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15. Oktober 2007, 16:39 Uhr

Absatteln in der Intensivstation

Im Herbst geht die Motorrad-Saison zu Ende. Viele Fahrer blieben 2007 auf der Strecke, andere landeten im Krankenhaus. stern.de suchte dort die jungen, verrückten Raser und erlebte eine Überraschung.

Früher hätte man amputieren müssen, heute wird restauriert© Gernot Kramper

Schwere Wolken hängen sich über der Ausfallstraße. Vier Spuren breit geht es von Hamburg City hier Richtung Süden. Der freudlose Weg. Das Rote Kreuz leuchtet als einziger Farbtupfer weit und breit vor der Ausfahrt des Krankenhauses Boberg. Im Regen vor den Eingängen stehen die Raucher in Bademänteln und Jogginghosen, so farblos wie der bleierne Himmel über ihnen. Dann nehmen graues Linoleum und endlose Flure den Besucher ihre kalten Arme. Am Ende öffnet sich eine graue Tür, im Bett strahlt das runde, rosige Gesicht von Christoph R.: "Nur herein, wir beißen nicht." Fast wäre man gestolpert, denn mitten in den Weg ragt das Bein von Günther M. - starr aufgebahrt mit blauen Nähten.

Die drei Patienten im krankenhausgrauen Zimmer kann man schon seit einigen Jahren nicht als "junge" Raser bezeichnen. Gemütliche Typen. Unter zwei Decken wölben sich stattliche Männerbäuche. Alle drei sind ziemlich stillgelegt. Unter der Haut wurden die Beine zerquetscht und mit Titan gestiftet. Drei langjährige Fahrer, routiniert, erfahren. "Ich fahre 23 Jahre unfallfrei. Jetzt ist das durch meine eigene Schuld passiert. Das gebe ich zu", Christoph R. redet nicht drum herum. Er hat überholt und im Gegenlicht ein Fahrzeug übersehen. "Die anderen vorher hatten Licht. Der nicht. Aber Schuld hatte ich." Günther M. hat ein technischer Defekt aus der Bahn geworfen. "Plötzlich hat das Hinterrad angefangen zu schlingern und dann ist die Maschine abgeschmiert." Günther lacht, wirkt fast amüsiert, dass er dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Er habe losgelassen, bevor das Motorrad an einen Baum prallte. Ursache? "Kann ich nicht sagen, hinterher war alles ausgebrannt." Dirk P. - ebenfalls ein gestandener Mann und 20 Jahre unfallfrei - wurde einfach übersehen. "Da ist eine Frau rauf auf die Landstraße und quer stehen geblieben. Die konnte nicht weiter wegen dem Gegenverkehr. Ich konnte noch an ihr vorbei, bin dann in die Grasnarbe gekommen." Wäre Dirk P. mit dem Pkw unterwegs gewesen, hätte es ein böses Ende genommen - für die Frau. "Na, Ausweichen wäre dann nicht möglich gewesen. Da wäre ich mitten rein gefahren." In Dirks Gesicht zuckt es, der schwere Mann hadert mit der Frau, die einfach stehen blieb und später falsche Angaben zum Unfall gemacht hat.

Endstation eines Bikers. Dieser Fahrer schaffte es nicht mehr ins Krankenhaus© Gernot Kramper

Obwohl sie alle ihr Leben lang etwas von dem Unfall nach behalten werden, geben sich die drei alle Mühe zu lachen. Immerhin haben sie es in fast einem Stück noch ins zweite Geschoss des Krankenhauses Boberg geschafft und ruhen nicht in mehreren Teilen in sechs Fuß Tiefe unter die Grasnarbe. Der Arzt Dr. Ulf Joachim Gerlach sagt, "wir haben eigentlich jede Woche einen neuen Biker hier. Erfahrene Fahrer. Das sind Männer, da sind die Kinder aus dem Gröbsten raus, dann kaufen die sich noch mal eine Maschine." Und Heißsporne, rasende Youngster? "Von den ganzen Jungen kommen die wenigsten. Hatten wir auch schon. Ganz neue Maschine und gleich Tempo 200 gefahren. Das ist aber selten."

