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Schädel im Schraubstock

Therapie

Schmerzen selbst sind nicht gefährlich - aber sie können eine ernsthafte Gefahr für den Körper anzeigen. Auch Kopfschmerzen können harmlos und vorübergehend sein, sie können aber auch hinweisen auf eine andere Krankheit. Fachleute sprechen dann von sekundären Kopfschmerzen. Dann sollte natürlich die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Je nach Ursache kann die Therapie unterschiedlich ausfallen.

Leiden Sie jedoch unter akuten Spannungskopfschmerzen, können Ihnen Schmerzmittel helfen. Sie verringern die Beschwerden oder lassen sie ganz verschwinden. Folgende Wirkstoffe können helfen:

Allerdings können diese Substanzen auch unangenehme Nebenwirkungen haben. Nimmt man Schmerzmittel dauernd, können sie genau das auslösen oder verstärken, was man mit ihnen mindern wollte: die Kopfschmerzen. Deshalb sollten sie nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat eingenommen werden. Kombinations-Präparate, die mehrere Wirkstoffe in einer Tablette enthalten, sollten komplett gemieden werden. Sie wirken nicht besser als einzelne Wirksubstanzen und führen außerdem wesentlich früher zu Dauerkopfschmerzen und Medikamenten-Abhängigkeit.

Pfefferminzöl gehört zu den bewährten Hausmitteln

Bei akuten Spannungskopfschmerzen hilft als Alternative zum Medikament zehnprozentiges Pfefferminzöl in alkoholischer Lösung. Großflächig auf Stirn und Schläfe aufgetragen, verringert es die Kopfschmerzen nach etwa 15 Minuten und erweist sich damit als genau so wirkungsvoll wie eine Tablette mit Paracetamol. Das haben verschiedene Studien gezeigt. Selbst bei hartnäckigen Dauerkopfschmerzen können außerdem kurzfristig helfen:

Antidepressiva helfen gegen Schmerzen

Ist der Spannungskopfschmerz chronisch geworden, sollten keine Schmerzmittel mehr genommen werden. Denn auf Dauer können diese das Übel sogar verschlimmern. Statt dessen setzen Ärztinnen Mittel ein, mit denen Depressionen behandelt werden, so genannte trizyklische Antidepressiva: Warum diese Medikamente auch bei Schmerzen helfen, ist bis heute ungeklärt. Zu diesen Mitteln gehören:

  • Amitriptylin
  • Doxepin
  • Imipramin
  • Nortriptylin
  • Desipramin

Amitriptylin ist die Nummer Eins bei chronischen Spannungskopfschmerzen. Es macht nicht abhängig und verursacht keine schweren Nebenwirkungen. Zu Beginn der Therapie allerdings klagen viele Menschen über Mundtrockenheit, Schwindel, Verstopfung oder Schlafstörungen, sie fühlen sich müde oder nehmen an Gewicht zu. Am Anfang einer Therapie mit Antidepressiva neigen Betroffene zu selbstzerstörerischen Handlungen. Denn das Medikament steigert zunächst nur die Tatkraft, die Stimmungslage verbessert sich erst später.

Amitriptylin wirkt erst nach etwa zwei bis drei Wochen. Sind die Kopfschmerzen nach acht Wochen immer noch da, ist ein anderes Antidepressivum anzuraten. Schlägt es an, wird nach einem halben Jahr die Dosis langsam reduziert und schließlich das Medikament ganz weggelassen. Bei 45 Prozent der Kopfschmerz-Geplagten lindert die Behandlung mit Antidepressiva die Beschwerden.

Bewegung und Entspannung sind gut

Das Alltags-Motto für Menschen mit Spannungskopfschmerzen heißt: Bewegung! Laufen, Schwimmen, Radfahren, Nordic-Walking sind angesagt - und das als Ausdauertraining zwei- bis dreimal in der Woche. Wichtig ist auch, für einen guten Schlaf zu sorgen und Stress wenn möglich zu vermeiden. Hilfreich sind außerdem eine Reihe von Entspannungstechniken:

Entspannungsübungen: Bei der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson werden die Muskeln willkürlich angespannt und wieder entspannt. Die Methode hilft, den Körper besser wahrnehmen und Verspannungen als mögliche Kopfschmerz-Ursache zu erkennen und zu beseitigen. Für diese Technik gibt es CD-Programme zum Selberlernen.

Stressbewältigungstraining: Stress in den Muskeln hat nicht nur körperliche Ursachen. Auch Angst oder seelische Belastungen können ihn hervorrufen. Wer diesen Zusammenhang erkennt und sich kontrolliert, kann seine Kopfschmerzen positiv beeinflussen.

Biofeedback: Mit dieser Methode wird einem Patienten verdeutlicht, wie seine Muskeln auf eine belastende Situation reagieren. Dabei zeigt ihm ein Monitor den Spannungszustand seiner Muskulatur an. Ziel dieser von einem Arzt oder einer Psychologin begleiteten Behandlung ist es, unbewusste Körperfunktionen bewusst zu steuern.

Kognitive Verhaltenstherapie: Chronische Spannungskopfschmerzen bringen oft Schlaflosigkeit, Angststörungen, Unruhe, Abgeschlagenheit und Stimmungsschwankungen mit sich. Daher kann eine Psychotherapie als Begleitung sinnvoll sein. Eine kognitive Verhaltenstherapie etwa hilft dabei, besser mit den Schmerzen umzugehen.

Die Behandlungs-Möglichkeiten für chronische Spannungskopfschmerzen sind also breit gefächert. Am besten ist es daher, wenn sich ein ganzes Team von Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen an der Therapie beteiligt: Ärzte, Schmerztherapeutinnen, Zahnärzte, Psychologinnen und Physiotherapeuten.

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