Franziskus feiert erste Messe

14. März 2013, 15:07 Uhr

Franziskus ist ein gefragter Mann: Gästelisten zur Amtseinführung, Glückwünsche und Terminanfragen bis ins Jahr 2016. Verfolgen Sie seinen ersten Arbeitstag im stern.de-Ticker.

+++ 18.26 Uhr: Erstes Ausrufezeichen +++

Papst Franziskus hat in seiner ersten Messe die katholische Kirche aufgerufen, sich auf die Evangelien zu konzentrieren. Die vordringlichste Aufgabe sei, die Botschaft von Jesus Christus zu verkünden, erklärte der 76-Jährige in der Sixtinischen Kapelle auf Italienisch. Andernfalls riskiere die katholische Kirche, auf eine "mitfühlende Nicht-Regierungsorganisation" reduziert zu werden. Franziskus: "Wenn wir uns nicht zu Jesus Christus bekennen, bekennen wir uns zur Diesseitigkeit des Teufels."

+++ 17.52 Uhr: Papst Franziskus verbrachte einige Monate in Frankfurt +++

Welchen Bezug hat der neue Papst Franziskus zu Deutschland? Schon kurz nach Wahl des argentinischen Kardinal Jorge Mario Bergoglio gab es darüber Spekulationen. Nun ist klar, dass der 76-Jährige in den 80er-Jahren einige Monate an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main verbrachte.

Er habe an der kirchlichen Hochschule aber weder studiert noch promoviert, sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Frankfurt. Der Jesuit habe sich vielmehr mit einzelnen Professoren über ein mögliches Dissertationsthema beraten, heißt es auf der Homepage der Hochschule. Zu einem Abschluss sei es nicht gekommen.

+++ 17.15 Uhr: Franziskus feiert erste Messe +++

Der neue Papst Franziskus hat am Tag nach seiner Wahl seine erste Messe im Vatikan gefeiert. Er kam in der Sixtinischen Kapelle mit den 114 wahlberechtigten Kardinälen zusammen, die dort mit ihm an dem Konklave teilgenommen hatten. Der Gottesdienst "Per la Chiesa" ("Für die Kirche") beendet offiziell das Konklave.

+++ 15.32 Uhr: Papst Franziskus beliebt zu scherzen +++

Papst Franziskus hat unmittelbar nach seiner Wahl durch das Konklave die beteiligten Kardinäle mit einem Scherz erheitert: "Möge Gott Euch vergeben für das, was Ihr getan habt", sagte er am Mittwoch beim gemeinsamen Abendessen im Gästehaus Sankt Martha im Vatikan. Nach Angaben von Vatikansprecher Federico Lombardi machte der 76-Jährige die Bemerkung am Ende eines kurzen Toasts. In das Gästehaus fuhr Franziskus trotz seines Amtes mit den anderen Kardinälen im Kleinbus. Eigentlich sei extra eine Limousine für den neuen Papst bereitgestellt worden, sagte Lombardi. Darauf habe Franziskus aber verzichtet.

Als Zeichen für die Bodenständigkeit des neuen Oberhauptes der katholischen Kirche wertete Lombardi auch, dass der 76-Jährige am Donnerstag nach seinem Morgengebet in der Basilika Santa Maria Maggiore in das Gästehaus gegangen sei, in dem er vor dem Konklave gewohnt habe. "Er hat seine Sachen zusammengesucht, die sich noch dort befanden. Und er hat seine Zimmerrechnung bezahlt, um ein gutes Beispiel zu geben."

+++ 14.56 Uhr: Bischöfe danken dem falschen Papst +++

Im Eifer der Freude ist da doch glatt etwas schiefgegangen: Die italienischen Bischöfe dankten mit Freude Gott für den neuen Papst. Allerdings war laut der Pressemitteilung am Mittwochabend um 20.23 Uhr der Mailänder Erzbischof Angelo Scola zum Stellvertreter auf Erden berufen worden. Peinlich, denn zu der Zeit ließ sich Bergoglio als Papst Franziskus bereits seit etwa zehn Minuten von den Massen auf dem Petersplatz als neues Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche feiern.

