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27. Februar 2010, 08:55 Uhr

Chile ruft Katastrophenzustand aus

Ein Erdbeben der Stärke 8.8 hat Chile erschüttert und eine Flutwelle ausgelöst. Offenbar starben mindestens 64 Menschen, die Grundversorgung ist bedroht, in einigen Regionen gilt der Notstand.

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Wie sich der Tsunami nach Westen ausbreitet: Grafik der National Atmospheric and Oceanic Administration© AFP/NOAA/HO

Bei dem schweren Erdbeben am frühen Samstagmorgen in Chile sind Medienberichten zufolge mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Dies berichtete am Samstag der Hörfunk unter Berufung auf Reporter in der Nähe des Epizentrums des Bebens. Präsidentin Michelle Bachelet hatte zuvor von mindestens sechs Todesopfern gesprochen. In der Hauptstadt Santiago wankten Häuser, es kam zu Stromausfällen. In einigen Landesteilen sei die öffentliche Grundversorgung ausgefallen. Bachelet appellierte an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren.

Im 320 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegenden Santiago strömten Menschen auf die Straßen, sie weinten und umarmten sich. Die Erdstöße dauerten zwischen zehn und 30 Sekunden.

Das Epizentrum des Bebens lag den Angaben zufolge 90 Kilometer von der Stadt Concepcion entfernt im Meeresgrund, in einer Tiefe von 55 Kilometern. Dem Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik zufolge wurde eine Flutwelle ausgelöst. Die US-Geologen hatten die Stärke des Bebens zunächst sowohl mit 8,3 als auch mit 8,5 angegeben, um sie schließlich mit 8,3 festzulegen. Für Chile und das nördliche Nachbarland Peru wurde eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Auch die Menschen in Ecuador, Kolumbien, Panama, Costa Rica und der Antarktis wurden zur Wachsamkeit aufgerufen. Chile liegt vier Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ).

1960 war Chile von dem stärksten Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1900 erschüttert worden. Das Beben der Stärke 9,5 verwüstete damals die Stadt Valdivia, 1655 Menschen kamen ums Leben.

Auch für Australien ist am Samstag eine Tsunami-Warnung ausgegeben worden. Von einer Flutwelle könnten unter anderem die östlichen Staaten New South Wales und Queensland betroffen sein, erklärte das australische Warnzentrum. Eine solche Welle würde den Kontinent allerdings nicht vor Sonntag (Ortszeit) erreichen.


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Stichwort Tsunami Tsunamis sind Riesenwellen. Sie können entstehen, wenn Erdbeben oder Vulkanausbrüche den Meeresboden erschüttern. Im Gegensatz zu normalen Wellen, bei denen nur das Wasser an der Meeresoberfläche wogt, geraten bei einem Tsunami (japanisch: große Welle im Hafen) auch die tiefen Wasserschichten in Bewegung. Auf hoher See ist diese Welle gewöhnlich nicht höher als zwei oder drei Meter und wird wegen ihrer großen Wellenlänge von Schiffen oft gar nicht bemerkt. In flachen Küstengewässern und engen Buchten läuft sie dann aber zu enormen Höhen von bis zu 40 Metern auf und kann ganze Landstriche verwüsten. Tsunamis breiten sich mit bis zu 900 Kilometern pro Stunde aus und können so binnen kurzer Zeit ganze Ozeane durchqueren. Das höchste Tsunami-Risiko besteht wegen der großen Aktivität der Erdkruste rings um den Pazifik. Frühwarndienste versuchen mit Sensorbojen, Computern und Satelliten, betroffene Gebiete rechtzeitig vor möglichen Riesenwellen zu warnen. Bei der Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004 in Südostasien waren mehr als 230 000 Menschen ums Leben gekommen.

dpa

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
facilidad_de_ser (27.02.2010, 12:09 Uhr)
Auf Okinawa...
...gab es ein Beben mit der Stärke 6.4!
Derzeit wird ja in Japan über eine weitere Truppenstationierung der Amis auf Okinawa verhandelt....
werwiewas (27.02.2010, 11:44 Uhr)
Erdbeben in Japan
Gleichzeitig gab es zwischen Taiwan und Japan ein Seebeben der Stärke 7
werwiewas (27.02.2010, 11:40 Uhr)
Erdbeben
Die 8,8 Magnitudeausschlag fanden 60 km südwestlich der Stadt Constitucion statt.

Ist schon bei Google Earth verzeichnet
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