Bruce Willis, Apple und der Tod

3. September 2012, 16:38 Uhr

Was für eine schöne Geschichte: Bruce Willis will seine digitale Musiksammlung seinen Töchtern vererben. Was iTunes allerdings nicht vorsieht. Willis ist sauer - und nimmt den Kampf auf. Oder nicht? Von Ralf Sander

Bruce Willis, Apple, iTunes, Streit,  iTunes-Musiksammlung, Tod, Actionstar, vererben

"Meine! Songs! Gehören! Mir!" Bruce Willis ist sauer (hier im Film "Looper")©

In seinen vier "Stirb langsam"-Filmen ist sein Tod - trotz ihres Titels - bisher nicht vorgesehen gewesen. Doch im echten Leben scheint sich Schauspieler Bruce Willis im Alter von 57 Jahren seiner Sterblichkeit bewusst zu werden. Offenbar macht er gerade klar Schiff mit seinen Besitztümern und regelt sein Erbe. Seine iTunes-Musiksammlung zum Beispiel sollen seine drei Töchter aus der Ehe mit Demi Moore - Rumer, Scout und Tallulah - bekommen. iTunes-Betreiber Apple sieht allerdings vor, dass man nicht sterben darf, wenn die Songs in der Familie bleiben sollen. Das wiederum will der Actionstar anscheinend nicht akzeptieren - und bringt seine Anwälte in Stellung. Das berichten übereinstimmend die britischen Boulevardzeitungen "The Sun" und "Daily Mail".

In den meisten seiner Filme - wie zurzeit in "The Expendables 2" - lässt es Willis ohrenbetäubend krachen, doch als Privatmann schlägt sein Herz für schönere Töne. Willis hat in einer Band gespielt, einige CDs produziert und eine umfangreiche Musiksammlung aufgebaut. Tausende Dollar seines Millionenvermögens habe Willis alleine in Apples iTunes-Musikladen ausgegeben. Unter anderem für Klassiker wie die Beatles und Led Zeppelin, weiß die "Daily Mail".

Was Willis und Millionen anderer iTunes-Nutzer nicht klar war: Die Songs gehören ihnen nicht, sie sind von Apple nur gemietet. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verbietet Apple Vermietung, Verleihung, Verkauf, Lizenzierung, Vertrieb und Übertragung erworbener Inhalte. Damit ist auch eine Vererbung ausgeschlossen. Eine Problematik, die nicht nur Songs von iTunes betrifft, sondern alle Arten digitaler Güter, zum Beispiel Filme, Hörbücher und eBooks.

Das will Willis nicht hinnehmen und greift nicht zur Pistole, sondern zu seiner Advocard. Gleich drei juristische Strategien verfolgt der Schauspieler, um die Songsammlung in Familienbesitz zu halten: Seine Anwälte sollen die Gründung einer Stiftung prüfen, die die Rechte an seiner Musikbibliothek übernehmen soll. Die Idee dahinter: Ein solcher Fall ist in Apples AGB nicht vorgesehen. Außerdem, so die Berichte weiter, unterstützt Willis juristische Auseinandersetzungen in fünf US-Bundesstaaten, in denen es um die Rechte von Käufern digitaler Musik geht. Und schließlich bereitet der Hollywoodstar angeblich selbst eine Klage gegen Apple vor. In seinen Filmen gewinnt Bruce Willis immer, doch bei diesem Gegner ist der Ausgang völlig offen.

Update, 4.9.12

Das Management von Bruce Willis hat sich bisher nicht zu der Geschichte geäußert. Doch seine Ehefrau Emma Hemming-Willis hat über Twitter einen kurzen Kommentar abgegeben: "Das ist keine wahre Story."

Zum Thema
Digital
Extra: Leben im Internet der Dinge Extra Leben im Internet der Dinge
Vergleichsrechner
Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Unser kostenloser DSL-Vergleich zeigt Ihnen die DSL-Tarife, die am besten zu Ihnen passen. Zum Tarifvergleich
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Gast: WARUM FÜHREN MANCHE KAPSELN ZUR VERSTOPFUNG?

 

  von Gast 98746: Chiptuning Mercedes Benz E 200 T CDI Erstzulassung 06/13

 

  von BitteFreundlich: Welcher Körperteil ist am häufigsten von Osteochondrose betroffen?

 

  von Gast 98742: Altmietvertrag aus der ehemaligen DDR

 

  von Gast: Das iPhone meiner Freundin hat ne seltsame Macke. schwarzer Bildschirm. anrufe kommen rein, man...

 

  von Amos: Muß die Frage nochmal stellen: Überweisung per Online-Banking auf ein Unterkonto bei derselben...

 

  von Gast: Stern-Sudoku-Gewinnspiel

 

  von Gast: Kann man Handelsübliches Jodsalz in ein Fußsprudelbad geben wenn die Haut verletzt ist?

 

  von Gast: zerbrochene Fensterscheibe

 

  von Amos: Wenn zum Bau eines Hauses Wasser aus einem städtischen Hydranten entnommen wird: wie wird das...

 

  von Der_Denis: Kunststoff - warum so schlechtes Image

 

  von Gast 98682: Wenn ich ein Konto in der Schweiz eröffne, wie hoch ist die Mindesteinlage?

 

  von Gast 98680: Welche Programme gibt es für Zuschüsse an gemeinnützige vereine

 

  von Gast 98676: Führerschein vergleischen

 

  von Amos: Mineralwasser aus dem Schwarzwald nennt sich Black Forrest: ist das ein Gag, ein MIßgriff oder...

 

  von Gast 98669: können adoptierte ausländische erwachsene in Bayern studieren?

 

  von Gast 98667: Reisepass abgelaufen

 

  von Gast 98659: palmen in irland

 

  von Gast 98655: Kosten im Pflegefall

 

  von Amos: Maut: jetzt für Autobahnen und Bundesstraßen. Da die Bundesstraßen B 1, B 236 und B 54 mitten durch...