Es ging eine dreiviertel Stunde ins Land, ehe die italienische Bischofskonferenz eine korrigierte Erklärung mit dem richtigen Namen des neuen Papstes herausgab. Der für die Mitteilung verantwortliche Generalsekretär der Bischofs-Konferenz, Monsignore Mariano Crociata, hatte möglicherweise die Schlagzeilen der italienischen Zeitungen zu sehr verinnerlicht, die seit Tagen für die Wahl Scolas zum neuen Papst die Trommel rührten und ihn als Gewinner des Konklaves feierten.

+++ 14.18 Uhr: Peres lädt Franziskus nach Israel ein +++

Der israelische Präsident Schimon Peres hofft auf einen möglichst schnellen Besuch des neuen Papstes Franziskus in seinem Land. Er lade das Oberhaupt der katholischen Kirche ein, "das heilige Land bei erster Gelegenheit zu besuchen", hieß es in einer Erklärung von Peres. "Wir brauchen mehr denn je eine geistige Führung und nicht nur eine politische", erklärte der Präsident. Seiner Ansicht nach könnte der Papst "die Versuche unterstützen, Frieden in eine sturmbewegte Region zu bringen".

Das Verhältnis zwischen dem Vatikan und den Juden sei "in den vergangenen 2000 Jahren" nicht allzu gut gewesen, sagte Peres. Er hoffe, dass sich die Beziehung vertiefe.

+++ 13.40 Uhr: Polen erwartet den neuen Papst +++

Kaum im Amt ist Franziskus bereits ein sehr gefragter Mann - und auch schon langfristig verplant. Die polnischen Kardinäle wollen ihn zum Besuch des Weltjugendtages 2016 nach Polen einladen. Der Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz sagte polnischen Journalisten, die offizielle Einladung solle voraussichtlich am Freitag überreicht werden. Staatspräsident Bronislaw Komorowski hatte bereits am späten Mittwochabend in seinem Glückwunschtelegramm das neue Oberhaupt der katholischen Kirche zu einem Besuch in die Heimat von Johannes Paul II. eingeladen, der 2005 gestorben war.

Dziwisz bezeichnete den Argentinier als einen "Mann Johannes Pauls II." Die beiden Kirchenführer hätten etwa die Ablehnung der Theologie der Befreiung geteilt. Der Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz nannte eine eventuelle Polen-Visite des Papstes im Jahr 2016 eine "Einholung historischer Schulden" im 1050. Jahr der Christianisierung Polens. Denn während der Tausendjahrfeier der Christianisierung des bis heute stark katholisch geprägten Landes im Jahr 1966 gab die kommunistische Regierung keine Zustimmung zu dem erhofften Besuch von Papst Paul VI.

+++ 13.31 Uhr: Argentiniens Präsidentin reist zur Amtseinführung +++

Sie hat etwas zögerlich gratuliert, aber kommt dennoch zur Amtseinführung: Argentiniens Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner will am kommenden Dienstag nach Rom kommen. Die Präsidentin hatte zu dem bisherigen Erzbischof von Buenos Aires ein eher gespanntes Verhältnis, weil er öffentlich gegen die Regierungspolitik etwa in Sachen Homo-Ehe oder Abtreibungsrecht Front machte. Sie wünsche sich, dass Franziskus ein höheres Maß an Brüderlichkeit zwischen den Völkern und den Religionen schaffen könne, ließ Kirchner am Mittwochabend erklären.

"Heute ist ein historischer Tag (...): Das erste Mal in 2000 Jahren haben wir einen Papst, der aus Lateinamerika stammt", erklärte Kirchner. Sie erwarte das der Papst eine "bedeutsame" Aufgabe für Lateinamerika erfülle und die Großmächte zum Dialog aufrufe. Sie spielte damit auf die Weigerung Großbritanniens an, mit Argentinien über den Status der Falkland-Inseln zu verhandeln.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Norbert Lammert werden in der kommenden Woche nach Rom reisen.

