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Schädel im Schraubstock

Diagnose

"Ich habe Kopfschmerzen" - das ist der Satz, den Ärzte am häufigsten hören. Doch damit ist nicht viel gewonnen. Denn der Arzt muss erst mal herausfinden, unter welcher der vielen Kopfschmerz-Formen der Betroffene leidet. Apparate oder Blut- und Urin-Untersuchungen helfen da nicht weiter. Sondern nur eines: das ausführliche Gespräch. Diese so genannte Anamnese reicht in über 95 Prozent der Fälle aus.

Für die Diagnose muss der Arzt wissen, seit wann und wo die Schmerzen auftreten und wie lange sie jeweils anhalten. Er versucht dann mit weiteren Fragen, die Krankheit einzugrenzen, etwa:

  • Wie fühlen sich die Schmerzen an und wie stark sind sie?
  • Beeinträchtigen die Beschwerden Ihren Alltag und Ihre Lebensqualität?
  • Gibt es Begleiterscheinungen? Wenn ja, welche?
  • Kennen Sie konkrete Auslöser für die Kopfschmerzen?
  • Welche Medikamente nehmen Sie ein?
  • Fühlen Sie sich seelisch angespannt?
  • Gibt es Familienangehörige mit ähnlichen Beschwerden?

Um diese Fragen gut beantworten zu können, empfiehlt es sich, schon vorher alles aufzuschreiben, was zu den eigenen Kopfschmerzen einfällt, und diese Notizen dann zum Arzt mitzubringen. Ein vorgedrucktes Kopfschmerz-Tagebuch mit Fragen kann bei dieser Vorbereitung helfen. Erst wenn der Arzt sich ein genaues Bild von allen Beschwerden gemacht hat, kann er etwas über die spezielle Kopfschmerz-Form sagen.

Chronisch ist, was andauert

Bei seiner Diagnose orientiert sich der Arzt an Kriterien, welche die Internationale Kopfschmerzgesellschaft festgelegt hat. Danach hat ein Mensch chronische Spannungskopfschmerzen, wenn folgende Punkte auf ihn zutreffen:

  • Die Kopfschmerzen treten an mehr als 15 Tagen im Monat auf oder länger als 180 Tage im Jahr oder drei Monate und mehr.
  • Die Kopfschmerzen halten über Stunden hinweg an oder sie sind dauernd da.
  • Die Kopfschmerzen haben mindestens zwei der folgenden Eigenschaften:
    Sie sind pressend, vermitteln ein Gefühl der Enge.
    Sie sind nicht sehr stark, schränken aber möglicherweise die Aktivität ein.
    Sie werden auf beiden Seiten des Kopfes wahrgenommen.
  • Die Kopfschmerzen haben eine der folgenden Eigenschaften:
    Sie gehen entweder mit leichter Übelkeit oder mit Lichtempfindlichkeit oder mit Lärm-Empfindlichkeit einher
  • Sie sind nicht verbunden mit starker Übelkeit oder Erbrechen.
  • Die Kopfschmerzen stehen nicht im Zusammenhang mit einer anderen Krankheit.

Die Angst vor einem Tumor ist meist unbegründet

Nach dem ausführlichen Gespräch untersucht der Arzt den Kopfschmerz-Patienten gründlich. Er schaut auf:

  • Haut, Schleimhaut und Zähne,
  • Puls und Blutdruck,
  • Herz und Lungen,
  • Kiefer,
  • Halswirbelsäule,
  • Nerven und Muskeln.

Er testet die Kraft und die gesamte Beweglichkeit des Körpers, prüft die Reflexe und die Koordination der Gliedmaßen und schaut nach Taubheitsgefühlen oder einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit. In den meisten Fällen kann so durch Gespräch und Untersuchung eindeutig festgestellt werden, ob das Kopfweh den medizinischen Namen chronische Spannungskopfschmerzen erhält.

Weitere medizinische Geräte kommen bei dieser Untersuchung nicht zum Einsatz, es sei denn, es gibt Anzeichen für eine andere Erkrankung. Viele Kopfweh-Geplagte haben Angst, sie könnten einen Gehirntumor haben. Um das auszuschließen, kann der Arzt eine Schichtbild-Aufnahme (Computer- oder Kernspintomografie) des Kopfes machen lassen. In den meisten Fällen ist das aber nicht notwendig; es reicht eine sorgfältige Untersuchung durch den Nervenarzt.

Die ganze Kopfschmerz-Palette

Um mit Gewissheit sagen zu können, ob ein Patient chronische Spannungskopfschmerzen hat, muss der Arzt alle anderen Kopfschmerzformen ausschließen.

  • Episodische Spannungskopfschmerzen sind drückende und ziehende Schmerzen ohne Übelkeit, die an weniger als 15 Tagen im Monat auftreten. Die einzelnen Attacken können zwischen 30 Minuten und mehreren Tagen anhalten.
  • Schmerzmittel-Kopfschmerzen sind dumpf-drückende Dauerkopfschmerzen. Sie können sich einstellen, wenn ein Schmerzmittel drei Monate und länger eingenommen wird und zwar an mehr als zehn Tagen pro Monat. Wenn das Medikament abgesetzt wird, kommt es zu einem Entzugskopfschmerz. Erst nach längerer Einnahmepause von bis zu acht Wochen kann der Schmerz wieder verschwinden.
  • Migräne verursacht pochende und pulsierende Kopfschmerzen, die sich bei körperlicher Aktivität verstärken. Eventuell kommen Brechreiz, Erbrechen, Seh-, Sprech- und Sensibilitätsstörungen, Licht- und Lärm-Überempfindlichkeit dazu. Etwa die Hälfte der Kopfschmerz-Geplagten leidet sowohl an Migräne als auch an Spannungskopfschmerzen.
  • Chronische Migräne verursacht Dauerkopfschmerzen, eine Mischform aus Migräne- und Spannungskopfschmerzen.
  • Cluster-Kopfschmerzen sind starke, einseitige Kopfschmerz-Attacken im Bereich der Augen, der Stirn oder der Schläfe. Der Schmerz-Angriff kann 15 Minuten, aber auch bis zu drei Stunden andauern. Oft tränen dabei die Augen, sie sind gerötet, die Nase läuft, und auf dem Gesicht bildet sich ein Schweißfilm.

Hoher Druck - hoher Schmerz

Kopfschmerzen als eigenständige Krankheit, so genannte primäre Kopfschmerzen, müssen anders behandelt werden als sekundäre Kopfschmerzen, also solche, die durch eine andere Krankheit hervorgerufen werden. Um eine andere Krankheit als Ursache für den Schmerz auszuschließen, kann eine Schichtbild-Aufnahme des Kopfes (Computer- oder Kernspintomografie) sinnvoll sein. Manchmal ist auch die Untersuchung von Blut und der Flüssigkeit aus dem Rückenmark erforderlich.

Zu den Krankheiten, die einen sekundären Dauerkopfschmerz auslösen können, gehören unter anderem:

  • eine Nasennebenhöhlen-Entzündung,
  • Bluthochdruck,
  • eine Schilddrüsenüberfunktion,
  • Fließstörungen der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit,
  • Hirnblutungen,
  • Tumore,
  • eine chronische Hirnhautentzündung.
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