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10. Oktober 2009, 09:08 Uhr

Amerikaner hadern mit ihren Kleinwagen

Vor einem Jahr war Öl so teuer wie nie zuvor. In diesem Schock entschieden sich viele Amerikaner erstmals für einen Kleinwagen. Nun stellt sich herraus, dass die Kleinwagenkäufer todunglücklich mit ihrer Wahl sind.

Kleinwagen, US-Markt

Für Kleinwagen ist offenbar kein Platz auf dem Highway© Gabriel Bouys/AFP

Im Ölpreishoch kauften viele Amerikaner einen Kleinwagen. Nun wird ihre Meinung zu den Fahrzeugen in den alljährlichen Umfragen zur Kundenzufriedenheit ausgewertet. Die Ergebnisse sind verheerend, das Konzept "Kleinwagen" scheint das dickste Volk der Welt nicht überzeugen zu können. "Unsere Untersuchung besagt, dass die Amerikaner auf jeden Fall einen Wagen mit effizientem Antrieb kaufen wollen, aber er soll nicht kleiner sein als ihr jetziges Fahrzeug", so George Peterson, Präsident von "AutoPacific". "Der US-Wagen von morgen wird also nicht klein und niedlich. Er hat eine vernünftige Größe, geht besser mit dem Treibstoff um, verfügt aber über eine angemessene Leistung und die ganze Palette an Features, die Kunden heute von einem Wagen erwarten."

Die Spritpreise haben inzwischen wieder Normalniveau erreicht, also machen Kleinwagen keinen Sinn mehr. Für die Studie "Small Cars in the USA: Planning for the Coming Boom" von "AutoPacific" wurde 32.000 Neuwagenkäufer in den USA befragt. Die Ansprüche der Kunden von Kleinwagen orientieren sich dabei eindeutig an den größeren Fahrzeugklassen. Es ist, als wäre der Kauf nur aus der finanziellen Not heraus geschehen und als ob die Käufer nur darauf warten würden, schnellstmöglich wieder eine Nummer gößer zu wählen.

Mehr Bling und mehr Bumms

"Unsere Untersuchung zeigt, dass Besitzer von Kleinstwagen wie dem Toyota Yaris, dem Honda Fit oder Chevrolet Aveo mehr Kraft und Beschleunigung verlangen. Sie wollen mehr Technik und mehr Innenraum beim nächsten Kauf", so Peterson. "Als sie diese Wagen kauften, nahmen sie kleine Motoren und wenig Platz in Kauf, weil sie der Spritverbrauch überzeugte. Aber in der Zukunft wollen sie etwas anderes – Größer, Schneller und mit mehr Lämpchen und Schaltern."

Beim nächsten Autokauf will die Mehrheit wieder ein größeres Fahrzeug wählen. Rund die Hälfte könnte sich eine kleine Mittelklasselimousine vorstellen, gut ein Drittel will eine große Mittelklasselimousine. Auf ein SUV umsteigen wollen rund 18 Prozent. Dass der kurze Kleinwagen-Boom in den USA vielleicht schon vorbei ist, zeigt auch die Verkaufsstatistik. Der Absatz von teilweise erst vor kurzem auf den Markt gekommenen Modellen wie Honda Jazz, Toyota Yaris und Chevrolet Aveo ist gegenüber dem Vorjahr mit seinen Rekord-Kraftstoffpreisen im aktuellen Jahr zweistellig eingebrochen.

Kleinwagen, US-Markt

Bilder eines aktuellen Sonderverkaufs: Auch bei Chevrolet werden große Wagen verkauft© Joe Raedle/Getty Images/AFP

Aber nicht nur die Besitzer der Kleinwagen sind missmutig. Auch bei der Abstimmung "Motorist Choice Award" von "AutoPacific" sehen die Verhältnisse ähnlich aus. "Die Frage stellt sich, ob sich amerikanische Kunden überhaupt für kleinere Produkte begeistern können", sagt Petersen. "In unserem Motorist Choice Awards waren 106 der bestplatzierten 107 Wagen große Limousinen, Luxuswagen, SUVs, Crossovermodelle oder Minivans. Nur dem BMW 1er schaffte es in die Top 100, er landetet auf Platz 35."

Wenn sich die Kunden nicht für kleine und spritsparende Wagen begeistern lassen, wird es für die Autoindustrie eng. In Amerika wurde im großen Stil in die Produktion kleiner Wagen investiert. Außerdem will die US-Regierung bis 2016 strenge Verbrauchsgrenzwerte für die Fahrzeugflotten der Hersteller einführen. Ohne einen großen Anteil kleiner Fahrzeuge am Pkw-Absatz wird man die ehrgeizigen Ziele nur schwer erfüllen können.