Das Bein bliebt dran, aber der Job ist weg und die Lebensfreude leidet© Gernot Kramper

Abrieb und Fleischbremse

Jeder weiß, dass Motorradfahren gefährlich ist, aber alle glauben, sie träfe es nicht. "Wenn ich mit einem Unfall rechne, setze ich mich nicht auf die Maschine. Das macht ja auch keinen Spaß", sagt Günther. Trotzdem ist es nur ein kleiner Moment, der über Leben und Tod entscheidet. "Bei uns haben die kleinsten Unachtsamkeiten Folgen. Beim Motorrad gibt es wenig Schutz. Ich hatte wenigstens Leder, einen guten Rückschutz und einen Top-Helm", sagt Christoph, der den Gegenverkehr übersah. "Beim Auto wird viel durch die Technik aufgefangen, beim Motorrad muss im Krankenhaus aufgefangen werden", weiß Dr. Gerlach. "Gute Schutzkleidung bringt schon eine Menge. Mit T-Shirt und Jeans, das geht gar nicht, so nach dem Motto "Ich wollte nur mal schnell." Dann gibt es nur die Fleischbremse."

Aufprall und Rutschpartie verwandeln Beinknochen, Füße und Knie in eine Splittersammlung, die einem Sack von Muskeln und Haut zusammengehalten wird. Früher hätte sich alles entzündet, darum musste man amputieren. Heute kann restauriert werden. Den Patienten ist bewusst, wie viel ärztliche Kunst dahintersteckt, dass sie noch alle Gliedmaßen besitzen. Zumindest irgendwie. Mehrere breite Nähte laufen über das Bein von Günther, wie Knie und Knochen darunter aussahen, mag man sich nicht vorstellen. Dirks Fuß ist total hinüber, nur durch Schrauben zusammengehalten. "Im Vergleich zur Alternative "Bein ab", darf ich nicht meckern. Aber ich habe permanente Schmerzen, kann abends nur an Krücken gehen." Mit den Kindern spielen? "Das ist bitter, da komme ich kaum hinterher."

Verluste sind unvermeidlich

Was man gegen die Unfall-Toten machen könne? Beschränkungen, Schulungen oder Ähnliches? Dr. Gerlach ist skeptisch. "Meine Patienten sind meist gar nicht am Unfall schuld. Die werden einfach übersehen. Da kann man nichts schulen. Höchstens bei den Pkw-Fahrern." Was getan werden kann, ist nach dem Unfall. "Die Versorgung ist entscheidend. Ob sie gleich fachgerecht versorgt werden, oder ob sie im Urlaub irgendwo stundenlang liegen." Letztlich bleibt: "Wer Motorrad fährt, muss mit dem Risiko leben." Auch ohne Rennen und Leichtsinn ist die reine Betriebsgefahr hoch. "Kitesurfen, Reiten und Motorrad, das sind unsere Renner für schwerste Unfälle in der Chirurgie"

Die drei im zweiten Stock bemühen sich um eine Stimmung wie in einer "Männerwirtschafts-WG". "So wie vorher wird es nicht mehr. Trotzdem muss es ja irgendwie weitergehen. Wir können hier ja nicht Trübsal blasen", sagt Christoph R. " Ich bin froh, dass ich noch am Leben bin." Und die große Leidenschaft "Motorräder"? Christoph R. und Dirk P. passen. Mit den Füßen ginge es sowieso nicht mehr, aber noch wichtiger: "Wenn ich mit 'ner Maschine ankomme, gibt es zu Haus die rote Karte. Das ist vorbei." Nur Günther will es vielleicht noch mal wissen. "Wenn es möglich ist, werde ich mich wieder raufsetzen. Wenn da kein schlechtes Gefühl ist, warum nicht?" Er lacht spitzbübisch, seiner Frau dürfte nicht zum Lachen zu Mute sein.

