. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
13. April 2009, 12:41 Uhr

Piraten sinnen auf Rache

Der Erleichterung über die Befreiung des amerikanischen Kapitäns Richard Phillips aus der Geiselhaft ist die Sorge gefolgt. Denn immer noch befinden sich viele Menschen in der Hand von Piraten, die nun auf Rache sinnen dürften. Die Seeräuber erklärten die USA zu ihrem neuen Feind.

Piraten, Somalia, Schlepper, Maersk Alabama, Kapitän, Bainbridge, Richard Phillips,

Erleichtert über die Befreiung ihres Kapitäns: Die Crew der "Maersk Alabama"© Sarah Elliott/EPA/DPA

Nach der Kommandoaktion zur Befreiung von US-Kapitän Richard Phillips wächst die Sorge um die anderen Geiseln der Piraten vor Somalia. "Dadurch könnte die Gewalt in diesem Teil der Welt sprunghaft zunehmen, da besteht kein Zweifel", sagte der amerikanische Vize-Admiral William Gortney am Montag dem britischen Rundfunksender BBC. Noch immer befindet sich mehr als ein Dutzend Schiffe mit mehr als 220 Menschen in Piratenhand, darunter die "Hansa Stavanger" mit fünf Deutschen an Bord. "Amerika ist unser neuer Feind", sagte ein Pirat, der sich Farah nannte, der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Er kündigte Racheaktionen an.

Es habe zuletzt zwar immer mehr Piratenangriffe gegeben, allerdings seien diese zumeist unblutig verlaufen, sagte Gortney. US-Elitesoldaten hatten den amerikanischen Kapitän am Sonntag in einer dramatischen Aktion befreit, nachdem einer der Entführer dem 53-Jährigen eine Kalaschnikow in den Rücken gehalten habe, wie ein amerikanischer Militärsprecher mitteilte. Marine-Scharfschützen erschossen drei der vier Piraten, die Phillips seit Mittwoch in einem Rettungsboot in ihrer Gewalt hatten. Der vierte Pirat ergab sich den US-Marinesoldaten.

Über den Start der Befreiungsaktion entschied laut US-Marine der an der Verhandlungen mit den Piraten beteiligte Kommandant des nahe dem Rettungsboot kreuzenden amerikanischen Kriegsschiffs "USS Bainbridge". "Er entschied, dass sich der Kapitän in höchster Gefahr befand, und die drei Piraten wurden getötet", sagte Gortney laut dem amerikanischen Nachrichtensender CNN.

"Die anderen zahlten mit ihrem Leben"

"Der Pirat, der sich zuvor ergeben hatte, wurde menschenwürdig behandelt; die drei anderen, die weiterhin kämpften, bezahlten mit ihrem Leben", sagte Gortney. Sie seien mit Kalaschnikow-Sturmgewehren AK-47 bewaffnet gewesen. Scharfschützen, die an Bord der "Bainbridge" waren, töteten sie mit Kopfschüssen, wie es heißt. Der vierte Pirat befindet sich in US-Gewahrsam. Die Staatsanwaltschaft wird nach Justizangaben prüfen, ob er vor ein amerikanisches Gericht gestellt wird. Es sei das erste Mal in der jüngeren Geschichte, dass sich ein Pirat, der einen US-Amerikaner angriff, in US-Gewahrsam befindet.

Während der Kommandoaktion habe raue See geherrscht, sagte Gortney. Die "Bainbridge" habe das Rettungsboot mit einem rund 25 Meter langen Seil in ruhigere Gewässer geschleppt. Nach dem Einsatz der Scharfschützen hätten sich Spezialisten am Abschleppseil entlanggehangelt und sich vergewissert, dass die Piraten tot sind, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

"Dem Kapitän geht es gut. Er hat geduscht und die Kleidung gewechselt", sagte Gortney. Auch mit seiner Frau Andrea habe er telefonisch gesprochen. "Sie sagte, er hat seinen besonderen Humor nicht verloren, und er ist bester Laune", berichtete eine Sprecherin der Maersk-Reederei. In seiner Heimat und von seiner Crew wird der 53-Jährige als Held gefeiert. Denn als die Piraten den von Phillips gesteuerten Containerfrachter "Maersk Alabama" am Mittwoch geentert hatten, habe der Kapitän seiner Crew aufgetragen, sich in einer Kabine einzuschließen. Um seine Mannschaft zu retten, habe er sich selbst den Seeräubern ausgeliefert, berichteten Crew-Mitglieder laut BBC.

"Franzosen und Amerikaner werden das noch bedauern"

Unterdessen bleibt das Schicksal der fünf Deutschen, die vor Somalia von Piraten auf dem Frachter "Hansa Stavanger" festgehalten werden, weiterhin ungewiss. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes bemühe sich nach wie vor intensiv um eine Lösung des Falles, sagte eine Sprecherin am Montag in Berlin. Details nannte sie nicht. Die Deutschen werden zusammen mit 19 anderen Seeleuten auf dem Containerschiff festgehalten. Bei den Deutschen handelt es sich nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" um den Kapitän und vier leitende Schiffsoffiziere. Das Containerschiff war am 4. April von Piraten gekapert worden.

