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27. Juni 2007, 07:34 Uhr

"Ich schlief ... er hat sich an mir gerieben"

Einen Tag, nachdem sich Marco W. aus dem türkischen Gefängnis meldete, wurden nun Auszüge aus dem Vernehmungsprotokoll des 13-jährigen Mädchens veröffentlicht. Darin erhebt sie schwere Vorwürfe gegen den deutschen Jungen - und beharrt auf dem sexuellen Missbrauch.

Marco W. sitzt seit den Osterferien in diesem Gefängnis in Antalya© Tolga Bozoglu/DPA

Was genau in jener Nacht, in einem Hotelzimmer im türkischen Ferienort Antalya passierte, wissen wohl nur die Beteiligten - doch deren Aussagen unterscheiden sich wesentlich. Nachdem gestern die türkische Tageszeitung "Hürriyet" ein Interview mit den 17-jährigen Deutschen Marco W. abdruckte, erschien in der heutigen Ausgabe des Massenblattes in Auszügen die Aussage der 13-jährigen Britin Charlotte M.

Charlotte M. will dabei geschlafen haben

Marco W. aus Uelzen in Niedersachsen, der wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs der jungen Britin seit den Osterferien im Ferienort Antalya im Gefängnis sitzt, hatte bisher immer seine Unschuld beteuert - und angegeben, dass die sexuellen Handlungen von Charlotte M. ausgegangen seien.

In der Aussage des mutmaßlichen Opfers hört sich das allerdings ganz anders an. Die "Bild"-Zeitung druckte den "Hürriyet"-Artikel nach. Demnach sagte Charlotte M. gegenüber dem türkischen Staatsanwalt: "Ich schlief. Er war auf mich gestiegen und hat sich an mir gerieben". Die junge Britin will Marco W. erst am Tag der Tat in der Disco getroffen haben, dort sollen sich die beiden Teenager auch gestritten haben.

"Als ich erwachte, fühlte ich ihn auf mir"

Weiter wird ihre Aussage in der "Bild" zitiert: "Später, als ich, meine Schwester und meine Freundin M. gemeinsam im Zimmer waren, kamen der Beschuldigte (Marco W.) und sein Freund. Er wollte sich bei mir entschuldigen. Wir haben sie hereingelassen. Eine Weile saßen wir auf dem Bett und unterhielten uns. Später setzten sich der Freund des Beschuldigten und meine Schwester auf den Balkon. Der Beschuldigte, ich und M. waren im Zimmer. M. legte sich in ihr Bett und schlief. Ich legte mich auch schlafen, obwohl der Beschuldigte neben mir war. Zwischen unserer Unterhaltung und meinem Einschlafen waren ca. 15 Minuten verstrichen. Als ich plötzlich zu mir kam, also erwachte, da fühlte ich den Beschuldigten auf mir. Ich schubste ihn weg. Dabei bemerkte ich aber eine Feuchtigkeit auf meinem Körper. Danach sind wir zum Arzt gegangen."

Der Arzt hätte ihrer Familie dann gesagt, dass Marco W. wohl durch Reiben zum Höhepunkt gekommen sei. Der britische Teenager will auch beim Erwachen "einen Schmerz am Körper gespürt" haben, vermutet jedoch, dass der vom Reiben herrührte und äußerlich war.

Für Marco wär's das erste Mal gewesen

Marco W. stellte in seinem ersten Medien-Interview den fraglichen Vorfall ganz anders dar: "In dem Zimmer haben wir uns umarmt und das wäre für mich das erste Mal gewesen. Sie hat mich geküsst, angefasst, da bin ich zu früh gekommen. Sie hatte mir die Unterhose runtergezogen. Ich habe ihre Vagina gar nicht berührt." Er gab aber auch zu: " Wenn ich nicht gekommen wäre, hätte ich mit ihr geschlafen." Und weiter: "Sie wollte ja den Geschlechtsverkehr." Bei dem nächsten Prozesstermin am 6. Juli vor der 1. Schwurgerichtskammer in Antalya wird somit Aussage gegen Aussage stehen.

Doch auch Charlotte M. ging bei ihrer Vernehmung ins Detail: "Da ich schläfrig war und mich nicht genau erinnern kann, stieg der Beschuldigte, während ich schlief, auf mich und kam zum Höhepunkt, indem er sein Geschlechtsteil an meinem rieb, ohne einzudringen. Von Vergewaltigung ist nicht die Rede. Ein Geschlechtsverkehr fand nicht statt. Aber dieser Vorfall ereignete sich ohne meine Zustimmung, während ich schlief. Ich habe infolgedessen auch nicht meine Jungfräulichkeit verloren."

