12. April 2012, 09:08 Uhr

Politiker fordern Gesundheitschecks für Autofahrer

Müssen Autofahrer regelmäßig zum Gesundheitscheck? Die Debatte ist neu entbrannt, weil laut aktueller Statistiken vor allem Senioren häufig Unfälle verursachen. Der Verkehrsminister sperrt sich.

Führerschein, Fahrerlaubnis, Gesundheitscheck, Ramsauer, Verkehrsminister

Neue Zahlen: Senioren ab 65 Jahre verursachen demnach anteilsmäßig häufiger Unfälle©

Wegen angeblich steigender Unfallzahlen von Senioren wird wieder über regelmäßige Gesundheitstests für Autofahrer diskutiert. Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) sprach sich in der "Bild"-Zeitung dafür aus, dass sich Autofahrer spätestens alle 15 Jahre ärztlich auf ihre Fahrtauglichkeit untersuchen lassen. Auch die Grünen fordern obligatorische Gesundheitstests - und zwar unabhängig vom Alter.

Dagegen möchte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) das Urteil über die Fahrtüchtigkeit dem Hausarzt überlassen: "Ältere Verkehrsteilnehmer dürfen nicht diskriminiert werden. Entscheidend für die Fahrtüchtigkeit ist nicht das Alter, sondern der Gesundheitszustand." Ramsauer will, dass sich Senioren regelmäßig von ihrem Arzt beraten lassen.

Senioren verursachen häufig Unfälle

Neumann verwies darauf, dass ab 2013 EU-weit der Führerschein jeweils nur noch für 15 Jahre gilt. Der SPD-Politiker betonte: "Bei der Verlängerung von Führerscheinen darf es keinen Automatismus mehr geben. Der Bundesverkehrsminister sollte die Chance nutzen, parallel zur Einführung der 15-jährigen Befristung von Führerscheinen auch regelmäßige Gesundheitstests zur Pflicht zu machen." Der Hamburger Innensenator stützt sich dem Bericht zufolge auf neue Zahlen: Danach haben Senioren ab 65 Jahre mit 61,6 Prozent den höchsten Verursacheranteil am Unfallgeschehen in der Hansestadt.

Unterstützung erhielt Neumann vom verkehrspolitischen Sprecher der Grünen im Bundestag, Stephan Kühn. Er forderte in der Zeitschrift "AutoBild", den Gesundheitscheck schon jetzt vorzuschreiben, wenn der Führerschein älter als 15 Jahre ist: "Die eigene Fahrtauglichkeit falsch einzuschätzen ist keine Altersfrage."

dho/DPA
 
 
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