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11. November 2009, 07:45 Uhr

Guttenberg verspricht dem Volk Klartext

Schluss mit Drucksen: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will in Sachen Afghanistan Tacheles reden - und nimmt im stern Abstand von der "Sankt-Nimmerleins-Strategie".

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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) plant eine neue Strategie© Axel Schmidt/DDP

Der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will in Sachen Afghanistan-Einsatz Klartext reden, lehnt es aber ab, ein Abzugsdatum zu nennen. Auf die Frage, ob er als der Minister in die Geschichte eingehen wolle, der die deutschen Soldaten nach Hause geholt hat, sagte Guttenberg in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern: "Das wäre eine von Eitelkeit getriebene Politik." Gleichzeitig machte er aber deutlich, dass die Frage eines Abzugs aus Afghanistan politisch immer bedeutender werde, sollten sich dort die Verhältnisse nicht verbessern. "Die Sankt-Nimmerleins-Haltung ist politisch nicht mehr tragbar. Das Wort 'Exit-Strategie' nehmen wir nicht mehr nur verschüchtert in den Mund, wie noch vor ein, zwei Jahren", sagte er im stern.

Guttenberg sagte, er habe nicht vor, "das Thema Afghanistan gegenüber der Bevölkerung und den deutschen Soldaten verdruckst und verschwurbelt darzustellen". Der neue Minister hatte schon kurz nach seiner Amtsübernahme von "kriegsähnlichen Zuständen" in Afghanistan gesprochen und damit eine Neubewertung des Bundeswehreinsatzes vorgenommen. Es habe sich gezeigt, so Guttenberg im stern, "dass man in Afghanistan an seine Grenzen stößt, wenn man von einer Demokratie westlichen Stils zu träumen beginnt. Ein solcher Traum ist mit den Realitäten vor Ort nicht vereinbar. Auch dieser Traum hat uns viel Zeit gekostet".

"In Afghanistan stößt man an seine Grenzen"

Guttenberg ließ durchblicken, dass die neue Regierung in Kabul bei der Frage der Bekämpfung von Korruption und Drogenkriminalität unter Beobachtung stehe. "Die neue Regierung in Kabul verdient eine Chance. Aber das kann nicht heißen, dass wir jahrelang zuschauen und sagen: Na, schauen wir mal, wie das da so alles wird."

Guttenberg rechtfertigte im stern die im Koalitionsvertrag vereinbarte Reduzierung der Wehrdienstzeit auf sechs Monate, räumte aber ein, dass die Umsetzung schwierig werde. "Das wird uns sehr viel Kreativität abverlangen." Eine weitere Reduzierung schloss er aus: "Sechs Monate sind die Untergrenze."

Im Interview mit dem stern blickte Guttenberg zufrieden auf seinen eigenen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald zurück. Er habe nur die "besten Erinnerungen" und habe "Kameradschaft kennengelernt, wie ich sie in dieser Form noch nicht kannte". Dass eine seiner Töchter sich später einmal freiwillig zur Bundeswehr melde, hält Guttenberg "durchaus für vorstellbar". Er hoffe aber, "dass das Vertrauen in unserer Familie dann so groß ist, dass man das vorher offen miteinander bespricht".

Lesen Sie das komplette Interview mit dem neuen Verteidigungsminister ...

Lesen Sie das komplette Interview mit dem neuen Verteidigungsminister ... ... im neuen stern

 
 
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