"Kein erzwungener Geschlechtsverkehr"

Marco W. stritt in seiner Vernehmung alle Vorwürfe ab und wies nochmals darauf hin, dass Charlotte M. sich ihm gegenüber auch älter gemacht hatte: "Ich widerspreche den Vorwürfen eines erzwungenen Verkehrs. Ich habe nicht unter dem Vorsatz einer Straftat gehandelt. Dieser Vorfall tut mir sehr leid. Ich weiß, dass diese Handlung auch in meinem Land verboten ist. Aber ich hatte keine Bedenken, da die Geschädigte vorgab, 15 Jahre alt zu sein."

Ob Marco W. vor dem Prozesstermin am 6. Juli freikommt, scheint derzeit unwahrscheinlich. Politiker und Behörden versuchen allerdings alles, um die Lage für den deutschen Teenager zu vereinfachen. So sicherte der türkische EU-Chefunterhändler Ali Babacan nach einem Gespräch mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Brüssel zu, dass seine Regierung für ein faires Verfahren sorgen werden. Und für eine kleine Chance, dass Marco W. demnächst vielleicht in ein deutsches Gefängnis überstellt wird, sorgte die Staatsanwaltschaft Lüneburg. Nach Angaben der "Allgemeinen Zeitung Uelzen" hat diese nun ein Verfahren gegen Marco W. eingeleitet. Damit wäre eine Anklage auch in Deutschland möglich. Für die Türkei bestünde damit die Möglichkeit, das Verfahren im Rechtshilfewege an die deutsche Justiz abzugeben - mit der Bitte, die Strafverfolgung hier zu übernehmen.

spi
 
 
KOMMENTARE (10 von 96)
 
muhtesem1 (29.06.2007, 20:55 Uhr)
@ Lumix...
...du mußt nicht D verlassen,aber man sieht hier,wie die Medien das Volk für DUMM halten und man sollte glauben,dass Politiker klüger sind.Leider sind nicht mal die Politiker hier im Land reif, nei sie sind dümmer als ihr Volk.Lumix,willst du denn auch in Erdlöchern leben wie es die Türken in der Türkei tun?Bleib doch hier,denn hier fließt ja Honig aus dem Hahn und Geld liegt auf der Straße.Als Tütke kriegst du wie die DDr´ler und die Russen alles in den Ars.h geschoben;-)Ich verstehe nur nicht wie es sein konnte,als nur die damaligen Ausländer, auch ihr Türken da wart,hatten wir goldene Zeiten.Warum verlor das ganze an Glanz?Weil nur ihr Türken nichts einbezahlt und nur rausschöpft?*lol
romario (28.06.2007, 11:04 Uhr)
Was für die Ausländer in DE gilt, gilt auch für die Deutschen in Ausland!
@H.P.
---- "Dazu ein Beispiel, ich selbst habe Türken, die Arbeit in Deutschland suchten geholfen Formulare auszufüllen, da sie kaum schreiben konnten, ich fragte sie, wie lange sie schon in Deutschland wohnten, 17 Jahre wohnten sie in Deutschland [..]" ----
Herr Heinz, haben Sie eine Werbung in TV gesehen wo es gesagt wird, dass über 4 Millionen Deutsche nicht lesen und schreiben können? Und bitte, nicht alle davon sind die Türken! Ich selber bin, wie schon geschrieben, kein Türke. Ich habe dafür voll verständnis, dass die Leute die in Ausland ihr Glück suchen, die dort gesprochene Sprache lernen müssen, die dortige Kultur, Religion respektieren sollen. ABER, ich habe dafür kein Verständnis, dass sie ihre eigene Sprache, Kultur und Religion aufgeben sollen!
Ich meine, was für uns als Ausländer in Deutschland gilt, gilt auch für die deutsche Ausländer, die in unseren Länder leben. In gegenzug zu deutsche Politiker starten wir aber nicht eine Medienkampagne gegen Ausländer. Wenn das aber so weiter geht, habe ich angst, dass die von Deutschland in ihren Heimat zurückgekehrte Ausländer das ravanchieren werden!

----- "Wie gesagt, ich bin der Letzte der Ausländer feindlich ist, ich freue mich über jeden Ausländer mit dem ich sprechen kann, ich lese jeden Tag Bücher, mich interessiert jede Religion, jede Kultur und jedes Land der Welt" ------
Ich habe auch nicht gesagt, dass Sie zu den 85% in diesem Forum beteiligten Deutschen gehören, die ganz offen ihre Vorurteile gegen Ausländer zeigen. Lesen Sie selber deren Kommentare und entscheiden Sie selber. Das ist leider auch so in realen Leben. Die Lage ist schokierend. Ich als Ausländer, habe Kontakte mit vielen anderen Ausländer... aus Afrika, aus Südamerika, aus Indien, aus China, aus Pakistan, aus der Türkei, aus Vietnam, aus Spanien, aus Portugal, aus Russland usw. ... FAST alle.... ich wiederhole FAST alle, teilen meine Meinung. Manchmal wollen wir, die hochqualifizierte Ausländer das nicht aushalten, und wollen einfach von hier weg.
BTW. Sie haben ein sehr schönes Beispiel gegeben! :)
H.P. (28.06.2007, 07:56 Uhr)
Noch ein Beispiel
Ich kenne viele Türken die unsere Sprache sprechen, die unsere Kultur und unsere Religion kennen, die keine Probleme haben hier in Deutschland zu wohnen, in allen Schichten findest Du sie hier in Deutschland. Ich kenne auch Türken, die ihre eigenen Landesmänner hier nicht verstehen, die mir das selbst erzählt haben. Wie gesagt, ich bin der Letzte der Ausländer feindlich ist, ich freue mich über jeden Ausländer mit dem ich sprechen kann, ich lese jeden Tag Bücher, mich interessiert jede Religion, jede Kultur und jedes Land der Welt, ich bemühe mich also die Menschen zu verstehen. Würden das alle machen, hätten wir weniger Probleme. Fehler haben wir alle, auch ich, damit muss man leben können. Die Welt ist der Spiegel unser selbst. Es gibt eine indisches Gleichnis, ein Hund ist in einem Raum eingesperrt, die Wände des Raumes bestehen aus Spiegel, der Hund fühlt sich plötzlich bedroht, bekommt Angst und wir aggressiv und bellt, überall sie er nun Hunde, die aggressiv sind und bellen, er schaut in seine eigenen Spiegelbilder.
Gruß Heinz
H.P. (28.06.2007, 07:34 Uhr)
Dazu ein Beispiel
++++>romario (27.6.2007, 23:32 Uhr)
...sie für Mehrheit der Deutschen immer Ausländer bleiben), wenn die Deutsche die in unsere Länder leben überhaupt keine Mühen geben unsere Werte oder unsere Kultur zu lernen?
Fazit: Doppelmoral!!!++++
Dazu ein Beispiel, ich selbst habe Türken, die Arbeit in Deutschland suchten geholfen Formulare auszufüllen, da sie kaum schreiben konnten, ich fragte sie, wie lange sie schon in Deutschland wohnten, 17 Jahre wohnten sie in Deutschland, nur ihr Kinder, die hier in Deutschland geboren sind konnten unsere Sprache, was hat das mit Doppelmoral zu tun. Klar kann ich machen was ich will, man muss ja nicht die Sprache lernen in dem Land wo ich wohne, nur dann brauche ich mich nicht zu wundern wenn ich nicht zurechtkomme in meinem Auswanderungsland, nur meine eigene Kultur und Religion lebe. Ich beschwere mich ich nicht über diesen Zustand, jeder muss heute sehen wie er leben und zurechtkommen muss, nur dann sollte man aufhören zu jammern, wir hier in Deutschland würden keine Türken akzeptieren, wie gesagt, alles ruht auf Gegenseitigkeit.
Gruß Heinz
romario (27.06.2007, 23:32 Uhr)
@ H.P.
"Wenn ich in der Türkei wohnen würde, würde ich erst einmal türkisch lernen, mich mit der türkischen Kultur und Religion befassen, ich würde sogar in eine Moschee gehen, wenn ich das Bedürfnis hätte zu beten. Wenn das alle Türken hier machen würden, hätten sie weniger Probleme anerkannt zu werden."
Hallo, hier jemand aus Brasilien. Wissen Sie wieviele deutsche Auswanderer in Brasilien leben? Wissen Sie wieviele davon die lokale Sprache sprechen? oder in die lokalen Schulen gehen? oder gar mit lokalen Leute soziale Kontakte haben? Vielleicht 5% !!
Wenn ich von morgen bis Abend in Medien die Begriffe wie "Integration", "Leitkultur" dann frage ich mich, "warum müssen die Ausländer in Deutschland alle Mühen geben um in die deutsche Geselschaft akzeptiert zu werden (obwohl trotz ihrer Mühen werden sie für Mehrheit der Deutschen immer Ausländer bleiben), wenn die Deutsche die in unsere Länder leben überhaupt keine Mühen geben unsere Werte oder unsere Kultur zu lernen?
Fazit: Doppelmoral!!!
romario (27.06.2007, 23:17 Uhr)
Auswanderung so hoch wie noch nie!
Ich stimme DerJurist zu. Hier ein ineteressanter Bericht:
http://www.aufenthaltstitel.de/zuwg/1511.html
"2006 haben so viele Deutsche ihrer Heimat den Rücken gekehrt wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der Auswanderer stieg auf 155.000, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.[..]"
"[..]Wegen des drohenden Mangels an Fachkräften sprach sich das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für eine leichtere Zuwanderung qualifizierter Ausländer aus.[..]"
Nachdem man die Beiträge der Deutschen (mind. 85%) hier in Forum liest, wer möchte überhaupt nach Deutschland einwandern oder Mühe geben eine fremde Sprache zu lernen? Für qualifiziere Leute gibt es genug Möglichkeiten in englischsprachigen Raum.
Fazit: Welcome to the real world!
Loki-Asgard (27.06.2007, 21:32 Uhr)
@Zonthar
Danke für deinen Kommentar.Endlich schreibt mal jemand worum es wirklich geht.
H.P. (27.06.2007, 19:28 Uhr)
Reiberei
>+++sachsenwini (27.6.2007, 18:47 Uhr)
Re Aussagenunsicherheit
Nach Aussage des Anwalts von Marco hat sie diese ergötzliche Geschichte von der Reiberei an der schlummernden Jungfrau inzwischen widerrufen.+++
Durch Reiberei entsteht Hitze, vielleicht hat so mancher ein Problem damit, zu hitzig zu sein, was hilft, ist eine kalte Dusche.-))
Gruß Heinz
H.P. (27.06.2007, 19:19 Uhr)
Man kann auch alles dramatisieren
>DerJurist (27.6.2007, 13:42 Uhr):
>+++Man findet keine Annerkennung und keinen Halt in der deutschen Gesellschaft, nicht weil man sich nicht integriert, sondern weil ein Groß der Deutschen selbst auch gar nicht bereit ist sie aufzunehmen, nur wissen dies viel Deutsche nicht über sich selber++++
Man kann auch alles dramatisieren, alles beruht auf Gegenseitigkeit, vieles liegt an einem selbst, viele Türken wollen lieber unter sich sein, ihre eigene Kultur und Religion leben. Ich habe kein Problem damit mit Türken zu leben, was mir schon mal auffällt, viele Frauen, wenn man sie anspricht, sprechen nicht gerne mit einem, weil es ihnen die Religion nicht erlaubt oder was weiß ich. Ich selbst lese den Koran, was ich festgestellt habe, wo steht im Koran geschrieben das Frauen ein Kopftuch tragen müssen? Wenn ich in der Türkei wohnen würde, würde ich erst einmal türkisch lernen, mich mit der türkischen Kultur und Religion befassen, ich würde sogar in eine Moschee gehen, wenn ich das Bedürfnis hätte zu beten. Wenn das alle Türken hier machen würden, hätten sie weniger Probleme anerkannt zu werden.
Gruß Heinz
sachsenwini (27.06.2007, 18:47 Uhr)
Re Aussagenunsicherheit

Nach Aussage des Anwalts von Marco hat sie diese ergötzliche Geschichte von der Reiberei an der schlummernden Jungfrau inzwischen widerrufen.
Lüneburg (RPO). Angeblich hat das 13-jährige Mädchen aus Großbritannien seine ursprünglichen Vorwürfe gegen den in der Türkei inhaftierten Deutschen Marco W. widerrufen.
Das sagte Marcos Anwalt Jürgen Schmidt am Mittwoch im RTL-Magazin "Punkt 12": "Meines Wissens ist diese Aussage längst widerrufen."
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