In diesen Produkten steckt Pferdefleisch

18. Februar 2013, 16:00 Uhr

Lasagne war gestern. Längst ist klar: Pferdefleisch ist in viele Produkte gelangt, in die es eigentlich nicht gehört - von Gulasch über Ravioli bis hin zu Dönerfleisch. Eine Übersicht.

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Auch hier wurden die Prüfer fündig: In diese Tortelloni gelangte Pferdefleisch.©

Um Konsequenzen aus dem Pferdefleisch-Skandal zu ziehen, hat sich Verbraucherministerin Ilse Aigner mit den Ressortchefs der Länder getroffen. In ihrem Entwurf für einen Nationalen Aktionsplan, den Aigner den Kollegen vorstellte, sind etwa zusätzliche Untersuchungen vorgesehen. Zudem soll die Herkunft verarbeiteter Fleischprodukte europaweit gekennzeichnet werden. Doch während die Minister nun eilig versuchen, den Schaden einzudämmen, wird es für Verbraucher immer schwieriger, den Überblick darüber zu behalten, in welche Produkte Pferdefleisch gelangt ist.

Lasagne, Dosen-Tortelloni, Spaghetti Bolognese oder Chili con Carne - die Liste der betroffenen Gerichte ist in den vergangenen Tagen immer länger geworden. stern.de gibt einen Überblick über zurückgerufene Produkte der verschiedenen Handelsketten. Beanstandete Ware können Verbraucher in den Filialen der Supermärkte zurückgeben und bekommen den Kaufpreis erstattet.

ALDI SÜD: Das Unternehmen nahm Dosen-Ravioli und -Gulasch sowie ein Nudelgericht aus den Regalen. Bei Analysen wurden bei den Produkten nach Angaben des Discounters "Anteile von Pferdefleisch" nachgewiesen. Es handelt sich demnach um "Ravioli, 800 g Dose (Sorte Bolognese)" der Eigenmarke "Cucina" vom Lieferanten BLM, "Gulasch, 450 g Dose (Sorte Rind)" des Lieferanten Omnimax, das ausschließlich in Nordrhein-Westfalen verkauft wurde, sowie "Pasta Spezialitäten, 750 g (Sorte Penne Bolognese)" des Lieferanten Copack, die in den Filialen der Regionalgesellschaften Bingen, Kirchheim, Geisenfeld, Regenstauf und Helmstadt verkauft wurden.

ALDI NORD: Der Discounter teilte mit, dass in "Tiefkühl Penne Bolognese 750 g" und "Gulasch 540 g Dose, Sorte Rind" Anteile von Pferdefleisch nachgewiesen worden seien. Die Tiefkühl Penne Bolognese sei in allen deutschen Filialen von Aldi Nord verkauft worden, das Gulasch nur in den Regionalgesellschaften Meitzendorf (Raum Magdeburg), Mittenwalde (Raum Süd-Ost-Berlin, Süd-Ost-Brandenburg) und Hoyerswerda (Raum Süd-Ost-Brandenburg, Nord- und Ost-Sachsen).

EDEKA: Die Handelskette stellte in Stichproben von Lasagne der Eigenmarke "Gut & Günstig" nach eigenen Angaben "geringe Pferdefleisch-Anteile" fest. Der Verkauf des Tiefkühlprodukts wurde gestoppt. Deutschlands größte Supermarktkette prüft weitere Artikel. Bei anderen Produkten liegen demnach aber bislang "keine Hinweise auf vergleichbare Probleme" vor. Laut Verbraucherzentrale Hamburg wurden auch Filialen der regionalen Supermarktkette Konsum Leipzig in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit der Edeka-Lasagne beliefert.

EISMANN: Das Unternehmen stellte in zwei Lasagne-Produkten Pferdefleisch fest. Den Verkauf der betroffenen Ware stoppte der Tiefkühl-Heimservice nach einem ersten Verdacht. Verbraucher können die Ware den Eismann-Verkäufern zurückgeben und bekommen das Geld zurück. Weitere Produkte neben der Lasagne sind laut Eismann nicht betroffen.

KAISER'S TENGELMANN: Die Supermarktkette nahm Lasagne der Eigenmarke A&P vorsorglich aus dem Verkauf. Das Unternehmen hat inzwischen bestätigt, dass Tests in dem Tiefkühl-Produkt Pferdefleisch nachgewiesen haben. Kaiser's Tengelmann wurde eigenen Angaben zufolge vom französischen Hersteller Comigel offiziell informiert, dass die von ihm für seine Kunden hergestellten Fertiggerichte "durchgängig Anteile von Pferdefleisch enthalten". Kaiser's Tengelmann hat auch eigene Tests beantragt, deren Ergebnis noch nicht bekannt ist.

LIDL: Der Discounter stoppte in Deutschland den Verkauf von "Rinder-Gulasch" des Herstellers Dreistern sowie von "Ravioli in pikanter Sauce" von William Saurin und "Penne Bolognese" der Copack und Schröder KG. Alle Produkte wurden einer Sprecherin zufolge in Deutschland verkauft. Zuvor hatte Lidl bereits Rindfleisch-Tortelloni der Eigenmarke Combino, 400 g aus den Regalen genommen, nachdem Kontrolleure in Österreich darin Pferdefleischanteile entdeckt hatten. Der Hersteller der Nudelprodukte, Hilcona aus dem Fürstentum Liechtenstein, erklärte, er habe das beanstandete Fleisch für die Tortelloni bereits verarbeitet von der Firma Vossko aus Ostwestfalen bezogen. Vossko wiederum prüft nun, welcher seiner Lieferanten rohes Pferdefleisch als Rindfleisch verkaufte.

REAL: Das Unternehmen rief "TiP Lasagne Bolognese, 400g, tiefgekühlt" zurück. Bei Laboruntersuchungen mit dem Produkt der Eigenmarke war in "einzelnen Stichproben" Pferdefleisch gefunden worden.

REWE: Die Handelskette nahm sowohl Produkte aus dem Sortiment, welche die Supermarktkette unter ihrem eigenen Namen verkaufte, als auch Produkte eines Markenherstellers. Betroffen sind "Rewe Chili con Carne" und "Rewe Spaghetti Bolognese", die laut Rewe vom Unternehmen SGS Geniesser Service hergestellt wurden, sowie "Mou Lasagne Bolognese" und "Mou Cannelloni Bolognese" der Marke Tulip. Bei den Produkten der Eigenmarke und des Markenherstellers konnten die Produzenten Rewe zufolge nicht ausschließen, dass diese Anteile von Pferdefleisch enthalten.

ANDERE PRODUKTE: Im Auftrag des Fernsehsenders RTL hat das Institut für Produktqualität in Berlin Dönerfleisch untersucht. In Leipzig und Berlin hatten die Lebensmittel-Tester in einer Probe einen Anteil von einem Prozent Pferdefleisch entdeckt hat - und in drei Proben sieben Prozent Schweinefleisch. Da der muslimische Glauben den Verzehr von Schweinefleisch verbietet, enthält Döner in der Regel Rind-, Lamm- oder auch Puten- und Hühnerfleisch.

lea/AFP/DPA
 
 
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