Fett am Bauch, Zucker im Blut

Diagnose

Bei Kindern und Jugendlichen wird ein Diabetes Typ 2 oft durch Zufall entdeckt, vielleicht bei einer Untersuchung wegen des Übergewichts, wenn der Hausarzt den Blutzuckerwert mitbestimmt.

Der Arzt lässt sich die Beschwerden schildern und prüft, ob zusätzliche Risikofaktoren für Diabetes vorliegen: Ist bereits jemand in der Familie zuckerkrank? Ist das Kind zu dick? Und wie fit ist es körperlich? Außerdem misst der Mediziner den Blutdruck des Kindes, da der bei den Betroffenen oft zu hoch ist.

Anschließend nimmt der Arzt dem jungen Patienten Blut ab. Am aussagekräftigsten ist ein Blutzuckertest auf nüchternen Magen, also wenn das Kind vorher nichts gegessen und getrunken hat. Eine Mahlzeit kann das Testergebnis verfälschen.

Liegt der Zuckergehalt im Blut über 7 Millimol pro Liter (126 Milligramm pro Deziliter), hat das Kind wahrscheinlich Diabetes. Bei leerem Magen sollte der Blutzuckerwert höchstens 5,6 Millimol pro Liter (100 Milligramm pro Deziliter) betragen. Das entspricht einer Messerspitze Zucker in einem Liter Blut.

Toleranztest mit Zuckerwasser

Bei einem nüchtern gemessenen Blutzuckerwert zwischen 5,6 und 7 Millimol pro Liter (100 und 126 Milligramm pro Deziliter) hat das Kind möglicherweise Diabetes im Vorstadium. Dann ist der Blutzuckerspiegel im nüchternen Zustand meist normal. Deshalb wird der Diabetologe noch einen Glukose-Toleranztest machen. Dafür muss das Kind ein großes Glas Zuckerwasser trinken.

Zwei Stunden später wird dem Kind Blut abgenommen. Erreicht der Blutzuckerwert 11,1 Millimol pro Liter (200 Milligramm pro Deziliter), ist es zuckerkrank. Übrigens: Bei Kindern mit einem erhöhten Risiko für Diabetes Typ 2 empfehlen Fachleute, spätestens ab dem 10. Lebensjahr alle zwei Jahre einen solchen Glukose-Toleranztest zu machen.

Zusätzlich kann der Arzt den sogenannten HbA1c-Wert bestimmen. Das ist ein Langzeitwert, an dem er ablesen kann, wie gut der Zuckerstoffwechsel des Kindes in den vergangenen drei Monaten funktioniert hat.

Ein Diabetes Typ 2 führt bei Kindern und Jugendlichen selten zu Komplikationen. Dennoch empfehlen Experten, einmal im Jahr Augen und Nieren zu untersuchen. Ein gewissenhafter Arzt sieht sich auch regelmäßig die Füße des Kindes an. Hat es erhöhte Blutfettwerte oder einen zu hohen Blutdruck, wird der Arzt dies ebenfalls regelmäßig kontrollieren.

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