Alle sprechen von Cholesterin. Niemand fürchtet sich vor Triglyceriden. Dabei kommen diese Fette viel häufiger im Essen vor als Cholesterin - und sie sind wahrscheinlich genauso gefährlich.

90 Prozent des Nahrungsfetts besteht aus Triglyceriden© Colourbox
Fett ist nicht gleich Fett. Das gilt auch für Fett, das in unseren Adern kreist. So gibt es gesättigte und ungesättigte Fettsäuren, gutes und schlechtes Cholesterin und: Triglyceride. Sie bestehen aus einem Molekül Glycerin, an dem drei Fettsäuren hängen, daher ihr Name.
Triglyceride sind keine seltene Art unter den Fetten, etwa 90 Prozent des Nahrungsfetts besteht aus ihnen. Allerdings kommen nicht alle Triglyceride aus der Nahrung: Der Körper kann diese Fettart auch selbst herstellen, und zwar aus überschüssigem Zucker oder aus Alkohol.
Triglyceride sind nicht gesund. Ob sie die Adern direkt schädigen können, ist noch nicht wissenschaftlich geklärt. Unbestritten ist aber: Sind zu viele Triglyceride im Blut, ist der Fettstoffwechsel gestört. Und das kann die Adern möglicherweise verkalken lassen. Verstopfte Blutbahnen können wiederum zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Wissenschaftlich bestätigt ist, dass einige angeborene Fettstoffwechselstörungen den Triglyceridwert im Blut ansteigen lassen und Arteriosklerose verursachen können.
Triglyceride, auch Neutralfette genannt, werden im Darm zerlegt. Die Bruchteile gelangen durch die Darmwand ins Blut. Einmal in den Adern, werden die Triglyceride in speziellen Transportmolekülen, den Lipoproteinen, durch die Blutbahnen geschleust.
Lipoproteine bestehen aus kleinen Fett-Tropfen, die von einer Eiweißhülle umgeben sind. Es gibt verschiedene Lipoproteine, zum Beispiel so genannte Chylomikronen oder Lipoproteine sehr geringer Dichte (very low density lipoproteins, VLDL). Finden sich viel zu viele Chylomikronen und zu viele VLDL im Blut, wird es dickflüssiger und kommt schlechter durch kleine Adern. Das zähe Blut mit dem lebenswichtigen Sauerstoff gelangt dann nur noch schlecht an die Körperzellen. Die möglichen Folgen sind Herzenge (Angina pectoris), eine schlechte Hirndurchblutung und eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
Wie viel Triglyceride in Ihrem Blut kreisen, merken Sie nicht. Ihr persönlicher Wert hängt von Ihrem Ernährungsstil ab, aber auch von Ihren Krankheiten. Zudem können Medikamente den Triglyceridwert beeinflussen.
Menschen, die stark übergewichtig sind, haben meist einen zu hohen Triglyceridwert. Dasselbe gilt für Menschen, die an Diabetes oder dem metabolischen Syndrom leiden. Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse, schwere Nierenkrankheiten oder eine HIV-Infektion können die Konzentration von Triglyceriden im Blut erhöhen. Menschen, die viel Alkohol trinken, oder Frauen, die die Pille nehmen, haben ebenfalls mehr Triglyceride im Blut. Entwässerungsmittel oder Medikamente mit Cortison treiben den Wert genauso in die Höhe.
Zudem gibt es - wie bei fast allen Krankheiten - eine erbliche Komponente. Manche Menschen sind genetisch so ausgestattet, dass sie schnell mehr Triglyceride im Blut haben. Bei einer erblich bedingten Form sprechen Mediziner von einer familiären Hypertriglyceridämie.