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19. Februar 2010, 06:44 Uhr

UN bitten um 1,5 Milliarden Dollar für Haiti

Es ist der größte Spendenaufruf der UN-Geschichte: Um den Überlebenden des Erdbebens in Haiti besser helfen zu können, hat der Sonderbeauftragte Bill Clinton die Mitgliedsländer aufgefordert, mehr Geld zu spenden: "Geben Sie, was Sie geben können."

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Bill Clinton (l.) und Generalsekretär Ban Ki Moon wollen weitere Spenden einwerben© Spencer Platt/Getty Images

Für das von einem Erdbeben verwüstete Haiti haben die Vereinten Nationen den größten Spendenaufruf ihrer Geschichte gestartet. Generalsekretär Ban Ki Moon und sein Haiti-Sonderbeauftragter Bill Clinton forderten die Mitgliedsländer auf, im Laufe dieses Jahres 1,44 Milliarden Dollar (rund eine Milliarde Euro) zur Verfügung zu stellen. Diese Summe sei nötig, weil jeder dritte Haitianer - drei Millionen Menschen - von der Katastrophe betroffen sei. Etwa 1,2 Millionen Menschen müssten über Monate mit Essen und Unterkünften versorgt werden. Bei dem Beben am 12. Januar waren mehr als 200.000 Menschen ums Leben gekommen.

Clinton sagte, Haiti brauche jetzt "keine freundlichen Versprechungen". "Das Land braucht richtiges Geld. Geben Sie einfach, was Sie geben können", sagte Clinton zu den Vertretern der UN-Staaten. Noch würden Hunderttausende Menschen in Haiti morgens nicht wissen, wie sie sich am Tag ernähren sollten. "Diese Menschen wollen ihr Land wieder aufbauen, aber sie brauchen Hilfe. Denken Sie an Psychologie! Wenn Ihr Kind Durchfall oder eine andere Krankheit hat, wenn der nächste Hurrikan Ihr Haus wegzublasen droht, dann können Sie Ihr Land nicht aufbauen." Die Welt müsse ihre beispiellose Hilfsbereitschaft fortsetzen. "Ich werde alles tun, damit Ihr Geld so gut wie möglich ausgegeben wird."

Haiti steht am Anfang des Weges

"Vor der Katastrophe im vergangenen Monat hatten wir ein Konzept für Haiti", sagte Ban. "Die Herausforderung ist, dieses langfristige Programm fortzusetzen, so dass wir Haiti besser aufbauen können." Die Situation bessere sich von Tag zu Tag, aber noch stehe Haiti ganz am Anfang des Weges. Hoffnung mache aber das "Cash for Work"-Programm ("Bares für Arbeit"), mit dem bislang 75.000 Haitianer am Wiederaufbau ihres Landes beteiligt würden. "Wenn wir die Haitianer für diese Arbeit bezahlen, geben wir Geld in ihre Hände; Geld, um ihre Familien zu versorgen, die Wirtschaft anzuschieben und ein soziales Netz zu knüpfen."

Wenige Tage nach dem Beben hatten die UN bereits 577 Millionen Dollar bei ihren 192 Mitgliedsstaaten angefordert. Der jetzige Aufruf ist eine Erweiterung des ersten, der nach Bans Worten übererfüllt wurde. Allein ein Drittel des Geldes ist für die Lebensmittelversorgung vorgesehen. Zudem müsse sich das Land auf die spätestens im Mai beginnende Regenzeit und die wenig später kommenden Hurrikane vorbereiten. "Wir waren in Haiti, um Leben zu retten. Jetzt sind wir in Haiti für den Wiederaufbau", sagte der UN-Nothilfekoordinator John Holmes. "Die Haitianer sind weiter auf die Hilfsbereitschaft angewiesen, die die Welt bisher gezeigt hat."

Den bislang größten Aufruf an die staatlichen Geldgeber hatten die Vereinten Nationen nach dem Tsunami im Indischen Ozean im Jahr 2004 gestartet. Damals hatten die UN 1,41 Milliarden Dollar angefordert. Für den Sudan wurden insgesamt 1,9 Milliarden Dollar verlangt, allerdings in verschiedenen Aufrufen.

DPA
 
 
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