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Weihnachtsgeschäft: Stürmischer Auftakt

Der erste große Weihnachts-Kundenansturm stimmt den Einzelhandel optimistisch: Am ersten Adventssamstag klingelten die Kassen stärker als vor einem Jahr. Aber Umfragen dämpfen die Erwartungen schon wieder.

Gekauft wurden laut HDE neben Adventsdekoration vor allem Unterhaltungselektronik, Digitalkameras, CDs, DVDs, Bücher, Spielwaren, Parfüm und Kosmetikartikel, Glas, Porzellan und hochwertige Haushaltswaren.

Stimmung im Einzelhandel hellt sich auf

"Die Stimmung im Einzelhandel hellt sich auf", erklärte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr in Berlin. "Rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft scheint die Konsumfreude nach Deutschland zurückgekehrt zu sein." Das habe die Trendumfrage des Verbands unter Geschäften in ganz Deutschland ergeben. Die Läden registrierten seit Mitte November eine wachsende Nachfrage.

Die Hoffnung des Handels ist nach den Worten Pellengahrs gewachsen, den gesamten November-Umsatz in den letzten Tagen des Monats noch ins Positive zu wenden. Hinzu komme, dass zahlreiche Städte am letzten Sonntag im November anlässlich der Weihnachtsmärkte eine Öffnung der Geschäfte erlaubten. Insgesamt sei die Branche zuversichtlich, das diesjährige Weihnachtsgeschäft mit einem leichten Umsatzplus abzuschließen, erklärte der HDE.

Umfrage: Kauflust der Verbraucher kommt nicht recht in Gang

Doch Umfragen lassen für Einzelhändler nicht so Recht auf die Trendwende hoffen: Die Kauflust der Bundesbürger wird sich nach einer repräsentativen Umfrage auch im kommenden Adventsgeschäft in engen Grenzen halten. Jeder Dritte plane dieses Jahr sogar weniger Ausgaben für Weihnachtsgeschenke. Dies ergaben die Antworten von 1010 Befragten ab 14 Jahren im Auftrag der dpa. Nur zehn Prozent wollen danach spendabler sein als im vorigen Jahr. Auch bei den Ausgaben für Essen und Trinken orientieren sich zwei von drei Bürgern am Vorjahresniveau.

Beim Kauf von Geschenken wollen sich vor allem Frauen (38 Prozent) und die mittleren Jahrgänge der 35- bis 54-Jährigen (40 Prozent) zurückhalten. Immerhin wollen bei den Jüngeren von 14 bis 19 Jahren 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr für Geschenke tiefer in die Tasche greifen.

Jeder Fünfte (21 Prozent) beabsichtigt, dieses Jahr zu Weihnachten weniger für Essen und Trinken auszugeben. Nur jeder Zehnte will mehr für kulinarische Genüsse beim Fest investieren. Bei Reiseplänen ändert sich für 59 Prozent nichts an ihrem Budget. Sie fahren entweder gar nicht weg oder wollen zumindest nicht mehr dafür ausgeben als im vorigen Jahr. Immerhin 28 Prozent wollen sogar einen billigeren Weihnachtsurlaub als im vergangenen Jahr. Nur 12 Prozent haben höhere Reisekosten veranschlagt. Auch hier sind aber die 14- bis 19-jährigen konsumfreudiger als der Durchschnitt.

Auch eine Umfrage von Infratest im Auftrag von "MDR aktuell" ergab, dass knapp die Hälfte der Deutschen in diesem Jahr weniger Geld für Weihnachtsgeschenke als vor 12 Monaten hat. 46 Prozent der Ostdeutschen und 41 Prozent der Westdeutschen - insgesamt 42 Prozent - könnten weniger für Geschenke ausgeben. Für 47 Prozent der Befragten in Ost und West ändert sich laut Umfrage nichts. Ihr Etat für Weihnachtsgeschenke ist gleich geblieben. Nur 8 Prozent hätten mehr Geld für Geschenke. Die Meinungsforscher befragten 1000 Deutsche in Ost und West am 23. und 24. November.

DPA