. 

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