Abstimmung

Biker sehen sich als Opfer der Autofahrer. Wie schätzen Sie den Fahrstil der Zweirad-Freunde ein?

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Gernot Kramper
 
 
KOMMENTARE (10 von 28)
 
Hinnak (17.10.2007, 23:14 Uhr)
@obeliks, @nony

N'abend. Ich habe den Text jetzt zwei Mal durchgelesen und finde keine Stelle, an der gegen Biker gehetzt wird. Es interessiert mich schon, an welchen Textpassagen ihr das festmacht. @obelisk: Die Stimmung steht im Vordergrund weil es sich um eine Reportage handelt! Das muss so sein, sonst wäre es keine :-)
Obeliks (17.10.2007, 19:59 Uhr)
Wenn ich sowas lese geht mir der Hut hoch
Das ist richtige Stimmungsmache gegen Biker, ganz klar von einem Autofahrer geschrieben.
Das es Unfälle gibt ist unbestritten.Auch Selbstverschuldete, aber Biker fahren nicht besser oder schlechter als alle Anderen
Warum wird die Stimmung so in den Vordergrund gestellt.
Wie sieht es mit dem Autofahrer aus, der nachts auf Laub ausrutscht und seine Dose in den Graben schmeißt, wie sieht der Porschefahrer aus, der mit seiner Kiste auf der Autobahn abhob und eine Familie mit Kindern in den Tod gerissen hat. Also hört auf mit der Polemik, es gibt gute und schlechte Auto und Motorradfahrer.
Unfälle und Todesfälle sind zwar tragisch, aber eine Gruppe von Verkehrsteilnehmern in die "böse Ecke " stellen zu wollen ist einfach mies.
Ich fahre seit 30 Jahre Motorrad und bin immer noch komplett. Heißt das nun ich hätte nur Glück gehabt??.
Also lasst diese schwachsinnige Diskussion.
Wenn irgendjemandem etwas am Verhindern von Unfällen liegen würde, dann würde die Elektronik in allen Fahrzeugen dazu benutzt werden, das es keine Geschwindigkeitsübetretungen mehr geben kann, das auf gefährlichen Strecken nicht überholt werden kann etc.etc.pp. Dann käme der Staat aber nicht mehr zu den, in den Haushalt eingeplanten Finanzen "Bußgeld" und der Absatz von Fahrzeugen aller Art ging zurück, weil die Fahrzeuge ja länger halten. Da rechnet auch keiner die Menschenleben vor, die man durch diese relativ einfachen Möglichkeiten retten könnte. Da geht es ja ums Geldverdienen. Also doch nur Heuchelei und dieser Stern macht kräftig mit in der Stimmungsmache gegen Biker, denn einer muss ja den schwarzen Peter haben.
Obeliks
der von den Cruiser-Freunden Idstein
http://cruiserfreunde.de.ki
nony (17.10.2007, 11:26 Uhr)
@ alle
Wenn man die Beiträge so liest, kann man das Gefühl bekommen, dass wir Biker ja wirklich ganz Schlimme sind. Aber ich wiederhole meine Aussage gerne noch einmal. Wenn eine Fahrzeugart besonders viele Unfälle und somit auch Kosten verursacht, steigt die Versicherungsprämie übberproportional. Die Versicherung will ja schliesslich Gewinne schreiben. Wenn die Biker also mehrheitlich hirnrissige Raser sind, warum steigen die Prämien der seriösen und sicheren Autoschleicher schneller und höher als die von uns 2rädrigen, rasenden Selbstmördern??
@Wolle 61
Da ich nicht nur Bike, sondern mein Geld im Gesundheitswesen verdiene, kann ich dir von mehreren Fällen berichten, bei denen ein Motorrad den Tod eines Autofahrers verursacht hat. Darüber hinaus gibt es übrigens auch noch andere Lebensformen, die die Strasse zur Recht benutzen und die durch tief fliegende Bikes ebenfalls gefährdet sind. Fahrradfahrer, Fussgänger .....
Titania (17.10.2007, 11:22 Uhr)
Was auch immer...
