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US-Finanzkrise: Dax und Dow schießen erneut in die Höhe

Die Details des Planes, mit dem die US-Regierung den Finanzmarkt stabilisieren will, stehen noch aus, doch allein die Ankündigung reichte, um Dax und Dow Jones erneut nach oben zu treiben. Schon in der nächste Woche soll der Gesetzentwurf für das Rettungspaket verabschiedet werden.

Nach der Ankündigung eines Rettungsplanes für das taumelnde US-Finanzsystem durch die Regierung in Washington hat der Aktienmarkt mit einem Kursfeuerwerk reagiert. Der Dax schloss am Freitag mit einem Plus von 5,56 Prozent auf 6189,53 Punkte. Damit konnten die dramatischen Verluste im Laufe der Woche fast ausgeglichen werden, im Wochenvergleich stand nur noch ein Minus von 0,72 Prozent zu Buche. Der MDax gewann 5,38 Prozent auf 7819,17 Zähler. Der TecDax stand 5,05 Prozent höher bei 747,99 Punkten.

In Europa fielen die Kursgewinne noch stärker aus. Der EuroStoxx 50 stieg um 8,40 Prozent auf 3252,93 Zähler. Die Börsen in London und Paris verbuchten ebenfalls ein Plus von rund 9 Prozent.

In New York schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte 3,4 Prozent im Plus bei 11.388 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte vier Prozent auf 1254 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 3,4 Prozent auf 2274 Punkte.

Die US-Regierung hatte am Freitag erste Einzelheiten des umfassenden Rettungspakets für die Finanzbranche bekanntgegeben. Finanzminister Henry Paulson erklärte, es werde hunderte Milliarden Dollar umfassen. Die US-Finanzinstitute sollen unter massiven Einsatz von Steuergeldern von der Last fauler Kredite befreit werden. Präsident George W. Bush nannte das Programm "unerlässlich". Es gelte, so rasch wie möglich das Vertrauen in "unsere Märkte und Finanzinstitutionen wiederherzustellen".

Gesetzentwurf bereits nächste Woche

Finanzminister Paulson kündigte an, er wolle während des Wochenendes mit dem US-Kongress an entsprechenden Gesetzesvorlagen arbeiten. Die Entwürfe sollen bereits in der nächsten Woche verabschiedet werden. Bush und Paulson räumten aber ein Risiko für die Steuerzahler ein. "Ich bin überzeugt, dass dieser kühne Ansatz amerikanische Familien weit weniger kostet als die Alternative: weitere Zusammenbrüche von Finanzinstitutionen und ein eingefrorener Kreditmarkt, der Wirtschaftswachstum nicht mehr finanzieren kann", sagte Paulson. Bush zeigte sich zugleich überzeugt, dass die eingesetzten Mittel zurückfließen würden.

Anleger hatten zuletzt große Summen aus den Geldmarktfonds abgezogen. Dadurch kamen Fondsgesellschaften und andere Finanzhäuser in große Schwierigkeiten. Der Markt dieser Anlageform ist Expertenschätzungen zufolge mehrere Billionen Euro schwer. Die Flucht auch aus diesen vergleichsweise sicheren Papieren zeigt laut Marktbeobachtern das Ausmaß der Vertrauenskrise.

Die geplante Einlagensicherung gleicht den auch in Deutschland üblichen Garantien für Sparbücher und Girokonten. Sie soll wieder Vertrauen herstellen. Das Garantieprogramm soll zunächst für ein Jahr gelten. Die beteiligten Fondsgesellschaften und Finanzhäuser müssen für die Teilnahme an dem Programm Geld aufbringen. US-Präsident George W. Bush habe die nötigen Mittel bereits freigegeben.

Die Geldmarktfonds spielten für die Finanzmärkte eine wichtige Rolle, hieß es in der Mitteilung des Finanzministeriums. Das Vertrauen in sie zu erhalten sei wichtig für die Stabilisierung der Märkte.

DPA / DPA