+++ 13.23 Uhr: Doch kein Treffen mit Benedikt +++

Papst Franziskus wird seinen Vorgänger Benedikt XVI. treffen, aber noch nicht in den allernächsten Tagen, wie Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mitteilte. Franziskus hatte Benedikt nach seiner Wahl am Mittwochabend in Castel Gandolfo angerufen, wo Joseph Ratzinger in diesen Wochen noch wohnt.

+++ 13.21 Uhr: Bergoglio fährt auch als Papst Bus +++

Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist auch in seinen ersten Stunden als Papst Franziskus seinem einfachen Lebensstil treu geblieben: Statt mit der bereitgestellten Limousine fuhr er wie die anderen Kardinäle mit dem Bus in die Unterkunft. "Das hat gerade die Mitarbeiter beeindruckt", erzählte der österreichische Kardinal Christoph Schönborn der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Auch auf den roten Schulterumhang mit Hermelin habe der neue Heilige Vater verzichtet.

+++ 13.00 Uhr: Ein Scherzchen auf Deutsch +++

Der Kardinal und Prager Erzbischof Dominik Duka gratulierte Papst Franziskus auf Deutsch zur Wahl. "Ich habe ihm gesagt, dass ein Wunder geschehen ist - aus einem Jesuiten ist ein Dominikaner geworden", berichtete Duka. Die Mitglieder des Dominikaner-Ordens trügen wie der Papst traditionell weiße, die Jesuiten aber schwarze Gewänder, erklärte der Dominikanerpriester. "Wir haben beide gelacht", sagte Duka. Als Vorsitzender der tschechischen Bischofskonferenz lud Duka den Papst nach Mähren zur 1150-Jahr-Feier der Ankunft der Heiligen Kyrill und Methodius ein.

Der tschechische Vertreter im Konklave hat eine Erklärung für die überraschend schnelle Wahl des Papstes: "Das Konklave hat damit ausgedrückt, dass die Kirche weiß, wo es lang geht, nämlich in der Nachfolge von Johannes XXIII. und im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils." Den Kardinälen sei zudem das zunehmende Gewicht der Kirche außerhalb Europas bewusst gewesen.

+++ 12.54: Europas Spitze kommt zur Amtseinführung +++

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso werden am Dienstag in Rom an der Messe zur Amtseinführung von Papst Franziskus teilnehmen. Dies teilte eine Kommissionssprecherin in Brüssel mit. Aus Polen, dem Heimatland des 2005 gestorbenen Papstes Johannes Paul II., haben sich Staatspräsident Bronislaw Komorowski sowie die Präsidenten von Parlament und Senat angekündigt.

+++ 12.47 Uhr: Spekulationen über erste Papstreise +++

Seine erste größere Auslandsreise könnte den neuen Papst Franziskus zum Weltjugendtag nach Brasilien führen. In der Metropole Rio de Janeiro werden zu der größten Veranstaltung der katholischen Weltjugend vom 23. bis 28. Juli Millionen junge Menschen erwartet. Brasiliens Bischöfe reagierten mit großer Freude auf den Papst aus dem Nachbarland Argentinien. "Wir erwarten ihn mit viele Liebe und Warmherzigkeit zum Weltjugendtag in Rio de Janeiro", sagte der Generalsekretär der brasilianischen Bischofskonferenz, Leonardo Steiner. Papst Benedikt XVI. hatte an den Weltjugendtagen 2005 in Köln, 2008 in Sydney und 2011 in Madrid teilgenommen.