"Die Franzosen und Amerikaner werden es noch bedauern, dass sie mit dem Töten angefangen haben", sagte ein Pirat namens Hussein Reuters per Telefon. "Von jetzt an werden wir denjenigen etwas antun, die wir für Franzosen oder Amerikaner halten." Bereits am Karfreitag hatte das französische Militär bei der Befreiung eines Schiffes zwei Piraten erschossen. "Sie haben unsere Freunde auf dem Boot getötet und dann kamen dröhnende Flugzeuge", sagte Pirat Farah. "Wir dachten, die Hubschrauber würden uns in der Nacht bombardieren." Trotz der jüngsten Drohungen gibt es bisher keine Berichte darüber, dass Piraten Geiseln getötet hätten.

Die Regierung der somalischen Region Puntland lobte trotz der Rache-Drohungen das amerikanische Vorgehen gegen die Piraten. Abdirahman Mohamed Farole, der Präsident der halbautonomen Region im Nordosten Somalias, gratulierte der US-Regierung zu ihrer "starken Haltung gegen die Piraten", berichtete der Rundfunksender Radio Garowe. Die puntländische Regierung hat in der Vergangenheit wiederholt die Zahlung von Lösegeldern an Piraten scharf kritisiert, da die Aussicht auf Reichtümer nur neue Anreize für die Seeräuber schaffe. In der verarmten Region ist Piratentum die Haupteinnahmequelle.

DPA/Reuters/dho
 
 
KOMMENTARE (10 von 49)
 
