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Konjunktur: Arbeitsplatzabbau im Osten stärker als im Westen

Auch 2003 gab es keinen "Aufschwung Ost". Im Gegenteil, die Konjunkturflaute hat im vergangenen Jahr in Ostdeutschland prozentual mehr Arbeitsplätze vernichtet als im Westen.

In den neuen Bundesländern sei die Zahl der Erwerbstätigen um 1,7 Prozent zurückgegangen, in den alten Ländern nur um 0,8 Prozent, teilte das Statistische Landesamt Hessens stellvertretend für den "Arbeitskreis Erwerbstätigenrechnung" am Donnerstag mit. In absoluten Zahlen seien im Westen 266.000 Stellen verloren gegangen, im Osten einschließlich Berlin 126.000. Insgesamt nahm die Erwerbstätigenzahl in Deutschland damit um 392.000 oder ein Prozent ab. Dies war der größte Arbeitsplatzverlust seit dem Rezessionsjahr 1993. Den stärksten Jobabbau registrierten die Statistiker prozentual in Mecklenburg-Vorpommern gefolgt von Thüringen. Die wenigsten Jobs gingen in Niedersachsen und im Saarland verloren.

Rückgang trifft vor allem die abhängig Beschäftigten

"Der Rückgang der Erwerbstätigkeit traf 2003 die abhängig Beschäftigten besonders stark", erklärten die Statistiker. Im früheren Bundesgebiet seien 1,1 Prozent dieser Arbeitsplätze und in Ostdeutschland (ohne Berlin) sogar zwei Prozent verloren gegangen. Dagegen habe die Zahl der Selbstständigen auch wegen der neuen Existenzgründungszuschüsse wie die Ich AG sowohl in den Ost- als auch in Westdeutschland zugenommen.

In absoluten Zahlen schrumpfte die Erwerbstätigenzahl mit einem Rückgang um 89.000 in Nordrhein-Westfalen den Angaben zufolge am deutlichsten. Bezogen auf die gesamte Erwerbstätigenzahl wurden aber in Mecklenburg-Vorpommern die meisten Stellen abgebaut: Hier gingen 2,4 Prozent der Arbeitsplätze verloren. In Thüringen sank die Erwerbstätigenzahl um 2,3 Prozent, in Berlin um zwei Prozent. Niedersachsen und das Saarland kamen mit einem Verlust von 0,4 Prozent der Jobs davon.

Seit 1995 hat sich die Erwerbstätigenzahl in Ostdeutschland um 6,6 Prozent auf 5,6 Millionen verringert, während sie im Westen um 4,7 Prozent auf 31,1 Millionen gestiegen ist.