...Statistiken und die ewig unschuldigen Motorradfahrer sagen, ich wohne in einer ländlichen, bergigen Gegend, die bei Motorradfahrern sehr beliebt ist, und habe die Realität direkt vor Augen. Am Wochenende bei schönem Wetter zählen wir schon seit Jahren mit, wie oft wir die Krankenwagensirenen hören, und am Montag kann man dann wieder die Unfallhergänge in der Lokalzeitung lesen, und sorry - in den seltensten Fällen war der arme Moppedfahrer der Unschuldige, der übersehen worden ist. Manche Gebiete bei uns sollte man am Wochenende bei schönem Wetter gar nicht erst mit dem Auto befahren - da wird gedrängelt, geschnitten, trotz Gegenverkehr überholt, und in jeder 2. Kurve kommt einem ein Motorrad entgegengerast, das auf der Mittellinie oder gern auch auf der Gegenspur fährt, so daß ein Unfall nur noch durch Vollbremsung vermieden werden kann. Komischerweise bremst meist der Autofahrer, seltenst der Moppedfahrer, obwohl der ja keine Knautschzone hat, scheint ihn aber meist nicht zu interessieren. Erst letztes Jahr hat mir (mit Auto geradeausfahrend) ein entgegenkommender Motorradfahrer, der links abbiegen wollte, die Vorfahrt genommen, weil ER MICH übersehen hatte. Zum Glück hat er sich, bevor ich ihn mit dem Auto erwischt habe, so verbremst, daß er durch eigenes Verschulden vom Bike geflogen ist, so daß es nachher nicht heißen konnte, ich hätte ihn umgefahren. Nur vom Aufs - Maul - Fallen bei niedriger Geschwindigkeit hatte sich der Mann 4 Rippen und das Schlüsselbein gebrochen... Und erst vor ein paar Wochen hat sich ein ortfremder Biker, der bei uns ins Dorf einfahren wollte, so verbremst, daß sich die ganze Maschine überschlagen hat und auf ihn draufgefallen ist, natürlich schwerverletzt. Und warum? Weil das Auto, das vor ihm herfuhr, es gewagt hat, ordnungsgemäß an eine verkehrsberuhigenden Fahrbahnverengung am Ortseinganz abzubremsen. Das hätte er offenbar nie in Erwägung gezogen... Eine Traktorgeschichte aus der näheren Umgebung hätte ich auch noch: Motorradfahrer überholt in einer langgezogenen Kurve, trotz Gegenverkehr und Überholverbot eine Autokolonne, die hinter einem Traktor fuhr, und das auch noch in einer Geschwindigkeit, die ihm leider nicht ermöglich hat zu sehen, daß der Traktor irgendwann links abbiegen wollte. Fazit: schön mit Schwung auf den abbiegenden Traktor aufgefahren, tot. Das sagt ja wohl alles, und da braucht mir wirklich keiner was von den armen, von Autofahrern gemobbten Motoradfahrern zu erzählen.
CheSmittyVara (17.10.2007, 09:12 Uhr)
Tod auf der Landstraße
Meldung heute Morgen in unserer Zeitung: ein Fahrzeug musste auf der Landstraße anhalten, da ein Traktor auf der Fahrbahn stand. Ein Motorradfahrer, der vorher mehrere Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit überholt hatte, kann trotz 70 Meter Bremssprur nicht mehr anhalten, prallt auf das stehende Fahrzeug und rutscht dann noch weitere 15 Meter, bis er schwerst verletzt liegen bleibt, aber kurz darauf stirbt.
Wenn man dann hier die aggressiven Kommentare mancher Biker liest, wundert man sich gar nicht mehr über solche Meldungen.
Wolle61 (17.10.2007, 00:09 Uhr)
Geistiger Dünnschiss !!