vegefranz (14.04.2009, 11:42 Uhr)
"nur 2 Landlords" - hast Du noch noch nicht mal einen gesamtschulabschluss?
ansonsten ist mir unverständlich, dass die Schiffahrtnationen, die Milliarden für Waffen ausgeben, diese Piratennester nicht in Schutt und Asche bomben
Garnet (14.04.2009, 10:50 Uhr)
Schon beaengstigend
wie viele hier sich in Afrika auskennen ohne jemals dort gewesen zu sein.
Den Robespierre koennte ich mir durchaus auch als Freisler vorstellen. Der hat die Qualitaeten um als intelektuell eher unbedarfter Mensch Urteile ueber andere abzugeben. Hier in Afrika ist es die Kultur,die Religion und die Korruption welche die Laender fertig macht. Nicht der Westen oder der Osten ohne sonst eine Himmelsrichtung. Alles hausgemacht und je weiter sich ein Land vom Tag der Unabhaengigkeit entfernt, je groesser wird das Chaos. Das ist ungluecklich und bedauernswert. Jedoch wohl nicht zu aendern.
arniston (14.04.2009, 03:58 Uhr)
sind sie schon pirat ? oder SPD
haben sie etwa keine villa ?, wie schröder in hannover .(SPD)
oder immer noch nie ne rolex, havanna und mehr. bitte, so lebt ein sozialdemokrat vor.
kein wunder, dass hier die antworten der geldgier aus somalia kommen. schröder ist zwar kein somalier,dafür ist er zu klein. aber wer in der 5. ehe unser land regiert hat ist beipiel für alle piraten mit ambitionen zum turbokapital (lupenreine demokraten) globalisierungs dreck bis-somalia. der lieblingsgast in emirates palace (10.000 euro one night)so macht schröder es vor, mit leiharbeit und agenda schlag mich tod. dass wollen die räuber auch, so leben wie schröder..wo mutter putzfrau (was total normal)ist dieser herr als sozialdemokrat in den höchsten kreisen, zur freude von ADECCO
und anderen ausbeutern.
soviel wollen nicht mal die piraten ..
bevor sie SPD wählen, vielleicht pirat ?
unglaeubiger (14.04.2009, 03:39 Uhr)
lieber Robbespierre
leider habe ich ihre dröhnempfehlung ausprobiert. (zum glück hat keiner an der leine gezogen)
trotzdem hat es ausgereicht den artikel
"CIA deckt auf" zu verfassen.
da sie sich sicher seit jahren zudröhnen habe ich verständnis für den müll den sie schreiben.
mein gut gemeinter rat:
keine tüte mehr und kein bong und auf keinen fall mehr ein kanonenrohr.
zurück in die wirklichkeit, auch ihre artikel werden dann wieder real.
tintones (14.04.2009, 03:34 Uhr)
@Roberspierre
Any law which violates the inalienable rights of man is essentially unjust and tyrannical; it is not a law at all.
Maximilien Robespierre
WAKE UP this is 2009 !! not 1794 Weihnachtsmann
MAR
tintones (14.04.2009, 03:21 Uhr)
@Arniston
... dann sprechen sie sich doch aus ... es ist doch unmoeglich dass hier sich pseudo intulecktuelle sich hinter ihrer bieflasche verstecken und mit einem agressor, der sich auch noch 'Robespierre' nennt sich intellektuell auszutauschen. Hier gehts nicht um 'Meinung', sondern um Moral ... Anscheined haben wir es hier mit einem Terroristen zu tun.
Terrorismus auf Europeaischer Seite ist anders als Profundes Missverstaendniss via Religion ...
Der Typ ist ein Killer ... des letzten Grades.
Zum kotzen dieser Mensch. Ich werde was gegen den unternehmen ...
Aus Bonn.
MAR
arniston (14.04.2009, 03:08 Uhr)
@tintones
war ihrer meinung eh,
wollte nur zur seligsprechung , von @... beitragen...danke
tintones (14.04.2009, 02:34 Uhr)
Ironie
@arniston
Ist eine luftblase ... eine phylosophische erfindung um wucht zu beschwaechtigen ...
Hier ging es um Piraterie und die Befreiung eines sich selbstaufopferden Mannes, genannt Kapitaen ... so wie ein Kapitaen sein sollte. Vergiss das nicht.
Alles andere ist unwichtig.
Vielleicht habt ihr alle euer Verstaendniss fuer Macht verloren ... da wir ja hier in Deutsch kommunizieren. Und unterstuetzt den
'Underdog' ... Vielleicht ist diese Sprache ja dann auch 'altmodisch'. weils kein 'Power' hat ... Mr. Robespierre.
MAR
tintones (14.04.2009, 02:17 Uhr)
Europa
verklappt in Somalianischen Gewaessern seinen Chemie Abfall ... Schweizer und Deutsche Firmen ... fuer 3 dollar die tonne ... hier kostet das 1000 dollar die tonne. Die menschen werden krank. Somalia hat keine Regierung ... nur 2 Landlords .. die Einen Rauben zu Land ... die anderen zur See ..
Somalia ... ist neben Eritria ... und Kenia ... eines der aermsten Laender in Nord Afrika ... Hilfe aus dem Westen ist keine Hilfe, da Afrika sich selber helfen muss. .. Je mehr Hilfe aus dem Westen kommt, desto weniger Eigeninitiative existiert. Das gilt auch fuer gesamt AFrika ... die Leute wollen keine Hilfe aus dem Westen ... die wollen Moeglichkeiten sich selber aufzubauen ... Das gelingt nur indem man dem Eingeborenen Intrepeneur Geld gibt.
Das Problem ist die WeltBank ... des Westens, welche Afrika versklaft ... ALso die Probleme sind nicht bei den Piraten oder Terroristen, sondern im Banking System.
Aber nicht nur in Afrika ... sondern im Kreditzinssystem. The new world order ist eine Deutsch/Engisch/Amerikanische Idee ... seit 1913 ...
Und da moegen die kleinen mutigen Piraten noch so lange anhakeln ... da jibts nix das siee gewinnen koennten. Ausser Frucht und Ehre. ( Und Geld )
Keine Art und Weise ... Schau mal um die Ecke bei Dir ... sprich mit Denen.
Shalom
chatahootchee (14.04.2009, 02:02 Uhr)
ENDLICH
ist Ruhe im Kanal; R mit BB hat die Windeln angelegt und sich in die Schaukel gelegt. Was fuer'ne Wohltat.
Jetzt sollten sich die Marines mal der Mutterschiffe annehmen, dann muessten die "Piraten" alle zurueckrudern und es aus mit "jugendlichen Mundraub".
MEHR ZUM ARTIKEL
Piraten-Geisel befreit US-Kapitän Phillips in Sicherheit

Es waren dramatische Sekunden: Als ein Pirat sein Gewehr auf den Rücken von Kapitän Richard Phillips richtete, musste die US-Marine handeln. Binnen Sekunden kam der Befehl. Scharfschützen streckten von der nahen "USS Bainbridge" die Piraten auf dem Rettungsboot nieder. Die Geisel blieb unverletzt. Phillips erleichtert: "Ihr seid wahre Helden!" mehr...

Geiseldrama vor Somalia Piraten kapern weiteres Schiff

Die Piraten im Golf von Aden werden immer dreister: Während das Geiseldrama um den US-Kapitän der "Maersk Alabama", Richard Phillips, sich mehr und mehr zuspitzt, hat eine weitere Gruppe von Seeräubern einen Schlepper mit 16 Besatzungsmitgliedern an Bord in ihre Gewalt gebracht. mehr...

Geiseldrama im Golf von Aden Nervenkrieg mit somalischen Piraten

Im Golf von Aden überschlagen sich die Ereignisse: Eine Hilfsaktion für die Kidnapper des US-Kapitäns durch die gekaperte "Hansa Stavanger" ist fehlgeschlagen. Weitere Piraten sollen jedoch auf dem Weg zu den Entführern sein, ebenso mehrere somalische Stammesführer. Sie wollen für ein unblutiges Ende des Geiseldramas sorgen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe