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25. März 2010, 10:27 Uhr

Neue Studie stellt Screening infrage

Nutzt das Mammographie-Screening oder schadet es mehr? Darüber streiten sich Wissenschaftler. Eine dänische Studie liefert nun neue Fakten. Von Lea Wolz

Brustkrebs, Mammographie, Mammographie-Screening, Krebs, Krebs-Studie, Medizin

Nutzt das Mammographie-Screening? Dänische Wissenschaftler bezweifeln dies© Colourbox

Über den Nutzen des Mammographie-Screenings streiten sich Wissenschaftler weltweit. Seit 2005 werden in Deutschland Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre zu der Reihenuntersuchung eingeladen. 300 bis 400 Millionen Euro pro Jahr kostet diese Vorsorge, die für die Untersuchten durchaus schmerzhaft ist, aber die Sterblichkeit an Brustkrebs deutlich senken soll. Ob dies das Screening leistet, zu dem in Deutschland bis jetzt ohnehin lediglich gut die Hälfte der angeschriebenen Frauen erscheint, wird immer wieder bezweifelt.

Nun flammt der Streit erneut auf - mit einer Studie aus Dänemark, die ebenfalls den Nutzen des Mammographie-Screenings in Frage stellt. Die Autoren - Karsten Joergensen und Peter Goetzsche vom Nordischen Cochrane Zentrum in Kopenhagen und Per-Henrik Zahl vom Institut für Public Health in Oslo - zählen in Europa zu den schärfsten Kritikern der Reihenuntersuchung. Ihren Ergebnissen zufolge senkt das seit einigen Jahren in manchen Regionen von Dänemark durchgeführte Screening-Programm die Sterblichkeitsrate nicht. "Unsere Resultate ähneln den Ergebnissen, die in anderen Ländern mit einem national organisierten Programm beobachtet wurden. Wir sind daher der Meinung, dass es an der Zeit ist zu hinterfragen, ob die Screening-Programme tatsächlich den erwünschten Effekt auf die Sterblichkeitsrate an Brustkrebs gebracht haben", schreiben die Autoren im "British Medical Journal".

Kein Effekt des Screenings

Eine Reduzierung der Brustkrebssterblichkeit um 25 Prozent durch das Screening allein in Kopenhagen - mit diesen auf den ersten Blick beeindruckenden Zahlen wartet eine Studie aus dem Jahr 2005 auf, der Joergensen und seine Kollegen allerdings methodische Mängel vorwerfen. Sie überprüften daher nun, ob sich diese Daten belegen lassen. Dazu untersuchten sie, wie sich die Brustkrebs-Sterberaten in zwei dänischen Regionen entwickelt haben, in denen das Screening angeboten wird, und verglichen diese mit anderen Gegenden des Landes, in denen die Vorsorgeuntersuchung nicht stattfindet. Ihre Beobachtungen erstrecken sich über einen Zeitraum noch zehn Jahren, nachdem das Mammographie-Screening eingeführt wurde, da sich zumeist erst nach fünf Jahren Effekte zeigen. Zum Vergleich betrachteten die Wissenschafter auch die zehn Jahre zuvor.

In Kopenhagen wird die Reihenuntersuchung auf Brustkrebs wie in Deutschland für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren seit 1991 angeboten, auf der Insel Fünen seit 1993. In den übrigen Landesteilen gibt es kein derartiges Programm. Daher eignet sich Dänemark sehr gut für derartige Untersuchungen, denn die Kontrollgruppe ist groß.

Bei der Analyse der Daten fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Brustkrebs-Sterblichkeit der Frauen zwischen 55 bis 74 Jahren, die am meisten von dem Screening profitieren sollten, auf der Insel und in der dänischen Hauptstadt zwar um ein Prozent sank. In den anderen Regionen, die nicht an der Vorsorgenuntersuchung teilnahmen, ging sie allerdings ebenfalls zurück - sogar um zwei Prozent. Auch bei Frauen zwischen 35 und 54 Jahren, die nicht am Screening teilnahmen, sank das Sterberisiko um fünf bis sechs Prozent pro Jahr. Bei den über 74-Jährigen fanden die Forscher keine nennenswerten Unterschiede. Als Grund für den allgemeinen Rückgang sehen die Wissenschaftler unter anderem die besseren Behandlungsmöglichkeiten oder die Abnahme von Risikofaktoren wie der Hormonersatztherapie. "Wir haben keinen Effekt des dänischen Screening-Programms auf die Brustkrebs-Sterblichkeit gefunden", schreiben die Wissenschaftler.

