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14. Februar 2010, 15:04 Uhr

US-Bank half Griechen beim Verschleiern der Schulden

Am Montag beraten die EU-Finanzminister über ein Sicherungsnetz für das hochverschuldete Griechenland. Das EU-Mitglied hatte seine Finanzprobleme jahrelang vertuscht - unter tatkräfitiger Mithilfe einer amerikanischen Großbank.

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Die US-Bank Goldman Sachs lieh Griechenland kurz nach seiner Zulassung zur Eurozone mehrere Milliarden Dollar© Chris Hondros/Getty Images

Die US-Finanzbranche hat Griechenland laut einem Pressebericht geholfen, sein Schuldenproblem jahrelang zu verschleiern. So habe die Bank Goldman Sachs Griechenland kurz nach dessen Beitritt zur Eurozone einen Milliardenkredit gewährt, der als Devisengeschäft ausgegeben worden sei, berichtete die "New York Times". Eurozonen-Präsident Jean-Claude Juncker forderte eine engere Abstimmung zwischen den Mitgliedern.

Goldman Sachs habe Griechenland 2001 kurz nach dessen Zulassung zur Eurozone mehrere Milliarden Dollar geliehen, ohne dass dies öffentlich geworden wäre, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf mit der Transaktion vertraute Kreise. Das Geschäft sei als Devisenkauf und nicht als Kredit dargestellt worden. So habe Goldman Sachs dazu beigetragen, dass Griechenland dem Anschein nach die Defizitvorgaben der Eurozone erfüllte.

Selbst als die Haushaltskrise in Griechenland sich ihrem Höhepunkt näherte, suchten US-Banken dem Bericht zufolge nach Wegen, dem Land eine Offenbarung seines Schuldenproblems zu ersparen. Anfang November habe Goldman Sachs der Regierung ein Konzept vorgelegt, durch das sie die Fälligkeit der Schulden des griechischen Gesundheitssystems in ferne Zukunft hätte verschieben können. Auf dieses Angebot sei Athen jedoch nicht eingegangen, schrieb das Blatt.

Griechenland hat in den vergangenen Jahren Rekordschulden angehäuft. Die Neuverschuldungsrate lag zuletzt bei 12,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, obwohl in der Eurozone nur maximal drei Prozent erlaubt sind.

"Mittelmäßig schwerer Unterlassungsfehler"

Der Präsident der Eurozone, der luxemburgische Premierminister Juncker, räumte angesichts der falschen Defizitmeldungen Griechenlands gegenüber Brüssel einen "mittelmäßig schweren Unterlassungsfehler" der Eurogruppe ein. Sie werde die Angaben künftig "viel intensiver" prüfen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Juncker mahnte eine engere Abstimmung zwischen den 16 Euro-Ländern an. "Eine Währungszone kann auf Dauer nicht bestehen, wenn die Unterschiede in den Leistungsbilanzen der Volkswirtschaften übergroß werden", sagte er der "Süddeutschen". Zugleich müsse der griechischen Regierung aber klar sein, "dass es ihre ureigene Sache ist, ihren Haushalt in Ordnung zu bringen". Einen Rauswurf Griechenlands aus der Eurozone lehnte Juncker jedoch ab. Dies hätte "erdbebenartige, unkontrollierbare Folgen" und würde Griechenland in die Nähe des Staatsbankrotts bringen. Auch für das Image der Euro-Zone wäre das absolut negativ.

Nach den EU-Staats- und Regierungschefs werden die Euro-Finanzminister an diesem Montag in Brüssel über das Sicherungsnetz für das hoch verschuldete Griechenland sprechen. Die 16 Länder mit Euro-Währung wollen koordiniert vorgehen, falls ihr schwächstes Mitglied Griechenland in einem Notfall seine Schulden nicht mehr bezahlen kann. Wie konkret geholfen werden könnte, ist bisher nicht bekannt. Im Gespräch sind bilaterale Kredite oder der Aufkauf von griechischen Staatsanleihen, falls diese nicht mehr von den Finanzmärkten aufgenommen werden sollten. Ob die Minister schon zu Ergebnissen kommen, gilt als offen.

Eine Mehrheit der Bundesbürger plädiert derweil für einen Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone, wenn dessen Verschuldung die Stabilität der Gemeinschaftswährung gefährden sollte. In einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag der "Bild am Sonntag" sprachen sich 53 Prozent dafür aus. 38 Prozent lehnen diesen Schritt ab. Noch deutlicher ist mit 67 Prozent die Mehrheit, die sich gegen Finanzhilfen aus Deutschland und anderen EU-Staaten ausspricht.

AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
Roll-Mobs (16.02.2010, 08:52 Uhr)
Wo ist der Unterschied zur Mafia?
...aha, es sind deren Kinder, die da werkeln! Zum Kotzen das Ganze: http://blog.4st.ch/ Weiter so! Und evtl. öffentliche Pranger für Harz- 4rer,die ganz ganz schlimm gesündigt haben! Die ganzen Schlipsträger sollen dieses Stöffle mal für das brauchen, weshalb es auch um deren Hals hängt: Nen hohen starken Ast aussuchen, Schlips dranknoten und durch einen mutigen aber nötigen Jump dem Trabanten das zurückgeben, was noch Wert an einem ist: Der Dünger! Und Tschüssi..
logisch_konsequent (15.02.2010, 12:10 Uhr)
Verstaatlichen ?
@ganzbaf
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Ihnen ist wohl die Faktenlage unbekannt. Die größten Schnitzer (relativ zu Ihrer Bilanzsumme) haben sich die staatlichen Landesbanken geleistet.
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Ist doch immer so: Staatliche Vertreter wirtschaften mit Steuergeld, also nicht ihrem eigenem. Da wird auch mal eben so eine Hypo Alpe Adria gekauft und der Wirtschaftprüfer gebeten, die kritischen Kommentare vor Kauf in die Fußnoten zu verschieben. Private Eigner tun eher das Gegenteil, die Fragen die Wirtschaftsprüfer eher, ob sie nicht irgendwelche Risiken sehen, die den Managern vielleicht nicht aufgefallen sind. Denn es geht ja um ihre eigene Bankanteile oder erfolgsabhängigen Gehälter.
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In der DDR war doch alles verstaatlicht. Trabbi statt BMW. Wertloses Geld statt Gegenwert. Haben Sie das verschlafen?
ganzbaf (15.02.2010, 11:29 Uhr)
Das Unheil geht weiter...

bis Bank- und Kreditwesen vollumfänglich verstaatlicht sind.
Das geht aber wohl nur per Volksabstimmungsdemokratei.
logisch_konsequent (15.02.2010, 10:11 Uhr)
Stern - Betrug von Goldman nachgehen
Ein Betrug entsteht oft durch eine Kombination von einzelnen Aktionen, die für sich alleine gesehen legal sind. Der betrügerische Zusammenhang wird zumeist geheimgehalten.
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Wie man immer mehr erfährt, macht Goldman 90% seiner Gewinne aus einem erstaunlich profitablen Eigenhandel. Dass diese hohen Gewinne von Goldman seit Jahrzehnten legal erwirtschaftet wurden, ist genauso wahrscheinlich wie wenn man beim Roulette fast immer die richtige Farbe wählt, oder beim Festgeld 10% Zins p.a. versprochen bekommt und kein Betrug dahinter ist.
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Inzwischen gibt es ja eine breite Berichterstattung, dass die Profitabilität von Goldman - und damit die Multimillionengehälter auf Kosten der anderen Marktteilnehmer und Länder - fast ausschließlich aus dem Nutzen von Insiderwissen und solchen Deals wie der Griechenlanddeal entstehen.
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Hier kann der Journalismus doch einmal seine Aufgabe zeigen, weil die Schuldigen natürlich darauf pochen werden, dass man Ihnen das so einfach nicht nachweisen kann - auch wenn es jeder weiss.
gustavganz (15.02.2010, 00:30 Uhr)
Man wird nur noch verascht...
Warum zahl ich eigentlich Steuern? Es wird sowi sowieso nur verprasst! Griechenland mit seiner korrupten politischen "Elite" - RAUS AUS DER EU! Bundeswehr raus aus Afghanistan und rein in die Banken!
Justizius (15.02.2010, 00:20 Uhr)
Ein Staat
der sich seine EU-Mitgliedschaft durch heimliche Kredite erschleicht, ist schlicht und einfach als kriminell zu bezeichnen und hat als Vollmitglied in der EU nichts zu suchen. Die Rückstufung zu einer "privilegierten Partnerschaft", wie der mit der Türkei, wäre die notwendige Konsequenz bis Griechenland endlich lernt zu wirtschaften.
brigitteramsau (15.02.2010, 00:15 Uhr)
Deswegen muss Britain raus aus der EU.
Die City of London ist nicht nur eine der groessten und erbaermlichten Geldwaeschen, nein, sie arbeitet auch daran die Euro Zone zu zerstoeren.

Den Amis muessen endlich gezwungen werden die Konten-Daten der zahlreichen und hochkaraetigen deutschen Steuerhinterzieher z. B. im Bundesstaat Delaware (VP Biden Staat) zu uebergeben.
jetrabbit (14.02.2010, 21:12 Uhr)
offensichtlich
ist hier ein bankster krieg zwischen der USA und der EU entstanden. eigentlich auch gut so, egal welche bank es trifft, es wird schon die richtige sein, denn beide seiten arbeiten gegen das volk, hier in der EU sowie in den USA. aber die freude wird nur kurz dauern, da die FED immer am längeren hebel sitzt. einfach mehr $ drucken, und so den $ ins bodenlose nichts stürzen lassen. da kann auch kein euro dagegen ankommen, weil wir eben dann auch unsere druckerpressen anschmeissen müssen.
jeanclaude (14.02.2010, 20:32 Uhr)
und wiedermal wird an der meinung des volkes vorbeiregiert.

jetzt sollen wir auch noch für lügner frührentner und betrüger aus der eu gradestehen.


westerwave wird nachdem er die türkei auch mit ins boot geholt hat sicherlich
die ein oder andere milliarden für die griechen zusammenkratzen.

natürlich geht es nicht an die,deutsch/schweizer privatkunden und seiner hoteliersklientel.
schulen,kindergärten,strassen und die dekandente unterschicht geht es an den kragen....
babylon (14.02.2010, 19:00 Uhr)
Griechen lügen und betrügen, sind
neidisch und sehr freundlich, wenn sie etwas wollen. so sind sie unsere europäischen nachbarn. Laßt diesen Staat pleite gehen, denn die lernen es eh nie. Für betrüger ist mir mein steuergeld zu schade.
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