HOME

Daimler-Chrysler: Schröder kritisiert Jobabbau bei Mercedes

Gerhard Schröder hat den geplanten Stellenabbau bei Mercedes zum Anlass für eine Schelte der deutschen Dax-Unternehmen genommen. Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement flankiert die Kritik des Kanzlers.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Arbeitsplatzabbau in deutschen Unternehmen kritisiert. Auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement übte Kritik am geplanten Abbau von 8500 Stellen beim Stuttgarter Autobauer Daimler-Chrysler.

Die Politik treffe entsprechende Entscheidungen nicht, sie werde aber hinterher oft gefragt, was die Politik eigentlich mache, sagte Schröder in einem Interview mit der "Sächsischen Zeitung". Deshalb sei er dafür, auch mit der Wirtschaft über die Verteilung von Verantwortung zu reden. Mit Blick auf Mercedes sagte er: "Es kann doch nicht so sein, dass deutsche Dax-Unternehmen glänzend verdienen, aber die Probleme, die sich aus der verschärften internationalen Konkurrenz ergeben, ausschließlich der Politik vor die Türe gelegt werden." Der Stuttgarter Autobauer Daimler-Chrysler hat bei seiner Tochter Mercedes einen Abbau von 8.500 Stellen angekündigt.

Die Verantwortung der Wirtschaft

In der Sendung "Berlin Mitte" hatte zuvor Wolfgang Clement gegenüber dem Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Jürgen Thumann, die gleiche Position wie Schröder vertreten. Clement kritisierte, dass die Wirtschaft ständig niedrigere Steuern und Abgaben fordere und dann dem Staat immer mehr Arbeitslose übergebe. Das gehe so nicht zusammen, konstatierte Clement. Der CDU-Politiker Dieter Althaus sagte, dass es bei großen deutschen Unternehmen in der Vergangenheit "natürlich auch Fehler im Management" gegeben habe.

Bei einem Unternehmertag in Weimar hatte Wolfgang Clement des weiteren auf das Fehlen von 32.000 Lehrstellen in Deutschland hingewiesen. Das gehe aus ersten Prognosen zum Ausbildungsmarkt hervor, sagte Clement. Genaue Zahlen würden Mitte Oktober vorgelegt. Er hoffe, dass diese Lehrstellenlücke bis zum Jahresende noch geschlossen werden könne. Clement forderte die Unternehmen auf, sich stärker um den Nachwuchs zu kümmern. "Keine Schule sollte ohne Patenschaft sein."

ni