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KOMMENTARE (10 von 16)
 
ohne_Placebo (26.03.2010, 12:34 Uhr)
Was mich an der Studie in Dänemark stört
sind die Kollektive: Der Vergleich von Stadt zu Land. Von Angehörigen eines Cochran-Zentrums sollte man eigendlich ein besseres Vergleichskollektiv erwarten können. Da hat man viel zu viele unberechenbare Einflussfaktoren, da die Umweltbedingungen komplett anders sind.
Hygieia (25.03.2010, 16:38 Uhr)
@AK_Teren guter Hinweis!
Die Gesellschaft für Strahlenschutz warnte schon 2001 in ihrer Broschüre 'Brustkrebsfrüherkennung Ja, Reihenuntersuchung mit Mammographie Nein!', die hier
http://www.gfstrahlenschutz.de/docs/mamscr.pdf

heruntergeladen werden kann vor den Folgen der Strahlenbelastung durch Mammographien und durch Computertomographien des Oberkörpers ( S. 29 ).

Jede hat die Freiheit diese Warnungen ernst zu nehmen und sich entsprechend zu verhalten.

Wenn wir unseren Lebensstil so anpassen, dass weniger ( Krebs- ) Krankheiten auftreten, dann nützen wir nicht nur uns selbst, indem wir weniger leiden müssen, sondern auch der Gemeinschaft aller Versicherten, die dann geringere Beiträge für Krankheiten zahlt.

Noch erstrebenswerter ist ein Leben in optimaler Gesundheit. Es ist durch die Übernahme der Verantwortung für sich selbst und eine kluge Lebensführung möglich.
Ak_Teren (25.03.2010, 14:07 Uhr)
@ Hygieia
Das Röntgen und die Computertomographie verursachen ebenfalls Strahlenbelastung und werden ebenfalls häufig zur Diagnoseüberprüfung hinzugezogen. Sie sind in dem Sinne nicht "nötig", sondern dienen nur der Versicherung.
Ebenfalls unnötige Strahlenbelastung?
Verzichten SIE auf Langstreckenflüge? Denn da verstrahlen Sie Ihren Körper gründlicher als mit einigen Röntgenuntersuchungen.
Aber da steht sicher auch die böse Gerätelobby dahinter.
Kaufen Sie nur Autos ohne diese teuren, nervigen, unsicheren Airbags? Denn die bergen auch ein gewisses Risiko und schützen nur begrenzt. Nutzlos, weg damit. Könnte ja was passieren.
Geländer an Brücken? Da muss sich doch eh nur jeder 1000ste dran festhalten, also weg damit, ziehen wir der Stahl-Lobby die beine weg.

Merken Sie was?
Es soll wirklich noch Leute geben, die sich um die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitmenschen Gedanken machen.
Aber Verschwörungstheorien sind da viel bequemer, ich weiß.
Hygieia (25.03.2010, 13:39 Uhr)
@ Ak_Teren - netter Versuch
Es geht hier um ein Screeningverfahren, das unter Einsatz von Strahlung durchgeführt wird, die in sich selbst krebserzeugend ist. Wie sinnvoll ist das bitte?

Es wurde ein Verfahren herausgepickt, das lukrativ für Gerätehersteller und andere Leistungserbringer ist. Deshalb hat es eine starke Lobby. Und nicht, weil es vor einer Krebserkrankung schützt ( Vorsorge ).

Es gibt Methoden, mit denen ohne Strahlenbelastung nach Gewebeveränderungen in der weiblichen Brust gesucht werden kann.Nur: was hat man dann? Eine Gewebeveränderung. Die nichts darüber aussagt, ob eine Frau einmal an Krebs erkranken wird oder bereits an Krebs erkankt ist.

