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Tech-Milliardär: Zick-Zack-Kurs bei Elon Musk: Tesla bleibt nun doch an der Börse

Vor zwei Wochen verkündete Elon Musk den tollkühnen Plan, Tesla von der Börse zu nehmen und löste in der Finanzwelt heftige Unruhen aus. Jetzt allerdings zieht der Tech-Milliardär sein Vorhaben zurück und stellt sein Unternehmen vor eine Klagewelle und Aufsichtsuntersuchungen.

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Alles nur eine Farce? Tesla-Chef Elon Musk hielt die Finanzwelt 17 Tage lang mit seinem waghalsigen Plan eines Börsenrückzug in Atem. Nun hat der E-Auto-Pionier die Aktion genauso überraschend abgeblasen, wie er sie angekündigt hatte. Damit hat Musk ein Großprojekt weniger am Hals und kann sich auf Teslas Hoffnungsträger Model 3 konzentrieren. Doch das Chaos, das er angerichtet hat, könnte ernsthafte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Durch den Zick-Zack-Kurs verliert Musk zudem weiter an Glaubwürdigkeit. Wird der Starunternehmer für Tesla zur Belastung?

"Die meisten unserer Aktionäre glauben, dass wir als öffentliches Unternehmen besser aufgestellt sind", teilte Musk Freitagnacht im Firmen-Blog mit. Das ist eine radikale Kehrtwende - zuvor hatte er noch getwittert, zwei Drittel der Investoren würden mitziehen. Warum Musk kein Feedback einholte, bevor er im Alleingang mit seinem tollkühnen Plan vorpreschte - rätselhaft. Tesla verlor nun jedenfalls keine Zeit, die Idee zu begraben - ein Spezialausschuss zur Prüfung des Börsenrückzugs gab bereits seine Auflösung bekannt.

Elon Musk widerspricht sich gerne und oft

Kann man den Tesla-Chef nach dieser Posse noch ernst nehmen? "Was Musk Freitagnacht geschrieben hat, widerspricht allem, was er zuvor getwittert hatte", sagte Analyst Gene Munster dem Finanzdienst Bloomberg. Irgendwann werde sich die Aufregung zwar wieder legen, es sei aber keine Situation, die man einfach so vergessen könne. Rechtsprofessor Stephen Diamond von der Santa Clara University glaubt, dass Teslas Verwaltungsrat Musk letztlich zur Räson brachte, um den Schaden zu begrenzen: "Sie mussten die Farce beenden".

Statt dem Druck der Märkte durch einen Börsenabgang zu entkommen, hat Musk jetzt noch mehr Stress. Denn das rechtliche Nachspiel beginnt gerade erst. Die Börsenaufsicht SEC hat laut US-Medien bereits Vorladungen verschickt, zudem droht eine Klagewelle. Über 15 Kanzleien trommeln Aktionäre zusammen, die sich von Musk getäuscht sehen. Darunter sind bekannte Anwaltsfirmen wie Hagens Berman und Lieff Cabraser, die bereits von anderen Konzernen wie etwa Volkswagen im Abgas-Skandal milliardenschwere Entschädigungen erstritten haben. 

Tesla drohen heftige Konsquenzen

Zum Verhängnis könnten Musk vor allem zwei Wörter werden: "Finanzierung gesichert". Sie sind Teil des inzwischen legendären Tweets, mit dem er am 7. August angekündigt hatte, Tesla zum Kurs von 420 Dollar von der Börse nehmen zu wollen. Die Aktie schoss daraufhin kräftig nach oben, was Spekulanten, die auf einen Kursverfall wetten, massive Verluste einbrockte. Doch es machte sich rasch Skepsis breit. Denn die Privatisierung wäre eine finanzielle Herkulesaufgabe. Tesla wäre bei Musks Kursziel insgesamt mit rund 72 Milliarden Dollar bewertet worden, zudem hat die Firma etwa zehn Milliarden Schulden. 

Musk hält zwar weiter an seiner Behauptung fest, dass "mehr als genug" Finanzmittel vorhanden gewesen wären, um Tesla von der Börse zu nehmen. Wo genau das Geld hätte herkommen sollen, erklärt er aber nicht. Deshalb muss sich Tesla auf eine langwierige SEC-Untersuchung einstellen und ist mit Sammelklagen wegen irreführender Aussagen und Marktmanipulation konfrontiert. All das kommt zur Unzeit. Musk wirkt bereits angeschlagen wie selten zuvor. Jüngst erst schockte er Aktionäre mit einem emotionalen "New York Times"-Interview, in dem er sich unter Tränen als getriebener Workaholic mit Gesundheitsproblemen und Schlafmittelkonsum outete.  

Das Model 3 hat einen starken Konkurrenten

Inzwischen treibt manch Großaktionär die Befürchtung um, dass der Superstar des Silicon Valley, der Tesla bislang als Ein-Mann-Show führt, selbst zum größten Risiko für das Unternehmen wird. Denn ausgerechnet jetzt durchläuft Tesla mit seinem Hoffnungsträger Model 3 die wohl kritischste Produktionsphase, weshalb Musk eigentlich stärker denn je gefordert ist. Ende Juni hatte der Firmenchef noch aufgetrumpft, als mit über einem halben Jahr Verspätung endlich das Produktionsziel erreicht wurde, pro Woche 5000 Einheiten des ersten günstigeren Tesla-Modells vom Band laufen zu lassen.

Doch auch die Zweifel an der Nachhaltigkeit der Model-3-Fertigung steigen. "Unsere Experten fanden zahlreiche Qualitätsprobleme wie fehlende Schrauben, starken Lärm oder ungleichmäßige Spaltmaße", heißt es in einer aktuellen UBS-Analyse. Im Vergleich dazu steche der Chevy Bolt - das ist der Model-3-Rivale von General Motors - äußerst positiv hervor. Parallel dazu berichtete die Website "Business Insider" unter Berufung auf interne Unterlagen von Tesla von einer enormen Fehlerquote. Mehr als 4300 der 5000 in der letzten Juniwoche gefertigten Model 3 mussten demnach überarbeitet werden.

Sollte Tesla sich nach neuen Führungskräften umsehen?

Mit Blick auf Teslas strapazierte Kapitaldecke hat sich Musk mit dem Wirbel um eine mögliche Privatisierung erst recht keinen Gefallen getan. Um den Eindruck zu zerstreuen, der Tweet zum Börsenrückzug sei ein Bluff gewesen, wurden kostspielige Maßnahmen zur Prüfung der Idee ergriffen. So ließ sich Tesla etwa von der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake und von den Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley beraten - sowas ist nicht billig. Hinzu kommen Rechtskosten wegen der Sammelklagen und der SEC-Ermittlungen. 

Beim Aktienkurs hat Musk sich ebenfalls einen Bärendienst erwiesen - bei Anlegern kam das chaotische Hin und Her nicht gut an. Die Aktie notierte schon am Freitag rund sechs Prozent tiefer als vor Musks vermaledeitem Tweet. Am Montag ging es vorbörslich weiter deutlich bergab. "Investoren haben viele offene Fragen", sagte Experte Jeffrey Osborne vom US-Investmenthaus Cowen im Finanzsender CNBC. Es sei an der Zeit, dass Tesla sich nach neuen Führungskräften umschaue. 

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sve / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.