Die Erfolgsgeschichte der "Kotzknolle"

27. Juli 2013, 11:50 Uhr

Der VW Passat feiert den 40. Geburtstag. Ein prickelndes Image hat er nicht, dafür gilt er als verlässlich. Das macht ihn zur erfolgreichsten Mittelklasse-Limousine. Ein Rückblick in Bildern.

40 Jahre, VW Passat

Auch nach 40 Jahren besticht der erste Passat durch seine klaren Linien.©

Insgesamt sieben Passat-Generationen fahren seit 40 Jahre in jedem Winkel der Welt. Mit über 15 Millionen Fahrzeugen zählt der seit dem Juli 1973 erhältliche Passat hinter dem Golf und dem Käfer zu den meistverkauften Autos des VW-Konzerns. Und wie der Golf ist der Passat ein Wagen ohne Ecken und Kanten. Er polarisiert nicht. Seit 40 Jahren überzeugt er mit großem Nutzwert, guter Qualität und hoher Verlässlichkeit. Auffällige Designexperimente und ein besonderes Image hat der Passat für seinen Erfolg nicht benötigt. Im Gegenteil. Die vierte Generation des Passats wurde seinerzeit in einer Designkritik als "Kotzknolle" beschimpft. Eine wüste Wortwahl, doch dem damaligen Passat der vierten Generation ohne Grill sieht man an: Der Kritiker hat Recht gehabt - der Wagen sieht wie eine überdimensionierte Kartoffel aus. Stern.de zeigt Ihnen, wie sich der Passat im Laufe der Jahre entwickelt haben.

Der Volkswagen für die Familie

Häufig wird vergessen, dass der Passat und nicht der Golf bei VW den Bruch mit den Modellen der Nachkriegsära markierte. Der Golf wurde ein Jahr später als der Passat präsentiert.

Der Passat I zählte zu den sichersten und komfortabelsten Fahrzeugen seiner Zeit. Und das, obwohl Sicherheitsgurte bei dem zu Preisen ab 9060 DM angebotenen VW nicht zum Inventar gehörten. Für das Plus an Sicherheit sorgte vor allem sein Fahrwerk in Kombination mit dem im Gegensatz zu seinen Vorgängern vornlängs eingebauten wassergekühlten Reihenmotor und dem damit verbundenen Frontantrieb.

Für die damalige Zeit war das eine Revolution. Erst recht in Wolfsburg, denn vorher setzte VW allzu lange auf den bewährten, aber hoffnungslos veralteten luftgekühlten Boxermotor im Heck. Auch im Design markierte der eckige Passat einen auffälligen Bruch mit den rundlichen Vorgängern. Mit seinem geringen Gewicht und der hohen Nutzlast war er das richtige Fahrzeug für die erste Ölkrise.

Drei Benzinaggregate mit bis zu 85 PS beschleunigten den VW bis knapp 170 Kilometer pro Stunde. 1974 kam die Kombiversion Variant auf den Markt. Die bis Oktober 1980 produzierte erste Generation wurde innerhalb der siebenjährigen Bauzeit um fünf weitere Motorenvarianten erweitert. Der Stärkste im Bunde war mit 110 PS der 1,6 Liter große Benzinmotor aus dem GLI, den er sich mit dem ersten Golf GTI teilte. Einen Passat GTI hat es in Serien bis heute nicht gegeben. Lediglich ein Einzelstück ist ab und zu, wie zuletzt auf der Techno Classica in Essen, zu sehen. Neben den Benzinern startete 1978 der erste Dieselmotor im Passat seinen Erfolgskurs. Der 1,5 Liter große Selbstzünder leistete 50 PS und verbrauchte 7,5 Liter auf 100 Kilometern. Auf Landstraßentempo kam er erst nach schier endlosen 21 Sekunden.

Hier sieht man deutlich, dass es im Motorenbau doch gewaltige Fortschritte gab. Der aktuelle Passat, obwohl wesentlich größer und schwerer, schöpft fast das Dreifache an Leistung aus einem Motor, der mehr als ein Drittel weniger verbraucht.

40 Jahre VW Passat
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