Es gibt Studien, bei denen in Obduktionen nach Gewebeveränderungen der weiblichen Brust gesucht wurde. Bei diesen Frauen war in den Krankenakten nichts vom "Ausbruch einer Krebserkrankung" enthalten. D.h. die Gewebeveränderung taugt als Vorhersage für eine Krebserkrankung nicht.
Sie taugt für die Produktion weiterer Kosten für weitere Laboruntersuchungen und "Behandlungen". Mit sehr sehr fragwrüdigem Nutzen für die "behandelte" Frau. Bringt ihr die Mammographie _Heilung_ oder Schutz vor einer Krebserkrankung wie es sie glauben gemacht wird? Nein!
simbadische (25.03.2010, 13:36 Uhr)
@ Hygieia
Vielen Dank für diesen hochqualifizierten Beitrag !

Keiner der an "Vorsorge" verdient weist auf die damit verbundenen Risiken hin.

Und jeder Arzt will das machen , was man machen kann.

Und (fast) jeder Patient will das haben, was die Medizin machen kann.

Kaum einer fragt nach Lebensqualität.

Ak_Teren (25.03.2010, 13:26 Uhr)
@ alle Aufreger
Bitte alle erstmal durchatmen.
Ja, es ist fragwürdig, warum Ärzte Daten von wildfremden Personen bekommen. Da würde ich mich auch aufregen. wenn ich von einem Urologen eine Einladung zum Prostata-Screening bekommen würde würde ich auch erstmal stutzen und nachbohren, wo der meine Daten herhat.
Soweit, so schlecht.
Aber was, bitte, soll die Aufregung um das Screening an sich?
Das Screening ist nur ein Anhaltspunkt, ein Aufhänger, bei dem bei positivem oder unklarem Befund viele weitere Untersuchungen folgen. Erst dann wird eine Diagnose gestellt. Ja, unklare oder besorgniserregende Befunde lassen einen grübeln, sich Sorgen machen, sich selbst hinterfragen.
Ist die Diagnose schlecht für euch, freut euch das es überhaupt entdeckt wurde und (zumeist) behandelt werden kann. Ist die Diagnose gut für euch, freut euch darüber, das ihr Gewissheit habt.
Das Screening dafür verantwortlich zu machen, ist kindisch.
Zum Zahlenspiel:
Jedes Leben zählt. Als Beispiel: Seit 1966 werden in Deutschland Neugeborenenscreenings auf Phenylketonurie durchgeführt. Bei JEDEM Säugling. Bei 15-20 auftretenden Erkrankungen im Jahr (bei 685000 geburten im Jahr 2007) ist das ein erheblicher finanzieller Aufwand. Sollen wir dieses Screening auch einstellen, weil es nur die Pharmaindustrie füttert?

Gegen Screenings sind nur diejenigen, die selber nicht betroffen sind oder diejenigen, die leider schlechte Erfahrungen machen mussten.

Screenings retten Leben.
Hygieia (25.03.2010, 13:04 Uhr)
Nicht einen Tumor mit dem Krebs verwechseln!
Eine Krebserkrankung kann viele Ursachen haben und betrifft den gesamten Körper. Ein Tumor _kann_ ein Symptom einer Krebserkrankung sein.
Mit der Mammografie werden Gewebeveränderungen sichtbar gemacht, die auf dem Röntgenbild als Schatten erscheinen. Die Durchstrahlung gibt keine Auskunft darüber, was der Schatten ist.