Alle Nichtmopedfahrer sollten an dieser Stelle einfach mal nix sagen. Nicht genug, dass sie überhaupt nicht wissen was es bedeutet ein Motorrad zu fahren, wissen sie schon mal gar nicht was damit geht. Ein Überholvorgang bei 80 oder 100 km/h ist doch nur ein müdes Grinsen wert ohne dabei auch nur in geringster Weise irgend eine Gefahr ein zu gehen. Ich tus wenn auch nicht bei Gegenverkehr. Allerdings möchte ich nicht einer der hier anwesenden Moralaposteln über dem Weg laufen. Denn denen traue ich jede Schandtat zu. Denn wer nicht weiss was während seiner Fahrt vor, neben oder hinter ihm los ist der ist geistig abwesend und eigendlich nicht in der Lage ein FZ zu führen.
Ich habe kein Verständnis für Motofahrer die wegen überhöhter Geschwindigkeit abfliegen oder die Kurve nicht kriegen. Aber wer von uns will wissen wie es genau zu solchen Unfällen kommt?? Ein Stein auf der Strasse oder wie neulich auf einen Streckenabschnitt verlorener Dieselkraftstoff wegen eines nicht ordungsgemäß verschlossenen Tankverschluss eines LKW. Im Unfallbericht der Pol steht dann nur "nicht angepasste Geschwindigkeit". HAHAHA
Und ausserdem .... ich habe noch nie gehört, dass ein Autofahrer sein Leben lassen musste weil ein Motorradfahrer ihn übersehen hat.
Ein Motorradfahrer ist selten unaufmerksam und unkonzentriert weil er es sich nicht leisten kann. Zum Fahren braucht er alle Sinne ... egal bei welcher Fahrweise.
GSX1100G (16.10.2007, 18:14 Uhr)
Ich kann diese Engstirnigkeit nicht glauben
Beim Lesen der Komentare musste ich, wie schon so oft, feststellen, dass es eine scheinbar unüberwindbare Kluft zwischen Zweiradfahrern und Autofahrern gibt. Ich fahre beides, nur um dies schon einmal ium Voraus klar zu stellen. Autofahrer schimpfen über Motorradfahrer und diese wiederum üb er die Autofahrer. Könnten wir uns darauf einigen, dass es beiderseits verrückte gibt? Der Motorradfahrer bevorzugt für eine zügige Fahrt gerne kurvenreiche Strecken, der schnelle Autofahrer begibt sich gern auf die Autobahn. Es scheint dabei eines klar zu werden, auf der einsurigen Landstrasse fallen "schnelle" Motorräder auf, auf der Autobahn die "schnellen" Autos nicht, klar ist ja auch eine "Autobahn". Fakt ist und bleibt, dass beide Seiten Fehler machen. Was mir als Motorrradfahrer immer häufiger auffällt ist, dass manche Autofahrer im Sonntäglichen Sonnenschein mitten in Kurven das fahren vergessen zu scheinen, anders kann ich mir nicht erklären warum ich in den letzten 5 Wochen nahezu bei jeder Tour stehende Autos (ohe wirklichen Grund stehen zu bleiben) in ngen Kurven vorfand. Weiterhin scheint sich die Linienwahl in Kurven immer mehr zur "Ideallinie" hin zu entwickeln. Letes Jahr wurde ich selbst das Opfer eines Kurvenschneidenden Autofahrers in einer geschlossenen Ortschaft. Ach ja, das Auto fuhr 60 Km/h, ich 25 Km/h, die Kurve war nicht einzusehen. So und jetzt gern immer druff auf den jugendlichen Motorradraser der das hier geschrieben hat ........... aber geht ja nicht, ich bin ja immerhin schon 42, gehe einem geregelten Beruf im medizinischen Bereich nach und gelte als nicht gerade agressiv und intollerant. Ich habe dem Autofahrer übrigens vergeben. Also wie wäre es, wenn wir alle mal dem anderen einen Fehler verzeihen würden, wir sind alle nur Menschen.
Fireblader (16.10.2007, 13:17 Uhr)
die einen sagen so, die anderen sagen so ...
