27. August 2010, 07:20 Uhr

Ex-Präsident Carter holt US-Bürger aus Arbeitslager

Erfolg für den ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter bei seiner "Befreiungsmission" in Nordkorea: Pjöngjang hat dem 30-jährigen Aijalon Mahli Gomes aus Boston eine außerordentliche Amnestie gewährt. Die Regierung in Washington ist erleichtert.

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Erleichtert: Jimmy Carter (l.) und Aijalon Mahli Gomes vor dem Abflug in die USA©

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat in Nordkorea die Freilassung eines inhaftierten Landsmannes erwirkt. Ein Flugzeug mit dem 85-jährigen Carter und dem Amerikaner Aijalon Mahli Gomes aus Boston an Bord habe die Hauptstadt Nordkoreas am Freitag verlassen, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Carter wurde von Vizeaußenminister Kim Kye Gwan verabschiedet.

Die Regierung in Washington zeigte sich erfreut über die Rückkehr des US-Bürgers. "Wir begrüßen die Freilassung von Aijalon Mahli Gomes und sind erleichtert, dass er bald sicher wieder mit seiner Familie vereint sein wird", erklärte ein Sprecher des Außenministeriums. "Wir erkennen die humanitären Bemühungen des früheren Präsidenten Carter an und begrüßen Nordkoreas Entscheidung, Mister Gomes eine außerordentliche Amnestie zu gewähren und ihm die Rückkehr in die Vereinigten Staaten zu erlauben." Carters Reise nach Nordkorea sei privat gewesen und nicht im Auftrag oder unter der Organisation der US-Regierung unternommen worden, hob der Sprecher hervor. Die USA und Nordkorea unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.

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Aijalon Mahli Gomes, aufgenommen im Januar kurz vor seiner Verhaftung©

Der als strenggläubiger Christ geltende Gomes war im Januar bei einem angeblich illegalen Grenzübertritt in Nordkorea festgenommen und im April zu acht Jahren Arbeitslager sowie zur Zahlung von umgerechnet 550.000 Euro verurteilt worden. Eine Freilassung des aus Boston stammenden Mannes lehnte die kommunistische Führung in Pjöngjang ab. Anfang Juli unternahm Gomes nach Angaben aus Nordkorea einen Selbstmordversuch und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Vor einem Jahr hatte der frühere US-Präsident Bill Clinton in Nordkorea die Begnadigung von zwei verurteilten US-Journalistinnen erwirkt.

Nordkorea bekräftigt Bereitschaft zu Atomgesprächen

Während des Besuch von Carter bekräftigte Nordkorea auch seine Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm. Wie die staatlichen Medien des Landes berichteten, äußerte das protokollarische Staatsoberhaupt des Landes, Kim Yong Nam, "die Absicht der Regierung der Volksrepublik für die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche". Carter war nach seiner Ankunft am Mittwoch von Kim empfangen worden.

Nach einem Besuch in Nordkorea in der vergangenen Woche sagte Pekings Sondergesandte Wu Dawei, dass Nordkorea bereit sei, zunächst Vorgespräche mit den USA zu führen. Danach könne als weitere Vorstufe ein informelles Treffen mit den anderen Teilnehmern der Sechserrunde stattfinden.

mad/DPA/AFP
 
 
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Nordkorea Clinton bringt Journalistinnen nach Hause

In offizieller Mission war der frühere US-Präsident Bill Clinton angeblich nicht unterwegs, Erfolg hatte er dennoch. Clinton und die beiden von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il begnadigten US-Reporterinnen landeteb an Bord einer Sondermaschine in Los Angeles. Die Begnadigung war wohl schon vor Beginn der Visite verabredet worden.

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