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13. April 2010, 12:49 Uhr

Polen weint um das Präsidentenpaar

Drei Tage nach dem Flugzeugabsturz sind auch die sterblichen Überreste der Gattin des polnischen Präsidenten in Warschau eingetroffen. Am Flughafen spielten sich erschütternde Szenen ab. Anschließend wurden die Särge mit den Leichen von Lech Kaczynski und seiner Frau Maria im Präsidentenpalast aufgebahrt.

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Empfang der toten Präsidentengattin: Tochter Marta (2.v.l.) und Jaroslaw Kaczynski (3.v.r.) bei der Zeremonie am Flughafen© Radek Pietruszka/DPA

Die sterblichen Überreste der polnischen Präsidentengattin Maria Kaczynska sind drei Tage nach dem tragischen Flugzeugabsturz in Westrussland am Dienstag in Warschau eingetroffen. Als der in eine polnische Flagge gehüllte Sarg auf dem Flugplatz Okecie aus der Maschine getragen wurde, warteten dort ihre Tochter Marta und Jaroslaw Kaczynski, der Zwillingsbruder des ebenfalls bei dem Flugzeugabsturz am Sonnabend getöteten Präsidenten.

Die Leiche der 67-Jährigen war am Montag anhand des Eherings identifiziert worden. Nach der Zeremonie fuhr der Leichenwagen mit dem Sarg in den Präsidentenpalast, wo sich bereits seit Sonntag der Leichnam des verunglückten Staatsoberhauptes befindet. Tausende Menschen säumten die Strecke vom Flughafen bis zur Innenstadt von Warschau, um der beliebten First Lady das letzte Geleit zu geben.

"Jeder Pole kann vor den Sarg treten"

Am Nachmittag wurden die geschlossenen Särge öffentlich aufgebahrt, damit die Menschen Abschied von dem Präsidentenpaar nehmen können. "Wir möchten, dass jeder Pole, der dem Präsidenten die Ehre erweisen will, kommen und vor den Sarg treten kann", sagte ein Präsidialamtssprecher.

Seit Samstag kommen bereits Zehntausende Polen vor dem Präsidentenpalast in Warschau zusammen, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. Sie legen Blumen nieder und zünden Kerzen an. Vor den ausliegenden Kondolenzbüchern bilden sich lange Schlangen. In Polen herrscht eine einwöchige Staatstrauer.

Erst die Hälfte der Opfer identifiziert

Das Präsidentenpaar soll am Sonntag auf der Wawel-Burg in Krakau beigesetzt werden, die jahrhundertelang Residenz der polnischen Könige war. Das meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP. Für Samstag hat der polnische Senat eine Trauerfeier für die Opfer der Flugzeugkatastrophe angesetzt.

Drei Tage nach dem tragischen Absturz der polnischen Präsidentenmaschine im Westen Russlands sind erst fast die Hälfte der 96 Opfer identifiziert. Angehörige hätten bislang die Identität von 45 der Toten festgestellt, sagte Russlands Gesundheitsministerin Tatjana Golikowa laut russischen Nachrichtenagenturen. Dagegen steht die Identifikation vieler anderer Toter noch aus, da wegen der schrecklichen Verstümmelung vielfach erst DNA-Analysen Klarheit bringen können.

Präsidentenwahl soll möglichst spät stattfinden

Die Präsidentenmaschine war am Samstagmorgen beim Landeversuch auf dem Flughafen von Smolensk im Westen Russlands abgestürzt. An Bord befanden sich neben Kaczynski viele weitere Vertreter der polnischen Elite, die auf dem Weg zu einer Gedenkfeier für ermordete Polen im Zweiten Weltkrieg in Katyn waren. Das Unglück löste international Bestürzung aus.

Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski, der die Geschäfte des verunglückten Präsidenten vorübergehend übernommen hat, will die Wahl eines neuen Staatsoberhaupts so spät wie möglich ansetzen. Der letzte mögliche Termin sei der 4. Juli, sagte Komorowski im polnischen Fernsehen. Er werde in den kommenden Tagen die Parteien nach ihren Präferenzen fragen. Sollte dies kein Ergebnis bringen, neige er zu dem spätmöglichsten Termin. Turnusgemäß war die Präsidentenwahl im Oktober geplant gewesen. Komorowski hätte dabei Kaczynski Umfragen zufolge geschlagen.

AFP/DPA/Reuters
 
 
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