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18. Dezember 2009, 11:02 Uhr

Stierkampf droht das Aus

In Katalonien hat eine Bürgerinitiative erfolgreich gegen den Stierkampf mobil gemacht. Das katalanische Parlament brachte einen Gesetzentwurf auf den Weg, der dem blutigen Spektakel ein Ende bereiten soll. Das Ergebnis könnte für Tierschützer in ganz Spanien ein Signal sein.

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Auf die Hörner genommen: Dem Stierkampf in Katalonien droht das Ende© Jose Jacome/EPA

Ein Gesetzentwurf zum Verbot von Stierkämpfen in der spanischen Region Katalonien hat am Freitag die erste Hürde im Regionalparlament genommen. Die Abgeordneten votierten mit 67 zu 59 Stimmen bei drei Enthaltungen für die Annahme eines entsprechenden Volksbegehrens. Damit das Verbot wirksam werden kann, muss das Gesuch nun noch von den Ausschüssen des Parlaments in einen Gesetzestext umgewandelt und den Abgeordneten erneut zur Abstimmung vorgelegt werden.

Eine Bürgerinitiative hatte 180.000 Unterschriften gesammelt - 130.000 mehr als benötigt wurden -, um Artikel 6 des Legislativen Dekrets 2/2008 zum Tierschutz zu ändern. Zwar verbietet die 2008 beschlossene Norm schon jetzt das Quälen und Töten von Tieren. Der Stierkampf ist davon bisher allerdings ausgeschlossen.

Katalonien ist mit 7,4 Millionen Einwohnern die wirtschaftsstärkste Region in Spanien. Der Stierkampf hat dort in den vergangenen Jahrzehnten stark an Bedeutung verloren. Das Referendum wird als politisch motiviert gesehen: Katalonien verfügt seit 2006 über eine weitgehende Autonomie, und viele lehnen traditionell spanische Symbole ab, zu denen auch der Stierkampf gehört.

Das Volksbegehren dürfte Tierschützer in anderen Regionen auf der iberischen Halbinsel ermuntern, weiter gegen das blutige Spektakel vorzugehen. Schon jetzt interessieren sich laut Umfragen nur noch 30 Prozent der Spanier für den Stierkampf. Bei den Jüngeren ist das Interesse noch viel geringer. 80 Gemeinden in Spanien haben sich bereits zu stierkampffreien Zonen erklärt.

DPA/AFP/mre
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
snoopy3 (19.12.2009, 15:59 Uhr)
Scheinheilige Deutsche
Seit vielen Jahren ist bekannt, daß die Mehrheit der spanischen Bevökerung den Stierkampf ablehnt.
Aber Deutsche verallgemeinern gern, indem sie "Die Spanier" als blutrünstige Tierquäler darstellen.
Wir leben in diesem wundervollen Land und akzeptieren spanische Traditionen. Aber die locos Alemanos erwarten von Migranten, daß sie deutsch werden sollen - ohne sich selbst zu fragen, wie schamhaft unsere jüngste Vergangenheit ist -. Wir haben midestens 6 Mio. Andersdenkende Menschen verbrannt.
Was zählen dann schon ein paar tausend Stiere, deren Fleisch traditionell nach der Corrida den Bedürftigen zufällt.
Wir Deutschen sollten erst einmal vor unserer eigenen Tür kehren, bevor wir andere bevormunden wollen.
Europäer, wie Spanier, die hunderte von Jahren mit den muslimen Gleichberechtigung mit Judentum und Christentum erfahren haben. Eine Blütezeit mit den hochgebildeten Muslimen, während wir in Nordeuropa unter dem primitiven Katholizismus leiden mußten.
sininen (19.12.2009, 10:20 Uhr)
Eric111:
Was auf Katalonien laut Ihrer Einschätzung zutrifft, sollte auf Venezuela auch zutreffen. Nein, letzteres gehört beim besten Willen nicht zu Spanien - jedenfalls noch weniger als Katalonien, guter Mann.
joergely (18.12.2009, 20:16 Uhr)
eric111
wie wurdest Du bekehrt? Zartes Steak? Gibts auch ohne die Tiere vorher zu quälen! Es gibt halt Traditionen, die mit dem heutigen Weltbild nicht mehr übereinstimmen. Spanien u.a. müssen halt damit leben, dass unser Bild von Ihnen auch von diese, mir völlig unverständlichen Traditionen, geprägt wird! Ole, Torro! Zeigs Ihnen!
muemmelfrau (18.12.2009, 19:13 Uhr)
@eric111
danke das du uns aus deinem reichen fundus über die seele der spanier belehrt hast.
ob du recht hast oder nicht, sagt uns gleich das licht.
bR4iNST0RM (18.12.2009, 18:04 Uhr)
@ eric111
Amen!
eric111 (18.12.2009, 17:17 Uhr)
nachtrag
Es ist nunmal in Deutschland so, dass da das Bild vom Stierkampf eindeutig vorbestimmt ist. Objektiv will und kann sich hier keiner eine Meinung bilden.
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Ich bin auch als Stierkampfgegener nach Spanien gezogen, doch kann man eigentlich nur sagen, dass das was PETA usw. sagen und machen nicht mehr als Lügen sind. Ich bin mir bewußt, das dies hier keinen der kleinen Blind- und Pflicht-Beitragsschreiber interessiert, denn dann würden sie ja ihre notorische Anti-Haltung, die sich gg. alles richtet ablegen müssen.
eric111 (18.12.2009, 17:02 Uhr)
Quatsch
Man müsste eigentlich etwas ausholen, um objektiv zu bleiben: Katalonien zählt sich selbst nicht zu Spanien und deren Freizeitsport ist es, neben jährlich 4,5 Millarden Euro aus Madrid an Ausgleichszahlungen zu kassieren, eben alles zu unterbinden, was denen "Spanisch" vorkommt. Wäre z.B. der Stierkampf eine katalanische Erfindung, würde der heute in Katalonien wahrscheinlich so oft wie noch nie praktiziert werden. Weiter nichts.
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Das Ergebnis jetzt auf Spanien umzumünzen, entbehrt jeglicher Grundlage. Selbst in Katalonien ist die Entscheidung rein politisch und ganz und garnicht aus Tierschutzgründen und auf Spanien hat das soviel Auswirkung, wie wenn man in Bayern über ein Verbot für Fischmärkte abstimmt oder der Hamburger Senat über ein Weißbierverbot. Kurz: es ist in der jeweiligen Zone nicht relevant.
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Ansonsten sieht es mit dem Stierkampf sogar so aus, dass z.B. Venezuela gestern ausdrücklich Stierkampf erlaubt hat und auch in Frankreich nun Stierkampf als Nationalfest geschützt werden soll. Selbst in Katalonien ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen und in Spanien steht der Stierkampf eindeutig nicht zur Debatte, sieht man von seperatistischen Zonen, wie Katalonien und dem Baskenland eben einmal ab.
OttoB (18.12.2009, 16:36 Uhr)
Bravo
Er müsste weltweit geächtet werden.
emeinung (18.12.2009, 15:10 Uhr)
Ich hoffe sehr...
...daß dieser Widerstand gegen diese sinnlose Tierquälerei sich auch in Portugal, Südfrankreich und Lateinamerika verstärkt!
bR4iNST0RM (18.12.2009, 14:25 Uhr)
Sehr gut!
Endlich kommt Bewegung in diese verstaubte Tradition der Tierquälerei.
 
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