. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
2. Februar 2010, 21:40 Uhr

Chinas Drohungen lassen Obama kalt

Trotz der ungewöhnlich harschen Warnung aus China will US-Präsident Barack Obama den Dalai Lama treffen. Dies stellte sein Sprecher klar. Die kommunistische Führung in Peking hatte zuvor erklärt, eine Begegnung würde die politische Grundlage der Beziehungen "schwer untergraben".

China, Obama, Tibet, Dalai Lama,

Wer ihn trifft, fällt bei Peking in Ungnade: der Dalai Lama, das geistige Oberhaupt der Tibeter© Karen Bleier/AFP

US-Präsident Barack Obama hält trotz ungewöhnlich scharfer Warnungen Chinas an seinem geplanten Treffen mit dem Dalai Lama fest. "Der Dalai Lama ist ein international respektierter religiöser und kultureller Führer, und in dieser Eigenschaft wird ihn der Präsident treffen", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Bill Burton, am Dienstag. Peking hatte zuvor erklärt, die Begegnung würde die politische Grundlage der Beziehungen "schwer untergraben". Der Vizeminister der Einheitsfront im Zentralkomitee, Zhu Weiqun, erklärte, ein solches Treffen würde "das Vertrauen und die Kooperation zwischen unseren beiden Ländern schädigen".

Die Beziehungen zwischen China und den USA sind ohnehin durch neue US-Waffenlieferungen an Taiwan angespannt, das Peking als abtrünnige Provinz betrachtet. Dem Dalai Lama als religiösem Oberhaupt der Tibeter wirft China "Separatismus" vor. Ein genauer Termin für das Treffen steht noch nicht fest. Der Dalai Lama will am 16. Februar für zehn Tage in die USA reisen.

China droht USA mit "Maßnahmen"

"Unsere Beziehungen zu China sind reif genug, um bei Themen von gemeinsamem Interesse wie dem Klima, der Weltwirtschaft und der Nichtverbreitung von Atomwaffen zusammenzuarbeiten und Themen, bei denen wir verschiedener Meinung sind, offen zu diskutieren", sagte Burton. Präsident Obama sei entschlossen, eine "positive, umfassende und kooperative Beziehung" mit China aufzubauen.

Zhu sagte hingegen, ein solches Treffen würde "das Vertrauen und die Kooperation zwischen unseren beiden Ländern schädigen". Er fügte hinzu: "Und wie hilfreich wäre das für die USA, die gegenwärtige Finanzkrise zu bewältigen?" China hoffe, das es nicht dazu komme, plane aber "entsprechende Maßnahmen", falls Obama seine Absicht wahrmachen sollte, sagte Zhu Weiqun, ohne Details zu nennen.

Vertrauter des Dalai Lama: "Politisches Theater"

Der Gesandte des Dalai Lama, Lodi Gyari, erklärte derweil, trotz mangelnder Fortschritte in der jüngsten Gesprächsrunde mit der chinesischen Seite wollten die Vertreter des geistlichen Oberhauptes der Tibeter den Dialog fortsetzen. Nach der Rückkehr ins nordindische Dharamsala sagte Gyari: "Direkte Gespräche zwischen der (exil-)tibetischen Führung und der chinesischen Regierung sind der einzige Weg, um das Tibet-Problem zu lösen." Der Sondergesandte forderte allerdings ein Ende der "haltlosen Anschuldigungen" vonseiten Chinas gegen den Buddhistenführer.

