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2. Januar 2010, 08:51 Uhr

Blutbad bei Volleyballspiel

Verheerender Anschlag in Pakistan: Während eines Volleyballspiels sprengt sich ein Selbstmordattentäter mit seinem Wagen in die Luft und reißt fast 100 Menschen in den Tod. War es ein Racheakt der Taliban?

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93 Menschen wurden nach Polizeiangaben bei dem jüngsten Anschlag in Pakistan getötet© Ijaz Muhammad/AP

Nach dem schweren Selbstmordanschlag auf ein Volleyballspiel in Pakistan ist die Zahl der Toten auf 93 gestiegen. In der Nacht zum Samstag seien fünf weitere Menschen an ihren schweren Verletzungen gestorben, sagte der Bezirkspolizeichef von Bannu. Die Sicherheitsmaßnahmen im Bezirk seien verschärft worden. Der Anschlag war der schwerste in Pakistan seit mehr als zwei Monaten. Die Polizei machte die radikalislamischen Taliban für das Selbstmordattentat verantwortlich. Bisher hat sich keine Gruppe zu der Tat bekannt.

Die USA verurteilten den verheerenden Selbstmordanschlag aufs Schärfste. Außenministerin Hillary Clinton versprach, Washington werde weiter an der Seite Pakistans stehen. Die USA unterstützten die Pakistaner bei ihren Anstrengungen im Kampf gegen den gewalttätigen Extremismus und bei der Stärkung der Demokratie.

Gewaltige Explosion

Nach Behördenangaben hatte sich der Attentäter am Freitag mit einem mit Sprengstoff beladenen Lieferwagen bei einem Volleyballspiel im Nordwesten des Landes in die Luft gesprengt. Unter den Todesopfern befinden sich nach jüngsten Polizeiangaben acht Kinder. Rund 50 Menschen wurden bei der Attacke in dem Dorf Shah Hasan Khan im Bezirk Bannu verletzt.

Mehr als 200 Zuschauer hatten sich zu dem Spiel zweier Dorfmannschaften auf dem Sportplatz versammelt. Das Fahrzeug des Attentäters war laut Polizei mit mehr als 300 Kilogramm Sprengstoff beladen. Durch die Wucht der Explosion stürzten 20 Häuser ein. Aus den Trümmern wurden zahlreiche Opfer gezogen, wie örtliche Polizeichef sagte. Weil es in der Dorfklinik keinen Arzt gibt, wurden die Verletzten in ein Krankenhaus in der nahe gelegenen Stadt Lakki Marwat gebracht.

Der 18-jährige Anwar Khan sagte, der schwarze Lieferwagen sei mit großer Geschwindigkeit auf die Zuschauer zugefahren. Dann habe er eine riesige Flamme gesehen, berichtete der Student. "Überall war helles Licht, wie ein Blitz, und dann wurde alles von einer gewaltigen Explosion erschüttert."

Racheakt islamischer Extremisten?

Der Anschlag war vermutlich ein Racheakt islamischer Extremisten, weil Bewohnern von Lakki Marwat eine eigene Miliz zur Verteidigung gegen die Fundamentalisten gegründet haben. Der Distrikt grenzt an die Taliban-Hochburg Süd-Waziristan. In dem Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan führt das pakistanische Militär seit Mitte Oktober ein Großoffensive gegen Taliban-Kämpfer und al-Kaida-Terroristen. Dabei wurden nach Angaben der Armee bislang mehr als 600 Extremisten getötet. Im Gegenzug verüben die Aufständischen landesweit immer wieder blutige Anschläge gegen Einrichtungen der Sicherheitskräfte und zivile Ziele, bei denen in den vergangen zwei Monaten mehr als 500 Menschen ums Leben kamen.

Seit 2007 mehr als 2800 Anschlagsopfer

Pakistan wird seit zweieinhalb Jahren regelmäßig von Anschlägen erschüttert, seit Juli 2007 kamen dabei mehr als 2800 Menschen um. In der südpakistanischen Finanzmetropole Karachi waren am Montag bei einem Anschlag auf einen Umzug von Zehntausenden schiitischen Gläubigen 43 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

AFP/DPA/AP
 
 
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