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9. Dezember 2008, 14:51 Uhr

Jenseits in Afrika

Wer es leid ist, sich mit seinem Offroader in Kiesgruben oder extra angelegten Club-Parcours streng geregelt auszutoben, für den bieten Land Rover & Co. spezielle Touren weit, weit weg. Zum Beispiel in Namibia.

Land Rover Experience, Afrika

Mit sechs Personen plus Begleitung startet die Land Rover Experience Tour© Hersteller/Press-inform

Sand. Überall Sand. Roter Sand, brauner Sand, weißer Sand. Feiner Sand. Er kriecht durch die Lüftungsritzen und zwischen die Zähne. Er liegt auf den Schlafsäcken und darin. Wenn man sich die Schuhe zubindet, stieben kleine Sandwölkchen aus den Schnürsenkeln. Der Sand verklebt die Augen, bahnt sich seinen Weg bis in die Stirnhöhlen. Kurz: Ideale Bedingungen für die Teilnehmer der Land Rover Experience Tour durch Namibia.

Im Terminal 1B des Frankfurter Flughafens haben sie sich überhaupt erst kennen gelernt. Anna, die das Abenteuer von ihrem Vater als Geschenk zum Abitur bekommen hat und Lukas, ihr Freund. Eigentlich wollte Annas Vater ja mit - doch dann kam ein beruflicher Termin dazwischen und Lukas musste einspringen. Neben den beiden stehen Leda und Felix. Sie ist gebürtige Italienerin, beide leben in der Nähe von Salzburg. Felix fährt auch privat Discovery und weiß, wie man damit in schwerem Gelände voran kommt. Ela und Uta machen die Gruppe perfekt. Die beiden sind Arbeitskolleginnen bei einer Designagentur in Nürnberg, sind Defender-Fans und haben vor der Reise erst einmal ein Offroad-Training mitgemacht.

Dazu ich. Und schließlich Markus. Er ist eigentlich Datenschützer von Beruf, arbeitet in seiner Freizeit aber für die Eventagentur APS als Offroad-Instruktor. APS organisiert - unter anderem - die Experience-Touren für Land Rover.

Land Rover Experience, Afrika

Die zwei Defender/Discovery und ein vollgepackter PickUp sind mit allem ausgestattet, was man abseits asphaltierter Straßen braucht© Hersteller/Press-inform

Mit sechs Personen plus Begleitung ist die Gruppe gerade an der unteren Teilnehmergrenze. Und, so wird sich in den kommenden Tagen zeigen: Sie ist perfekt zusammengewürfelt. Die Chemie stimmt auf Anhieb. Und je länger sie zusammen sind, desto besser kommen sie miteinander klar, desto eingespielter funktioniert das Team.

Namibia dagegen stellt sich erst einmal quer. Es regnet, als wir nach ermüdend langem Flug in Windhoek ankommen - irgendwie nicht ganz das, was man sich unter einem Trip in die Wüste vorgestellt hat.

Auf dem Parkplatz warten bereits die beiden einheimischen Guides mit den Wagen. Oliver ist der Sohn des lokalen Veranstalters und hat gerade eine Schulung über die Tierwelt im Süden Afrikas hinter sich. Erich ist ein Freund von Olivers Vater, ein erfahrener Haudegen und blendender Organisator des Alltags draußen im Gelände.

Sie haben die Land Rover dabei, die in den nächsten neun Tage unser Zuhause sein werden - zwei Defender, zwei Discovery und ein vollgepackter PickUp. Ausgestattet mit allem, was man so braucht abseits asphaltierter Straßen, ohne Supermarkt um die Ecke und ohne Handy-Netz. Hinten brummen Kühlkästen vor sich hin, vollgepackt mit Wasser, Coke und Säften. Und Bier fürs Lagerfeuer. Daneben stehen palettenweise Wasserflaschen. "Viel trinken", mahnt Markus, "viel trinken ist hier wichtig, um nicht zu dehydrieren."

Doch so schnell entlässt einen auch in Namibia die Zivilisation nicht in die Wildnis. Im leichten Regen geht es von Windhoek gen Norden - auf der linken Spur, daran gewöhnt man sich schnell. Selbst auf den Asphaltstraßen tendiert die Verkehrsdichte gegen Null. Später auf den Schotterpisten wird jedes entgegenkommende Auto per Funk vom Führungsfahrzeug gemeldet, damit man sich nicht erschreckt. Es wird Tage geben, da kommt kein einziges Fahrzeug: Namibia ist etwa doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nur 1,9 Millionen Einwohner. Und die meisten davon leben in den Städten und Dörfern.

Zwischen Bloedkoppe und Eisenberg

Die Hierarchie des Straßennetzes in Namibia ist klar und einfach: Die gut ausgebauten, zweispurigen Asphaltstraßen der Kategorie "B" entsprechen in etwa unseren Autobahnen, die planierten Schotterpisten der Klasse "C", an denen zwei Autos problemlos aneinander vorbei kommen, den Bundesstraßen. Ab F wird es abenteuerlich.

Über den Status Schotterstraße kommen wir am ersten Tag allerdings noch nicht hinaus - aber auch die schütteln die Defender mit ihren Blattfedern schon so tüchtig durch, dass es im Laderaum vernehmlich scheppert und kracht. Jetzt wird klar, warum die Kühlkästen massive Aluminiumwände haben. Erstes Ziel ist die Mount Etjo Safari Lodge im Okonjati Wildreservat unweit von Kalkfeld.

An die vielen deutschen Namen in Namibia haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Wir sind am "Elefanten-" und am "Eisenberg" vorbei gefahren, an den "Groß Barmen Hot Springs". Auf der Landkarte haben wir die "Bloedkoppe" entdeckt und den "Brandberg". Die größten Supermärkte in den Dörfern gehören zu "Spar" und Schilder in den Schaufenstern der Bäckereien werben für "Frische Broetchen".

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