"Ich habe Kopfschmerzen" - das ist der Satz, den Ärzte am häufigsten hören. Doch damit ist nicht viel gewonnen. Denn der Arzt muss erst mal herausfinden, unter welcher der vielen Kopfschmerz-Formen der Betroffene leidet. Apparate oder Blut- und Urin-Untersuchungen helfen da nicht weiter. Sondern nur eines: das ausführliche Gespräch. Diese so genannte Anamnese reicht in über 95 Prozent der Fälle aus.
Für die Diagnose muss der Arzt wissen, seit wann und wo die Schmerzen auftreten und wie lange sie jeweils anhalten. Er versucht dann mit weiteren Fragen, die Krankheit einzugrenzen, etwa:
Um diese Fragen gut beantworten zu können, empfiehlt es sich, schon vorher alles aufzuschreiben, was zu den eigenen Kopfschmerzen einfällt, und diese Notizen dann zum Arzt mitzubringen. Ein vorgedrucktes Kopfschmerz-Tagebuch mit Fragen kann bei dieser Vorbereitung helfen. Erst wenn der Arzt sich ein genaues Bild von allen Beschwerden gemacht hat, kann er etwas über die spezielle Kopfschmerz-Form sagen.
Bei seiner Diagnose orientiert sich der Arzt an Kriterien, welche die Internationale Kopfschmerzgesellschaft festgelegt hat. Danach hat ein Mensch chronische Spannungskopfschmerzen, wenn folgende Punkte auf ihn zutreffen:
Nach dem ausführlichen Gespräch untersucht der Arzt den Kopfschmerz-Patienten gründlich. Er schaut auf:
Er testet die Kraft und die gesamte Beweglichkeit des Körpers, prüft die Reflexe und die Koordination der Gliedmaßen und schaut nach Taubheitsgefühlen oder einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit. In den meisten Fällen kann so durch Gespräch und Untersuchung eindeutig festgestellt werden, ob das Kopfweh den medizinischen Namen chronische Spannungskopfschmerzen erhält.
Weitere medizinische Geräte kommen bei dieser Untersuchung nicht zum Einsatz, es sei denn, es gibt Anzeichen für eine andere Erkrankung. Viele Kopfweh-Geplagte haben Angst, sie könnten einen Gehirntumor haben. Um das auszuschließen, kann der Arzt eine Schichtbild-Aufnahme (Computer- oder Kernspintomografie) des Kopfes machen lassen. In den meisten Fällen ist das aber nicht notwendig; es reicht eine sorgfältige Untersuchung durch den Nervenarzt.
Um mit Gewissheit sagen zu können, ob ein Patient chronische Spannungskopfschmerzen hat, muss der Arzt alle anderen Kopfschmerzformen ausschließen.
Kopfschmerzen als eigenständige Krankheit, so genannte primäre Kopfschmerzen, müssen anders behandelt werden als sekundäre Kopfschmerzen, also solche, die durch eine andere Krankheit hervorgerufen werden. Um eine andere Krankheit als Ursache für den Schmerz auszuschließen, kann eine Schichtbild-Aufnahme des Kopfes (Computer- oder Kernspintomografie) sinnvoll sein. Manchmal ist auch die Untersuchung von Blut und der Flüssigkeit aus dem Rückenmark erforderlich.
Zu den Krankheiten, die einen sekundären Dauerkopfschmerz auslösen können, gehören unter anderem: