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17. Mai 2011, 18:55 Uhr

Abraumhalde für das Gesindel von New York

Auf gerade einmal 1,7 Quadratkilometern ballen sich zehn Gefängnisse für 17.000 Gefangene: Rikers Island ist der größte Knastkomplex der USA - und hat schon eine Reihe prominenter Insassen gesehen. Nun gehört auch Dominique Strauss-Kahn dazu.

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Inmitten des East Rivers, zwischen Queens und Bronx, liegt die Knastinsel Rikers Island© Google Maps/DPA

Von den vielen Inseln, über die sich die Stadt New York City erstreckt, ist Rikers Island sicher die Unbeliebteste. Gelegen zwischen den Stadtteilen Queens und der Bronx dient der kleine Flecken auf dem East River nur einem Zweck: Mörder, Drogendealer, Diebe und andere Verbrecher von der Öffentlichkeit fernzuhalten. Die meisten Amerikaner kennen den größten Gefängniskomplex der USA nur aus dem Fernsehen, einige Prominente auch aus eigenem Erleben: Wie US-Rapper Lil Wayne, der dort 242 Tage verbrachte. Oder der John-Lennon-Mörder Marc Chapman, der dort bis zum Rest seines Lebens einsitzen wird. Oder die Soulsängerin Sharon Jones, die dort als Wärterin gearbeitet hat. Nun ist mit Dominique Strauss-Kahn ein besonders hochkarätiger Gefangener dazugestoßen.

Der IWF-Chef, der eine Hotelangestellte sexuell missbraucht haben soll, wurde kurz nach seiner Einlieferung in Einzelhaft verlegt. Zu seiner eigenen Sicherheit, wie die Behörden sagen. Dreieinhalb mal vier Meter misst die Zelle, die eigentlich für Häftlinge mit ansteckenden Krankheiten vorgesehen ist. Zur Ausstattung gehören ein Bett, eine Tasse, Seife, Shampoo sowie Zahnpasta. Um 23 Uhr wird das Licht ausgeschaltet. "Es ist überfüllt, und das Essen ist furchtbar", sagt der Strauss-Kahn-Anwalt Gerald Lefcourt.

Zum gesamten Haftkomplex gehören zehn Gefängnisse, die Platz für 17.000 Häftlinge bieten, zurzeit sitzen im "neuen Alcatraz" etwa 11.000 ein, die von rund 8000 Angestellten betreut werden. In den 1980er Jahren gehörten Gewalt und Prügeleien in Rikers Island zur Tagesordnung. Wegen der Haftbedingungen kam es immer wieder zu mehreren schweren Häftlingsrevolten. Trotz Reformen gilt Rikers Island immer noch als einer der berüchtigtsten und gefährlichsten Knäste der USA. Und zu den teuersten: 860 Millionen Dollar pro Jahr kostet der gesamte Unterhalt.

Seit Ende der 1880er Jahre wird Rikers Island als Gefängnisinsel genutzt. Damals verkauften die Nachfahren des niederländischen Siedlers Abraham Rycken das Stück Land für 180.000 Dollar an die Stadt. Im Laufe der Zeit wurde das Eiland durch Landaufschüttungen nach und nach vergrößert, um den Bedarf an weiteren Gefängnissen zu decken. Fast sämtliche Insassen sind Afroamerikaner und Hispanics, die große Mehrheit von ihnen ist zudem drogenabhängig. Rickers Island ist lediglich über einen einzigen Weg zu erreichen: der 1,3-Kilometer langen Francis-Buono-Brücke, an der Warnschilder angebracht sind: "Nehmen Sie keine Anhalter mit und steigen Sie nicht aus."

nik/DPA
 
 
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