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"Ich hasse jeden im Weißen Haus" - steckt Trump in einer Nervenkrise?

"Unkonzentriert" und "düster gestimmt": Donald Trump fühlt sich im Weißen Haus immer unwohler. Das schreibt zumindest die Trump-kritische "Vanity Fair". Sein Ex-Berater Steve Bannon gibt dem Präsidenten demnach kaum eine Chance auf eine volle Amtszeit.

US-Präsident Donald Trump beim Betreten des Weißen Hauses

Krise im Weißen Haus? US-Präsident Donald Trump beim Betreten seines Amtssitzes

Im Weißen Haus in Washington herrscht angeblich akute Krisenstimmung. US-Präsident Donald Trump sei unsicher, aufgelöst und lasse in seiner Leistung nach, berichtet "" unter Berufung auf mehrere Personen aus Trumps Umfeld, deren Namen die US-Zeitschrift nicht nennt. Der Gesprächston zwischen einigen von Trumps Langzeitvertrauten habe sich verändert, die Besorgnis sei gewachsen.

Berater versuchen angeblich, Donald Trump zu kontrollieren

Er habe in den letzten Tagen mit einem halben Dutzend prominenter Republikaner und Trump-Berater gesprochen, und sie alle hätten ein Weißes Haus in der Krise beschrieben, in dem Berater sich bemühten, einen zunehmend unkonzentrierten und von düsteren Stimmungen erfüllten Präsidenten zu kontrollieren, berichtet "Vanity Fair"-Autor Gabriel Sherman.

"Ich hasse jeden im Weißen Haus! Es gibt ein paar Ausnahmen, aber ich hasse sie!", soll Trump demnach gegenüber seinem Sicherheitschef Keith Schiller seinem Ärger Luft gemacht haben. Unter Berufung auf zwei hochrangige republikanische Funktionäre schreibt Sherman, der Stabschef des Präsidenten, John Kelly, sei unglücklich in seinem Amt und übe es nur noch aus, weil er sich verpflichtet fühle, Trump davon abzuhalten, irgendeine desaströse Entscheidung zu fällen.

Das Weiße Haus hat die Vorwürfe gegenüber "Vanity Fair" zurückgewiesen. "Die Stimmung des Präsidenten ist gut", zitiert das Magazin einen Regierungsvertreter. Sein Ausblick auf die politische Agenda sei sehr positiv. Eine unabhängige Bestätigung für Shermans Behauptungen gibt es nicht. "Vanity Fair" und Donald Trump liefern sich schon seit Langem eine Fehde. Der scheidende Chefredakteur der Zeitschrift, Graydon Carter, ist ein erklärter Trump-Gegner.

Steve Bannon warnt vor 25. Verfassungszusatz

Glaubt man dem Bericht von Sherman, so zweifelt Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon und jetzige "Breitbart"-Boss schon lange daran, dass der Präsident überhaupt vier Jahre im Amt bleiben wird. Bannon habe seinen damaligen Chef bereits vor einigen Monaten vor der Bedrohung durch den 25. Zusatzartikel zur US-Verfassung gewarnt, schreibt der Autor unter Berufung auf zwei Quellen mit Kenntnis von der Konversation. Dem Amendement zufolge kann eine Mehrheit des Kabinetts eine Absetzung des Präsidenten beschließen, sollte dieser nicht mehr in der Lage sein, seine Amtspflichten zu erfüllen. Trumps Antwort auf Bannons Erwähnung des 25. Verfassungszusatzes sei gewesen: "Was ist das?"

Einer Quelle zufolge soll gesagt haben, er glaube, Trump habe nur eine 30-Prozentige Chance, eine volle Amtszeit zu erleben.


mad

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