+++ 12.10 Uhr: Ultrakonservative brechen nicht in Jubel aus +++

Die ultrakonservativen Piusbrüder haben zurückhaltend auf die Wahl von Papst Franziskus reagiert. "Die Priesterbruderschaft St. Pius X. bittet Gott anlässlich der Wahl von Papst Franziskus, dem neuen Oberhirten in reichem Maß die notwendigen Gnaden zu gewähren, die für die Ausübung seiner schweren Bürde notwendig sind", schrieb die Bruderschaft in einer Mitteilung. Auf die theologischen Konfliktthemen mit dem Vatikan ging sie nicht ein. Die Bruderschaft wendet sich gegen eine Modernisierung der katholischen Kirche. Hauptstreitpunkt ist der Ablauf der Heiligen Messe. Sie lehnen die Ökumene und den interreligiösen Dialog insgesamt ab. Benedikt XVI. war trotzdem auf die Piusbrüder zugegangen und war dafür massiv kritisiert worden.

+++ 11.50 Uhr: Kirche von unten ist skeptisch +++

Uwe Karsten Plisch vom ökumenischen Netzwerk "Kirche von unten" erwartet "nicht allzu viel" von Papst Franziskus. Der neue Papst habe "klare konservative Positionen, was die Frauenordination und die Rechte homosexuell liebender Menschen angeht", sagte Plisch im Interview mit dem Sender Phoenix. Trotzdem verstehe er die Wahl als "Signal, einen Nicht-Ratzinger" haben zu wollen. Franziskus habe jetzt die Möglichkeit, "in der Kurie aufzuräumen". Das Prinzip, "immer von der Organisation Kirche aus zu denken", habe bislang dazu geführt, "dass Dinge vertuscht werden". Der neue Papst "könnte diesen Teufelskreis durchaus durchbrechen", so Plisch weiter.

+++ 11.36 Uhr: Deutsche Jesuiten baff über Papstwahl +++

Die Deutsche Provinz der Jesuiten hat überrascht auf die Wahl von Kardinal Bergoglio zum neuen Papst reagiert. "Normalerweise strebt kein Jesuit nach Ämtern und Würden in der Kirche. Er verweigert sich aber auch nicht, wenn er in den Dienst gerufen wird", hieß es in einer Mitteilung. Provinzial Stefan Kiechle sprach aber von einem "positiven Signal für die Kirche". Die Namenswahl Franziskus zeige, wie wichtig dem neuen Kirchenoberhaupt der Einsatz für die Armen sei und wie sehr ihm selbst an einem einfachen und ökologisch bewussten Lebensstil liege. Darin stehe Bergoglio ganz in der Tradition des Ordens, der sich den Einsatz für Glaube und Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben habe.

+++ 11.28 Uhr: Zentralrat der Juden hofft auf Dialog +++

Der Zentralrat der Juden in Deutschland setzt auf eine Fortsetzung des katholischen-jüdischen Dialogs mit dem neuen Papst Franziskus. Der Kurs der Annäherung, der Freundschaft und des Vertrauens zwischen Christentum und Judentum sollte weiter verstärkt werden, sagte Zentralratspräsident Dieter Graumann. "Der neue Papst hat bisher schon gezeigt, dass er der jüdischen Gemeinschaft mit ganz besonderer Wärme und Herzlichkeit begegnet. Wir gehen deshalb davon aus, dass er dem katholisch-jüdischen Verhältnis während seines Pontifikats eine große Bedeutung zukommen lassen wird." Bei gutem Willen und gegenseitigem Respekt würden sich schwierige Fragen lösen lassen, sagte Graumann.

+++ 11.21 Uhr: Westerwelle sieht in Papstwahl Gewichtsverschiebung +++

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sieht in der Wahl des Papstes Franziskus ein Zeichen dafür, wie sich die Gewichte in der Welt verschoben haben. "In dieser historischen Wahl des ersten Lateinamerikaners zum Papst zeigt sich erneut, wie sehr sich die Welt verändert hat", sagte Westerwelle. "Ich wünsche Papst Franziskus ein Pontifikat des Friedens."

+++ 11.26 Uhr: Papst Franziskus ist Fußball-Fan +++

Im Land von Maradona und Messi dreht sich nahezu alles um den Fußball. Der neue Papst Franziskus ist Vereinsmitglied Nr. 88235 des argentinischen Erstligisten San Lorenzo de Almagro. Das Team und die Fans des von einem Salesianer gegründeten Vereins werden "santos" (Heilige) genannt. Der bisherige Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio, ist seit seiner Kindheit Fan von San Lorenzo. Sein Vater spielte Basketball im Verein, der in Boedo, nicht weit von dem Familienhaus im Stadtteil Flores, seinen Sitz hatte. Der neue Papst erwähnte vor einigen Jahren, dass er als Neunjähriger 1946 kein Spiel des Teams verpasste, das in der damaligen Saison seinen dritten Meistertitel gewann. Bereits als Erzbischof und Kardinal feierte er 2008 eine Messe zum 100. Jahrestag des Vereins. Die Spieler übergaben ihm ein mit ihren Autogrammen beschriftetes blau-rotes Trikot von San Lorenzo. Heute steht San Lorenzo in der Tabelle in bedrohlicher Nähe der Abstiegszone. Ein Fan schrieb auf der Web-Seite des Vereins: "Bete für uns."

+++ 10.42 Uhr: Küng fordert vom Papst Reformen +++

Der neue Papst Franziskus bekommt von dem kritischen Tübinger Theologen Hans Küng keine Vorschusslorbeeren. "Die Gretchenfrage an den neuen Papst lautet: "Wie hältst Du's mit Reformen?"", sagte Küng der Nachrichtenagentur DPA. "Führt er endlich die Reformen in der Kirche durch, die sich über Jahrzehnte unter seinen Vorgängern angestaut haben? Oder soll es im Grunde so weitergehen wie bisher?" Wenn Franziskus Reformen anpacke, sei ihm eine breite Zustimmung der Katholiken sicher. Sollte er aber die konservative Linie von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. fortsetzen, werde das in der Kirche "Reformen von unten provozieren, auch ohne Billigung durch die Hierarchie und oft sogar gegen die Vereitelungsversuche der Hierarchie", sagte der 84-Jährige. Küng ruft die Bischöfe und die Kirchenmitglieder seit Jahren zum Ungehorsam gegen den Kurs der Kurie auf.

+++ 9.49 Uhr: Reformkatholiken erhoffen "Wendepunkt zum Guten" +++

Die katholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" erhofft sich von dem neuen Papst Franziskus einen "Wendepunkt zum Guten". "Ich glaube, der erste Eindruck war ein sehr positiver", sagte deren Sprecher Christian Weisner dem Südwestrundfunk. Der neue Papst sei "einer, der sich sehr zur Gerechtigkeit und den Armen bekennt". Franziskus werde nicht umhinkönnen, die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils wieder in den Vordergrund zu rücken. Dagegen habe der bisherige Papst Benedikt XVI. zu sehr "seine eigene Theologie zur Theologie der Katholischen Kirche" gemacht

+++ 9.30 Uhr: Der päpstliche Terminstress beginnt +++

Der neue Papst Franziskus hat am Morgen nach seiner Wahl die wichtige römische Basilika Santa Maria Maggiore für ein Gebet aufgesucht. Dutzende Menschen, darunter viele Fotografen, erwarteten das neue Oberhaupt der katholischen Kirche am Donnerstag. Es war das erste öffentliche Erscheinen des neuen Papstes nach seiner kurzen Ansprache an die Menge der Gläubigen am Vorabend vom Balkon des Petersdomes aus. Franziskus betete in einer Kapelle der Basilika. In Laufe des Tages empfängt er in der Sixtinischen Kapelle zudem alle Kardinäle, die in Rom sind, darunter die 115 Purpurträger, die am Konklave teilgenommen hatten. Am Sonntagmittag will sich der 76-Jährige Gläubigen auf dem Petersplatz für das traditionelle Angelusgebet zeigen. Am kommenden Dienstag soll Franziskus mit einer Messe im Petersdom feierlich in sein Pontifikat eingeführt werden.

