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15. Dezember 2009, 15:48 Uhr

Christoph Waltz für Golden Globe nominiert

Dem österreichischen Schauspieler Christoph Waltz stehen aufregende Wochen bevor: Er ist für den Golden Globe nominiert - und gilt damit auch als Favorit für den Oscar. Auch eine deutsche Filmproduktion darf sich Hoffnungen machen.

Christoph Waltz, Das weiße Band

Die Rolle als SS-Mann Hans Landa in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" hat Christoph Waltz schlagartig in Hollywood bekannt gemacht© AP

Deutschland und Österreich können auf neue Film-Trophäen in Hollywood hoffen: Die deutsch-österreichische Koproduktion "Das Weiße Band" des Regisseurs Michael Haneke ist in Beverly Hills für den begehrten Filmpreis "Golden Globe" nominiert worden und könnte im Januar als beste fremdsprachige Produktion ausgezeichnet werden. Eine Nominierung in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" heimste der österreichische Schauspieler Christoph Waltz für seine Rolle in dem Kriegsfilm "Inglourious Basterds" von Regisseur Quentin Tarantino ein. In der Königskategorie der Auszeichnung für den besten Film treten fünf US-Produktionen gegeneinander an: Nominiert sind neben Tarantinos "Inglourious Basterds" auch der Irakkriegs-Film "The Hurt Locker" (deutsch: "Tödliches Kommando"), das Teenager-Drama "Precious", die Komödie "Up In The Air" und das Science-Fiction-Spektakel "Avatar". Die Golden Globes, die von der Auslandspresse in Hollywood vergeben werden, gelten als wichtiges Stimmungsbarometer für die Oscar-Verleihung im Februar. Sie werden am 17. Januar zum 67. Mal vergeben.

Michael Haneke zum zweitbesten Regisseur gewählt

Kurz zuvor hatten auch die Filmkritiker in Los Angeles und New York ihre Wertungen für das zurückliegende Filmjahr abgegeben. Sie erklärten den Kriegsfilm "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" zum besten Film des Jahres. Beide Verbände sprachen Regisseurin Kathryn Bigelow für ihre realistische Darstellung von Bombenexperten im Irak die Auszeichnung für die beste Regie-Arbeit zu.

Die Filmkritiker von Los Angeles wählten ihren österreichischen Kollegen Michael Haneke für den deutschen Film "Das weiße Band" zum zweitbesten Regisseur. Hanekes Landsmann Christoph Waltz, der in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" einen charmant-schaurigen SS-Mann spielt, erhielt von beiden Organisationen den Preis als bester Nebendarsteller.

Jeff Bridges geehrt

George Clooney konnte die New Yorker Filmkritiker in der Rolle eines vielfliegenden Geschäftsmannes in der Drama-Komödie "Up in the Air" überzeugen, während die Kollegen in Los Angeles Jeff Bridges für seinen Auftritt als abgewrackter Country-Sänger in "Crazy Heart" ihre Stimme gaben. Die New Yorker kürten Meryl Streep als Starköchin Julia Child in "Julie & Julia" zur besten Hauptdarstellerin. Hollywoods Kritiker zeichneten dagegen die Belgierin Yolande Moreau für "Seraphine" aus.

In der Kategorie "bester ausländischer Film" waren sich beide Verbände einig: das französische Drama "Summer Hours" stach die internationale Konkurrenz aus. Die Preise werden im Januar in Los Angeles und in New York überreicht.

AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
tannebaum (16.12.2009, 16:11 Uhr)
@Preston
absolut richtig. schon ndie urfassung dieses filmes war übler trash und wurde wenig beachtet.
das alles wird nicht besser, wenn er noch brutaler, noch zügelloser und noch gewaltbereiter dargestellt wird. auch nicht dann, wenn nun einige bekannte schauspieler dabei sind.

würde dieser film mit amerikanern als opfer gedreht werden, so würden die das gar nicht lustig finden. mit uns deutschen kann man es ja machen. nach hitler-persiflagen (die allesamt dumm waren -sorry helge, deine jazzmusik mag ich dennoch) kommen nun die bastards. und wir lachen darüber auch noch...

aber was will man erwarten, wenn man eine rtl-verseuchte nation ins kino schickt? über 7 zwerge, zu mario barth und til schweiger immer weiter auf den abgrund des schlechten geschmacks drauf zu... bis wir hintern überkippen.
tannebaum (16.12.2009, 16:04 Uhr)
@laketahoe
meine güte, wo holen sie denn ihre phantasiegebilde her? war was im glühwein?

quentins filme sind unterhaltung. meist makabre, aber immer gewaltverherrlichende streifen, die vor 1980 sicher verboten wären.

und wieso bin ich ein dann ein ultrarechter, weil ich es albern finde, dass man für solche trivialfilme einen globe bekommen kann?
weil es mich entsetzt, dass es scheinabr als konkurrenz keine besseren filme mehr gibt (was ich übrigens sehr bedauer)?

weil man einen präsidenten den friedensnobelpreis nachwirft, obwohl er nichtsgetan hat, ausser den bösen, bösen bush abzulösen? reicht das heute schon?
wenn ja, so ist das eine ohrfeige für alle die, welche den preis bisher erhalten haben, die ihr ganzes leben erst etwas geleistet haben und dann ausgezeichnet wurden. von albert schweitzer bis mutter theresa. diese menschen haben sich aufgeopfert... aber nicht obama. der bleibt alles schuldig.

ich bin übrigen kein rechter (tut mir für sie sehr leid, wenn sie nun enttäuscht sind), aber sie dafür ein sehr naiver mensch, der andere durch seine eigenen vorurteile in schubladen steckt und dabei selbst nicht weiss, was gut ist.

denn quentin mag unterhalten, guter geschmack sieht ganz anders aus. und wenn sie die bastards, zweiohrkücken, star wars oder männersache für gute kinofilme halten, dann ist eben nur eines klar: zu großem kino hatten sie noch nie bezug.

aber dann hängen sie nicht mir ihre unkenntnis und ihre bildungslücken an.



Outlawyer1972 (16.12.2009, 11:43 Uhr)
Na, dann....
..bin ich ja froh, kein Lehrer geworden zu sein. Und Filmgeschmack als Maßstab für die Führerschein-Eignung ist mal was neues, gefällt mir!

Ob die Szene jetzt eine Schlüsselszene ist, ist Geschmackssache. Meines Erachtens ist sie das nicht. Aber schon mal darüber nachgedacht, ob genau das beabsichtigt war? Zu zeigen, dass die Rächertruppe genauso unmoralisch handelt, wie der Feind, den sie eigentlich bekämpfen will? Und dass der deutsche Soldat in dieser Szene bewusst als Held dargestellt wurde, um ein differenziertes Bild zu schaffen? Was man hätte erkennen können, wenn man sich von den eigenen Stereotypen entfernt und den Regisseur selbst zu Wort kommen lässt, bzw. sein Interview im Spiegel vom, ich glaube, August diesen Jahres Revue passieren lässt.

Wo genau jetzt der "Rassismus" des Filmes liegt, kann ich nicht erkennen.
UR63 (16.12.2009, 11:30 Uhr)
@Preston
Richtig!
für diesen schundfilm hat die deutsche Filmförderung auch noch 10 Millionen Euro beigesteuert!
als nächstes wird mit deutschen Steuergeldern ein Film über Bullshitshido gedreht!
Da wird einen schlecht!
Preston (16.12.2009, 11:02 Uhr)
Wer diesen Gewaltporno "genießt"....
- dürfte meiner Meinung nach nicht mehr Lehrer werden, und der Führerschein sollte ihm (sicherheitshalber) auch abgenommen werden.
Um die Schlüsselszene einmal kurz zu beschreiben:
ein deutscher Soldat (der vorher nicht in Erscheinung trat, einfach nur ein "Kriegsgefangener") weigert sich, die Stellung seiner Kameraden zu verraten - und bekommt dafür den Kopf mit einem Baseballschläger zu Brei gehauen.
Während seine "Mitkämpfer", die "Inglorious Basterds" (allen voran Til Schweiger) laut lachen und Beifall klatschen. Dann wird der Tote skalpiert.

Ich bin wirklich kein Patriot (noch nie gewesen), aber an dieser Stelle (die sogar von amerikanischen Kritikern verdammt wird, weil der deutsche Soldat ja EIGENTLICH, nach Filmmaßstäben ein Held ist - der lieber stirbt, als seine Kameraden zu verraten), konnte ich für Til Schweiger (und Christoph Waltz) wirklich nur noch Verachtung empfinden.
Was für ein rassistisches, gewaltpornografisches Machwerk; und wie tief gesunken ist die deutsche Filmförderung, wenn sie dafür einen Cent ausgibt.
Ich hätte Tarantino noch nicht einmal in Deutschland drehen lassen.
Outlawyer1972 (16.12.2009, 10:33 Uhr)
Und wieder einmal....
... ist der Deutsch-Amerikanische Kulturkrieg in vollem Gange.....

Von meiner Seite die herzlichsten Glückwünsche an Christoph Waltz und an Quentin Tarantino für die Golden-Globe-Nominierungen und viel Glück für die anstehenden Oscar-Nominierungen!

Wer sich über die Nominierungen und den Film an sich mokiert, sollte sich möglicherweise ein paar grundsätzliche Regeln vor Augen halten. Die erste und wichtigste: ES IST NUR EIN FILM! Es geht nicht um tiefmoralische Aussagen und ganz gewiss geht es nicht um eine Umschreibung der Geschichte.

Aber wenn es hier schon ein Beitragender für nötig hält, das Ende zu verraten: Kunst darf kreativ sein. Literatur hält sich in seltendsten Fällen an geschichtliche Fakten, sondern entwirft munter Parallelwelten. Warum sollte es das Medium Film nicht dürfen? Ich habe den Film sehr genossen. Eine augenzwinkernde originelle Rachephantasie mit hervorragenden Schauspielern, allen voran Christoph Waltz und Melanie Laurent, die von den amerikanischen Kritiker-Vereinigungen zu Recht gefeiert und mit Preisen bedacht werden. Möglicherweise gerade deshalb, weil das Gros der amerikanischen Filmkritiker intelligent genug ist und genug Filmverstand hat, um zu abstrahieren und nicht alles bierernst zu nehmen oder die Moralkeule zu schwingen.

Aber wenn Missgunst und Kritiksucht dem deutschen Wesen mehr entspricht und daher verbietet, einem international bei Kritik und Publikum erfolgreichen Film, an dem die deutsche Filmindustrie maßgeblich beteiligt war, den entsprechenden Respekt zukommen zu lassen, dann muss es wohl so sein....
Preston (16.12.2009, 08:08 Uhr)
wer bin einem solchen Film mitspielt...
- dem kann man keine Glückwünsche aussprechen.
Ihm wurde ja noch nicht mal zugetraut, die weibliche Nebendarstellerin richtig zu erwürgen, deshalb hat Tarantino diesen Part selbst übernommen (kein Scherz); er sagte, er habe sich schon immer darüber geärgert, daß "Erwürgungen" so unecht aussehen.
Damit ist sein künstlerischer Anspruch im Wesentlichen auch schon korrekt (und umfassend) dargestellt:
es ist der eines 12jährigen.
So ist auch sein Blick auf die Geschichte, auf Hitler, auf Frauen (ganz nebenbei).
Es gibt eine Szene in dem Film, wo Brad Pitt Diane Kruger foltert - indem er ihr den Finger in eine Schußwunde bohrt und darin herumpult (bis sie stöhnt und schreit). Das nenne ich "Gewalt-Pornografie"; im puritanischen (und bekloppten) Amerika kann man damit natürlich viel Geld verdienen.*
Daß aber ein seriöser deutscher Schauspieler diesen Müll veredelt, ist einfach nur traurig.

* da glauben 20% ja immer noch, Hitler würde leben. Wahrscheinlich hat Tarantino deshalbauch 7 Millionen aus dem deutschen Filmförderungsfond bekommen. Damit die Amis endlich sehen, Hitler ist tot. (Im Film verbrennt er in einem Kino; bzw. verbrennt - und wird in Stücke geschossen.)
AttaTroll (15.12.2009, 18:36 Uhr)
Glückwunsch
Ich finde diesen besagten Film zwar unerträglich und entbehrlich, aber Christoph Waltz ist ein ganz hervorragender und begnadeter Schauspieler und hätte längst eine der ganz großen Auszeichnungen verdient. Nehmen wir die Nominierung also für seine darstellerischen Gesamtleistungen. Also, herzlichen Glückwunsch Herr Waltz; ich freue mich schon auf Ihren nächsten Film - aber hoffentlich nicht wieder als Nazi. Zwar ist das anscheinend das einzige Genre in Hollywood, in dem deutsche (und österreichische) Schauspieler erwünscht sind, aber Künstler wie Sie sollten mehr verlangen...
laketahoe (15.12.2009, 18:14 Uhr)
@tannebaum Sind Sie ganz sicher......
...das Sie noch alle auf dem Christbaum haben....

Was Sie sich hier zusammenschwurbeln, lässt nur erkennen, dass heute nicht ihr bester Tag sein dürfte und leider auch, dass Sie ziemlich weit rechts stehen dürften. Was ich unappetitlich finde.

Zur Sache selbst: Auch Filme von Quentin Tarantino müssen einem vom Stoff her nicht gefallen und die schauspielerischen Leistungen darin auch nicht. Als Laie darf einem gefallen, was einem eben so gefällt. Relevant für Preise kann das allerdings nicht sein, da es Leute gibt, die wirklich etwas davon verstehen.

Für den Golden Globe wird man aufgrund objektiv überragenden Leistungen nominiert. Das heisst, man muss wirklich gut gespielt haben, auf das laufende Filmjahr bezogen; was natürlich auch insgesamt Aussagekraft über Regisseure und Schauspieler besitzt. Mit Christoph Waltz hat die Nominierung mal jemand getroffen, der die gesamte Bandbreite zwischen Theater, TV- und Kinofilm, also seinen Beruf, Schauspieler, beherrscht..


Aber wenn Sie schon kryptische Insider-Andeutungen machen, dann lassen Sie uns doch bitte auch dran teilhaben, welche deutschen Schauspieler es chic finden, keinen Grimmepreis zu haben.....
tannebaum (15.12.2009, 17:32 Uhr)
@Schulse
er hat jeden anderen blass aussehen lassen? hmm, war das so schwer???

bei diesem tiefgehenden stoff, wo wirklich jede faser eines schauspielers aufschrie und auf die leinwand gepresst werden wollte...?!!! MUHAHAHAHA
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