Die Bezeichnung: "Vorsorge" für die Mammographie ist nicht korrekt. Wenn es sich um eine Vorsorge handeln würde, dann wäre nach der Durchstrahlung eine Krebserkrankung weniger wahrscheinlich.
Da die Durchstrahlung aber in etwa die Strahlenbelastung des fall-outs einer Atombombe hat, wie das Bundesamt für Strahlenschutz vor einigen Jahren in einem Gutachten ( das jetzt niht mehr online ist ) ausführte, kann damit keinem Krebsrisiko vorgebeugt werden, sondern das Krebsrisiko steigt mit jeder Mammographie.
Auch die _Behandlung_ von Frauen, auf deren Mammographieaufnahmen sich Schatten gezeigt haben, mit Chemotherapie steigert das Risiko an Krebs zu erkranken. Denn Chemotherapiemedikamente sind starke Kanzerogene ( krebsauslösende Substanzen).
Einer Krebskrankheit kann frau damit vorbeugen, dass sie krebsauslösende Faktoren so weit wie möglich vermeidet. Also keine kanzerogenen Medikamente einnimmt, krebsauslösende chemikalien auf und im Essen und in Körperpflegemitteln vermeidet und keine krebsauslösenden Prozeduren über sich ergehen lässt. Auch langandauernder seelischer oder körperlicher Missbrauch kann sich nach Jahren in einer Gesundheitsabweichung zeigen, die von Ärzten als Krebserkrankung diagnostiziert wird.
Was ist eine Krebserkrankung, wenn sie nicht der Tumor ist?
Eine Krebserkrankung zeigt sich - wenn man nachschaut - als Zusammenbruch des Stoffwechsels. D.h. der Stoffwechsel arbeitet dann nicht mehr wie beim gesunden Menschen. Wenn man bei einem Krebskranken die Körperflüssigkeiten analysiert, zeigt sich, dass sehr viele Inhaltstoffe stark von denen gesunder Menschen abweichen. Zum Beispiel sind Krebskranke sehr oft im Mangelzustand bei vielen Nährstoffen. Wie zum Beispiel Vitaminen.
Wäre es da nicht logisch diese Mängel zu beheben? Und nachzuschauen, welche Faktoren in der Lebensführung den Stofwechsel und die Seele so ins Ungleichgewicht gebracht haben? Und dieses Ungleichgewicht zu beheben? Es hat Frauen gegeben, die eine Partnerschaft beendet haben, um ihr Leben zu retten.

Und noch etwas: wenn Männer aufgefordert würden ihre Hoden unter grossem Druck zwischen zwei Glasplatten zusammenpressen und mit krebserregenden Strahlen durchleuchten zu lassen, würden sie den Screeningärzten den Vogel zeigen und es gäbe schon längst andere Untersuchungsverfahren. Tatsache ist: für Männer gibt es andere Untersuchungsverahren. Für Frauen auch. Aber die werden nicht von den kranken Kassen bezahlt. Es lohnt sich darüber nachzudenken, was wir Frauen mit uns machen lassen.Wollen wir lohnende Objekte für allerlei Praktiken sein, die uns nicht nützen? Und dann schalten wir das eigene Hirn ein und säubern uns Leben von krebsfördernden Faktoren und (Miss- ) Handlungen.
simbadische (25.03.2010, 12:49 Uhr)
Auch mit anderen - weiblichen - Krebsarten werden Geschäfte gemacht
In Ländern wo die männliche Bevölkerung in der Regel beschnitten ist ( auch Amerika ) ist die Zahl der an Gebärmutterhalskrebs erkrankten Frauen geringer als in Ländern mit weitgehend unbeschnittenen Männer. Das ist eine Frage der Hygiene.
Man könnte nun allen Jungs und Mädchen in Deutschland in einer großangelegten Kampagne beibringen, vor dem Geschlechtsverkehr den Penis gründlich zu waschen um das Smegma zu entfernen und die Gefahr einer Virusübertragung zu verringern.
Aber nein, die flächendeckende Impfung der weiblichen Bevölkerung bringt der Pharmaindustrie mehr Geld! Und dabei ist auch hier das Risiko noch nicht abzusehen !
Sternchen2020 (25.03.2010, 12:38 Uhr)
@MarthaMuse!
Richtig, genau so handhabt das Berlin. Unglaublich! Angeblich habe man in Berlin deshalb extra ein Gesetz erlassen, um beim Einwohnermeldeamt an die Daten zu kommen. Man glaubt es ja nicht.
Sternchen2020 (25.03.2010, 12:36 Uhr)
@ Jazebel Jazebel s gibt keinen Grund dafür, unveschämt und unsachlich zu werden,
nur weil man Fan dieser Scrreenigs ist. Diese Untersuchungen habe viele Frauen in Angst und Schrecken versetzt aufgrund einer Vielzahl an diffusen Bwefunden.

Auch keine Verschwörungstheorie es,dass die Untersuchungen im Abfertigugungstakt viel Geld bringen und die Geräte werden optimal ausgelastet. Die standen sehr wohl im Vordergrund, da nutzen auch ihre unsachlichen Einwände nichts.
Und um dies durchzsetzen, schreckte man nicht einmal vor dem Datenschutz zurück, der ausgehebelt wurde. Unfassbar!
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