+++ 9.20 Uhr: Chávez hatte bei Papstwahl seine Hände im Spiel +++

Venezuelas Interims-Präsident Nicolás Maduro ist sich sicher, dass der vor über einer Woche gestorbene venezolanische Staatschef Hugo Chávez bei der Papst-Wahl seine Hände im Spiel hatte. "Wir wissen, dass unser Kommandant (Chávez) in diese Höhen aufgestiegen ist und Christus gegenübersteht. Er muss einen Einfluss auf die Wahl eines südamerikanischen Papstes gehabt haben", sagte Maduro in Caracas nach der Vorstellung des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio als neuer Papst Franziskus.

+++ 8.21Uhr: Franziskus reist nicht gern +++

Papst Franziskus geht nach Angaben des Weihbischofs von Buenos Aires, Eduardo García, nicht gerne auf Reisen. "Ich sehe ihn nicht als einen Papst, der reist - tatsächlich reist Bergoglio nicht gerne", sagte García dem argentinischen Informationssender Todo Noticias. Franziskus werde ein Papst sein, "der eine Kirche fördert, die über gewöhnliche Grenzen hinausgeht, um - wie er selbst sagt - existenzielle Grenzen zu erreichen, in denen das Evangelium nicht präsent ist", so García weiter.

+++ 8.15 Uhr: Franziskus twittert ebenfalls +++

Bereits kurz nach der Wahl des Papstes wurde am Mittwochabend der päpstliche Twitter-Account @pontifex wiedereröffnet. "Habemus Papam Franciscum" (Wir haben einen Papst, Franziskus), twitterte das neue Kirchenoberhaupt auf Latein in einer ersten Botschaft. Das Twitter-Konto war seit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. vorerst gesperrt worden. Rund 2,5 Millionen Menschen verfolgen die dort veröffentlichten Kurzbotschaften in neun Sprachen. Da Benedikt über den Kurznachrichtendienst auch viele hämische Kommentare erreichten, war das Twittern des Papstes innerhalb der Kirche nicht unumstritten.

+++ 8.00 Uhr: Zollitsch: Franziskus ist nicht zu alt +++

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, sieht in der Wahl des 76-jährigen Bergoglio zum neuen Papst keinen Widerspruch zum Wunsch, die Kirche zu verjüngen. "Man kann das Alter eines Menschen nicht allein an einer Zahl festmachen. Wenn ich mir den ersten Auftritt des neuen Papstes anschaue und die bisherige Lebensleistung betrachte, dann bin zuversichtlich. Franziskus wird das Amt kraftvoll, engagiert und mit klarem Blick ausfüllen.

+++ 7.00 Uhr: Missbrauchsopfer fordern Papst zu Reform auf +++

Opfer von sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche haben den neuen Papst Franziskus zu Reformen aufgefordert. "Der Heilige Franziskus war der größte Reformer der Kirche in der Geschichte, Papst Franziskus muss dasselbe tun", forderte die US-Organisation Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester (SNAP) in einer veröffentlichten Erklärung. Bergoglio hat seinen Namen zu Ehren des Heiligen Franz von Assisi gewählt, der ein Leben in Bescheidenheit führte. Das SNAP verwies auf zahlreiche Missbrauchsfälle im Jesuitenorden, dem der neue Papst entstammt. Franziskus habe "sowohl eine große Gelegenheit als auch die Pflicht" dabei zu helfen, sexuellen Missbrauch an Kindern durch katholische Geistliche zu verhindern.

+++ 6.00 Uhr: Sieben Millionen Tweets zur Papst-Wahl +++

Die Papst-Wahl war am Mittwoch das beherrschende Thema beim Kurznachrichtendienst Twitter. Insgesamt brachte der Tag über sieben Millionen Tweets zu dem Thema, wie der Anbieter mitteilte. Nachdem der Argentinier Jorge Mario Bergoglio als neuer Papst Franziskus vorgestellt wurde, habe die Aktivität der Twitter-Nutzer mit 130.000 Mitteilungen pro Minute ihren Höhepunkt erreicht.

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