... es ist wie bei allem eine Frage des Blickwinkels. Ich selber fahre seit 8 Jahren unfallfrei eine Rennmaschine mit weit über 150 PS. Ich fahre auch sehr gerne schnell und auch auf Rennstrecken. Das alles ist nicht verboten und alles andere als lebensmüde. Voraussetzung ist natürlich, dass es die verkehrslage zulässt. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, rege ich mich auch oft über andere Bikerkollegen auf, die links neben der linken Spur überholen. Wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin, rege ich mich über Autofahrer auf, die es einfach nicht checken, dass sie nicht 500m vor dem zu überholenden LKW ausscheren müssen um dann mit 5 km/h schneller überholen zu wollen. Als Motorrad- und Autofahrender Verkehrsteilnehmer hat man glaube ich einen breiteren Überblick auf das Geschehen auf Deutschlands Strassen. Ich kann glaube ich sagen, dass es, zulassungsbedingt, mehr die Autofahrer die rücksichtloseren sind. Logisch, denn es gibt ja auch mehr davon. Wenn man natürlich auf ne Bikerstrecke fährt, braucht man sich auch nicht zu wundern, dass es überwiegend Biker sind die negativ auffallen oder? Denn da gibt es in der Regel auch mehr davon. Bei mir in der Gegend zumindest. Demnach kann man niemanden nach seiner Maschine oder danach, dass er gerade im Krankehaus liegt, als Raser oder Rücksichtslosen verurteilen. Alle die nur einen Autoführerschein haben und nicht wissen können was es heisst ein Motorrad zu fahren, können nur subjektiv urteilen und das ist wenig glaubwürdig in meinen Augen. Ich finde es auch erstaunlich, wie einige Leute anscheinend Geschwindigkeiten einschätzen können, wo doch eine häufige Unfallursache die ist, dass die Geschwindigkeit falsch eingeschätzt wurde. Man muss nur mal auf der Landstrasse einen Gang runterschalten, um dann mit 100-110 km/h einen 80 km/h fahrenden LKW zu überholen und schon ist man 200 km/h schnell gewesen, weil der Motor bei ner Sportmaschine ein wenig lauter ist als bei einem Herkömmlichen Auto.
RomanTicker (16.10.2007, 13:17 Uhr)
Geschwindigkeit
Nicht alle Autofahrer sind gleich, Motorrad-Fahrer auch nicht. Autofahrer halten sich bereits kaum an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, Motorrad-Fahrer sind nach meinen Beobachtungen allerdings immer noch schneller. Sie scheinen nicht in der Lage zu sein, mit dem Verkehr zu schwimmen und wollen immer vor den Autofahrern sein.
Da Motorrad-Fahrer fast immer mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind, sind sie auch so gut wie nie unschuldig, wenn sie in einen Unfall verwickelt werden. Denn ein Verkehrsteilnehmer, der Vorfahrt hatte, hat trotzdem eine erhebliche Mitschuld, wenn er zu schnell unterwegs war. Ein Autofahrer soll damit rechnen, dass ständig von irgendwo ein Motorrad mit 180 km/h angeschossen kommt, selbst wenn nur 100 km/h erlaubt sind. Wenn ein Motorrad-Fahrer wirklich für andere mitdenken möchte, dann sollte er sich mal Gedanken darüber machen, wie er wohl aus der Sicht eines Autofahreres aussieht, wenn er dermaßen schnell angerast kommt.
Beco12 (16.10.2007, 13:12 Uhr)
Zu wenig Verständnis von beiden Seiten
Ich habe seit einigen Jahren sowohl Auto- als auch Motorradführerschein. Was ich immer wieder beobachten kann, ist, daß die Leute, die entweder nur Auto oder nur Motorrad fahren, am rücksichtslosesten sind. Am meisten kotzen mich hier die Kommentare an, die das Übersehen von Motorradfahrern oder das falsch Einschätzen der Geschwindigkeit als Bagatelle hinstellen. Das kann tödliche Folgen haben, auch wenn man vorschriftsmäßig fährt!!! In diesem Sinne, bitte mehr Rücksicht und Verständnis füreinander aufbringen!
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