Gernot Kramper/MID
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
rinaldi (10.10.2009, 19:57 Uhr)
an meister-meister: Eine inhaltliche Auseinandersetzung
mit Ihnen hat wohl keinen Sinn.
Deshalb nur ein Hinweis:
Im Deutschen heißt es korrekt: "es hat Sinn" und nicht "es macht Sinn", auch wenn Millionen von Pseudo-Gebildeten mittlerweile letzteres glauben.
"Es macht Sinn" kommt vermutlich daher, dass irgendein Oberschlaudummer das amerikanische "it makes sense" Wort für Wort ins Deutsche übersetzt hat. Wahrscheinlich hielt er das auch noch für besonders "kuhl", weil es ja so irrsinnig amerikanisch klingt.
Arm, sehr arm.
mister-mister (10.10.2009, 18:49 Uhr)
Locker bleiben.................
.............Beiträge, in denen es um Autogröße geht, machen - allein schon wegen der Kommentare - immer ein Riesenvergnügen.
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Zweifellos macht es Sinn, sich sein Fahrzeug gemäß der Nutzung auszusuchen - Hochleistungsgeschosse für den schlichten Weg zur Arbeit oder zum Einkauf machen sicher wenig Sinn.
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Aber offenbar vielen Menschen Spass. Also was spricht dagegen, dass die, welche es sich leisten können (und wollen), es tun? Jeder nach seinem Gusto und so wie erkann und will - so einfach ist die Formel für das Ganze. Und Neid war schon immer die ehrlichste Form der Anerkennung.
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Und wenn dann die ganzen Öko-Fuzzis und Schmalspur-Weltenretter (immerhin können sie darüber mitschwafeln dass da was mit Kohlenhybrid -- oder hiess es nicht....ähh...?? aus dem Auspuff kommt und das Weltbild SUV=gross=böseböseböse=Panzer=Protz=Ausbeuter=Erdenvernichter zu lauten hat, wenn man dazugehören will) aus dem Loch gekrochen kommen und mit dem Finger auf alles (außer sich selbst) zeigen, geht die Post ab.
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Was Amerika angeblich hier an Dummheit und Ignoranz demonstriert, wird von zugekleisterten und gleichgeschalteten Spatzenhirnen und Stammtisch-Experten hierzulande locker in den Schatten gestellt. Macht richtig Spass zu lesen.
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Mehr davon!!! Und wer sich durch diese Zeitgenossen den Spass am Auto vermiesen lässt: wäre schade, aber völlig unangemessen und überflüssig. Lachen - und dran vorbei.

Johann58 (10.10.2009, 15:56 Uhr)
Die meisten Autos in den USA sind
nach wie vor Mittleklasse wie Toyota Camry Honda Accord oder Chevy Impala und Malibu.oder Ford Taurus und Focus. Kleinwagen spielen keine wirkliche Rolle weniger wegen des Spritverbrauchs sondern weil man der festen ueberzeugung ist kleine Autos sind unsicher. Es muesste sich n ur das Bewusstsein aendern und Diesel Motoren ihren Mythos von laut, stinkig und dreckig verleiren. Der Automobile Unsinn n den USA ist der gleiche wie in Deutschland.denn wozu braucht man einen 5 Liter 8 Zylinder mit 350 PS wenn man mit 110 ueber den Interstate kriecht.
MosquitoJG (10.10.2009, 15:21 Uhr)
Kleinwagen sind eine Zumutung
Meine Eltern hatten einen Kleinwagen, erst einen Käfer, dann einen Golf mit nur 2 Türen. Wie ich als Kind da hinten drin Platzangst hatte, wenn vorne 2 Erwachsene und hinten auch noch 1 bis manchmal 2 neben mir sassen. Ich habe mir geschworen, sowas meinen Kindern niemals zuzumuten. Muss man auch nicht. Einen gebrauchten VW-Phaeton gibt es zum Neupreis eines mittel ausgestatteten Polo und sogar einen Audi A8 kriegt man nach 4 Jahren und 100.000 km für den Neupreis eines voll ausgestatteten Golf. Gebraucht gegen neu geht, weil die grossen Limousinen haltbarer konstruiert sind, für hohe Ansprüche und lange Strecken, die idealen Reisewagen. Gerade jetzt in der Krise sind sie besonders günstig und mit Dieselmotoren auch nicht viel durstiger. Mein grosser mit 204 Diesel-PS verbraucht zwischen 7-9 Liter je nach Fahrweise. Ein Golf mit nur halber Leistung spart bestenfalls 2-3 Liter. Das lohnt sich nicht. Gefährlich sind nur die Werkstätten, die meinen, mit einem dicken Schiff ist man gleich Krösus und können die Hand aufhalten. Allerdings, der Mini meiner Frau hat bald die gleichen Inspektionskosten wie mein grosser Wagen.
rinaldi (10.10.2009, 15:16 Uhr)
Wenn Menschen ohne reale Not (!)
Raubbau an unser aller Lebensgrundlagen betreiben, wenn Menschen ohne reale Not durch ihr krankes Konsumverhalten Kriege und Massenmorde verursachen (wegen des Erdöls), wenn Menschen ohne reale Not ihre Mitmenschen und sich selbst massiv schädigen durch Lärm und giftige Abgase über das absolut Nötige hinaus,
dann nehme ich mir die Freiheit, diese Menschen als dumm zu bezeichnen - und noch ganz anders.
Leider gibt es von diesen Dummlingen sehr, sehr viele, und beileibe nicht nur in den USA.
Logan5 (10.10.2009, 15:02 Uhr)
nicht ganz einverstanden
Die Amerikaner wollen tatsächlich umweltschonend fahren, sogar in viel stärkerem Ausmaß als man denkt. Der Toyota Prius geht dort weg wie geschnitten Brot, hat lange Wartelisten. Der Prius ist aber eben nicht ganz so ein Winzling. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Hybrid ja, aber praktikabel. Und hier ist man ja auch nicht bereit, über das Tempolimit nachzudenken. Jedes Volk hat eben so seine Vorlieben in Sachen Automobilität.
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