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Angriff der Panzerknacker: Warum in Deutschland fast alle zwei Tage ein Geldautomat in die Luft fliegt

Im Jahr 2015 wurden so viele Geldautomaten gesprengt wie nie zuvor: Rein statistisch flog fast alle zwei Tage ein Automat in die Luft. Die Beute ist gering, aber die Schäden sind gewaltig.

Von Rolf-Herbert Peters

Ein gesprengter Geldautomat in Niedersachen

Wie hier in Niedersachsen flogen 2015 unzählige Geldautomaten in die Luft.

Am Silvestertag knallte es im niedersächsischen Ramsloh so heftig, dass den Dorfbewohnern die Ohren klingelten. Es war kein gewöhnlicher Böller. Es war eine Explosion. Gegen 4.25 Uhr hatten zwei Räuber einen Geldautomaten gesprengt. Sie hatten ein Gas-Luft-Gemisch in den Apparat geleitet und es mit einer Lunte gezündet. Nachbarn sahen noch, wie sie in einem schwarzen BMW davonrasten.
Zurück blieb eine verwüstete Filiale der Oldenburgischen Landesbank, der Boden übersät mit Fünfeuroscheinen.

Geldautomaten-Attacken nehmen zu

Der Rums von Ramsloh markiert den letzten Überfall eines Jahres, das Banker wie Polizei in Atem hielt: 2015 detonierte fast alle zwei Tage irgendwo in Deutschland ein Bankomat. Mindestens 150 Cash-Maschinen wurden nach Angabe der Landeskriminalämter geknackt – so viele wie nie zuvor.
Wartungsfirmen vermuten eine noch höhere Zahl. Allein in Niedersachsen passierte es 28-mal, in Nordrhein-Westfalen 67-mal. „Modernen Bankraub“ nennt die Polizei die gasbetriebene Plünderei.

Geldautomaten als leichte Beute

Die Bankinstitute sind aufgeschreckt. Den Ganoven scheinen ihre rund 60.000 Cash-Maschinen zunehmend als leichte Beute zu gelten. Inzwischen suchen die privaten und öffentlichen Banken gemeinsam nach Abhilfe. Ihre Experten beraten sich regelmäßig in einer „Cash-Working-Group“ in Frankfurt a. M. Bislang ohne Erfolg, wie die steigenden Fallzahlen zeigen. Dabei bereiten die Banknoten den Experten bisher weniger Kopfzerbrechen. Die sind versichert, und oft können die Täter das Geld gar nicht erst ergattern, weil sie zu wenig Gas verwenden. Oder zu viel, wodurch die Scheine zerstört werden. In Berlin mussten die Räuber in zehn von elf Fällen ohne Beute flüchten. Die Institute machen sich vor allem aus einem anderen Grund Sorgen. Sie befürchten, dass irgendwann unter ihren Logos die ersten Schwerverletzten oder gar Toten liegen. Vergangenes Jahr erlitt eine Polizistin in der Hauptstadt eine Gasvergiftung, eine Passantin wurde von Glassplittern verletzt. „Ein Wunder, dass noch nichts Schlimmeres passiert ist“ , sagt Stefan Petersen, Polizeisprecher in Berlin.

Kleine Beute, großer Schaden

Die Panzerknacker schrecken auch vor Automaten in Wohnhäusern, Baumärkten oder Bahnhöfen nicht zurück. Oft lädieren sie dabei die Statik der Gebäude. Allein in Nordrhein-Westfalen richteten sie im vergangenen Jahr Sachschäden in Höhe von 4,6 Millionen Euro an. Im Juni brannte im brandenburgischen Städtchen Altdöbern ein ganzes Einkaufszentrum ab.


Bisher sind die Ermittlungserfolge der Polizei überschaubar. So erwischte sie am Tag vor Heiligabend drei junge Männer im nordrhein-westfälischen Dorsten-Holsterhausen, die in einem gestohlenen Audi RS 4 auf Beutetour waren. Ihnen wird vorgeworfen, Automaten in sieben Sparkassen, fünf Volksbanken und einer Postfiliale zerlegt zu haben. Frank Federau vom Landeskriminalamt Niedersachsen sagt: „Trotz solcher Festnahmen gibt es keinen Grund zur Entwarnung.“ Er schätzt, „dass bundesweit 150 bis 200 Personen arbeitsteilig aktiv sind. Sie stammen vorwiegend aus den Niederlanden und Polen“. Hinzu kommen deutsche Nachahmer.

Geldautomaten sicherer machen

Die Behörden verlangen von den Geldinstituten mehr Investitionen in die Sicherheit. Etwa in permanent feuernde Serienzünder, die eintretendes Gas sofort schadlos abfackeln, wodurch Explosionen unmöglich werden. Doch die Banken scheuen die Zusatzausgaben für ihre bis zu 40.000 Euro teuren Automaten, gerade in den kleinen, ohnehin oft defizitären Filialen. „Entscheiden müssen immer die Betreiber vor Ort“ , sagt Kerstin Altendorf vom Verband „Die Deutsche Kreditwirtschaft“ .


Als besonders wirksamen Schutz empfiehlt die Polizei Einfärbesysteme. Hierbei werden die Banknoten bei Gewaltanwendung mit Farbe übergossen. Das schrecke Bankräuber ab. In den Nachbarländern, etwa Frankreich oder den Niederlanden, sei die Technik inzwischen weit verbreitet, weshalb sich die Täter nun Deutschland vornähmen. Kerstin Altendorf weist die Polizeilogik zurück: „Auch eingefärbte Geldscheine sind gültige Scheine.“ Es gebe sogar einen Markt für sie, und im Internet fänden sich Reinigungsanleitungen. Sie mahnt bei den Behörden schnellere Einsätze und mehr „Fahndungsdruck“ an.

Auch 2016 detonieren wieder Automaten

Während zwei sich streiten, freuen sich die Dritten. In der Nacht des Dreikönigstags jagten Panzerknacker einen Sparkassenautomaten im westfälischen Oestinghausen in die Luft. Nummer eins im Jahr 2016. Ans Geld kamen sie mal wieder nicht. Am Folgemorgen stand nur noch ihre rote Gasflasche vor der zertrümmerten Filiale – wie ein Fanal.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.