Russland plant Waffendeal mit Syrien

9. Mai 2013, 11:37 Uhr

Der Westen überlegt, ob und wie er die Opposition in Syrien unterstützen kann. Russland dagegen plant offenbar, dem Assad-Regime einen großen Wunsch zu erfüllen: die Lieferung eines Flugabwehrsystems.

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Russland soll dem syrischen Machthaber Baschar al Assad S-300-Flugabwehrraketen liefern. Im Bild: das Flugabwehrsystem S-400.©

Die Initiative Russlands und der USA für eine Syrien-Konferenz muss bereits eine große Belastungsprobe zu überstehen: Trotz westlichen Protests plant Russland einem Zeitungsbericht zufolge den Verkauf eines modernen Flugabwehrsystems an Syrien. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, liegen Israel entsprechende Informationen vor. Israel habe die USA über den bevorstehenden Schritt informiert.

Der syrische Machthaber Baschar al Assad bemüht sich seit Jahren um den Kauf des russisches S-300-Raketensystems, das sich sowohl zur Bekämpfung von feindlichen Flugzeugen als auch von ballistischen Raketen einsetzen lässt. Westliche Staaten haben Russland wiederholt gedrängt, die Lieferung zu unterlassen. Das Abwehrsystem könnte im Fall einer internationalen Intervention in Syrien auch gegen ausländische Kampfflugzeuge zum Einsatz kommen.

Eu diskutiert Waffenembargo

Russland ist einer der letzten Unterstützer Assads. Die EU hat ein Waffenembargo gegen Syrien verhängt. Es gibt aber Stimmen in der EU, die eine Lockerung zugunsten der Rebellen fordern. Deutschland lehnt dies angesichts der unübersichtlichen Lage in Syrien ab, wo sich der Konflikt zwischen Regierungseinheiten und Rebellen längst zu einem Bürgerkrieg ausgewachsen hat.

Die Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) wollen erneut den Versuch wagen, die noch von den Regierungstruppen kontrollierte Provinzhauptstadt Idlib einzunehmen. Nach Angaben von Aktivisten sammelten sich die Aufständischen in Dörfern der Provinz Idlib mit dem Schlachtruf "Vergeltung für Banias". Im Bezirk Banias unweit der Mittelmeerküste waren vor einigen Tagen Dutzende Zivilisten massakriert worden. Nach Einschätzung der US-Regierung tragen regierungstreue Kräfte die Verantwortung dafür. Rebellen kontrollierten bereits seit mehr als einem Jahr weite Teile der Provinz Idlib. Die Truppen von Präsident Assad konnten sich bislang jedoch in der Hauptstadt der nördlichen Provinz halten.

tkr/Reuters/DPA
 
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