"Der Dalai Lama verfolgt keine persönlichen Ziele, sondern setzt sich ausschließlich für die Rechte und das Wohlergehen der Tibeter ein", sagte Gyari. Dazu gehöre allerdings die Durchsetzung "echter" Autonomie in Tibet, die den Menschen erlaube, selbst über ihre Geschicke zu bestimmen. Die Warnung Chinas an Obama vor einem Treffen mit dem Dalai Lama verurteilte Gyari als "politisches Theater". Es sei die Aufgabe des Dalai Lama, weltweit an "Türen zu klopfen", um die Belange des tibetischen Volkes vorzutragen. Daher sei es bedauerlich, dass Peking darauf mit "großer Arroganz" reagiere.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Administrator (03.02.2010, 08:45 Uhr)
Liebe User,
wir schließen die Debatte an dieser Stelle.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
Umit (02.02.2010, 22:55 Uhr)
Bei 4 Dingen stehen fast alle chinesischen Bürger (sogar manche Dissidenten) absolut hinter der Regierung:
Taiwan
Tibet
Xinjiang (Muslimische Uiguren )
Ein starkes Militär
Ursache:
Die Gedanken der Chinesen werden immer von geschichtlichen Erfahrungen und Gedächtnisse zwischen 1840 bis 1945 tief geprägt

Infolge der Geschichtlichen Erfahrungen und Gedächtnisse zwischen 1840 bis 1945 haben die meisten Chinesen eine sehr hohe Empfindlichkeit für die Vollständigkeit des Territoriums und träumen immer von einem ganz mächtigen China bis heute.

Auch ein Bericht von Stern.de:
Viele Chinesen reagieren aus historischen Gründen auf kritische Stimmen aus Europa und Amerika besonders empfindlich.
Sie haben Japan und dem Westen die Verbrechen und Demütigungen der Kolonial- und Besatzungszeit bis heute nicht vergessen. Die meisten Chinesen sind zu Recht stolz auf das in den vergangenen Jahren erreichte. Da es jedoch keine Kultur der öffentlichen Debatte und kritischen Auseinandersetzung gibt, missverstehen sie jede ausländische Kritik als Zeichen von Neid und Missgunst. Als Versuch, Chinas Aufstieg zur Supermacht, zu sabotieren.
Gerade unter jüngeren Chinesen existiert ein Patriotismus der schnell in Nationalismus umschlägt. Wie ein nationales Trauma lastet die Geschichte des Niedergangs im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert auf dem Land. Von der führenden Zivilisation und Weltmacht zum wehrlosen Armenhaus. Diese Schmach und Schande ist im Westen ein Kapitel in den Geschichtsbüchern. Im Reich der Mitte ist sie bis heute unvergessen und prägt chinesisches Denken und Handeln.

? Zeichen in meinem letzten Kommentar heisst: nicht bedeutet.
Umit (02.02.2010, 22:53 Uhr)
Meine Meinung
Bei zahlreichen Dingen vor allem:
Gesundheitspolitik
Sozialwesen
Reich-Arm Unterschied
Bürokratie
Umweltverschmutzung
Immobilienpreis
Korruption
Haben die Chinesen mit der Regierung wirklich viele Ärger. Es gibt auch heftige Beschwerden und Proteste.
Das ist wahr.

ABER:
Viele Ärger mit der Regierung, heftige Beschwerden und Proteste ? Die Bürger haben keine mehr Zuversicht für die Regierung ? ? ? Die Bürger wollen die Regierung stützen!
Geschweige denn ist China zurzeit unter der Führung derzeitiger Regierung immer mächtiger gewesen.
hannes_schinder (02.02.2010, 22:12 Uhr)
Obama
beweist Rückgrat
MEHR ZUM ARTIKEL
Tibet China warnt Obama vor Treffen mit Dalai Lama

Nahe an der Erpressung: Die chinesische Regierung hat US-Präsident Barack Obama davor gewarnt, sich mit dem Dalai Lama zu treffen. Eine solche Zusammenkunft mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter würden die Beziehungen "schwer untergraben", hieß es. Unverhohlen wurde dabei auch die Finanzkrise ins Spiel gebracht. mehr...

Rüstungsverkäufe an Taiwan China friert Militäraustausch mit den USA ein

Zum Ärger Chinas hat die US-Regierung dem Kongress Rüstungsverkäufe an Taiwan im Wert von bis zu 6,4 Milliarden Dollar vorgeschlagen. Als Reaktion hat die chinesische Regierung angekündigt, die militärischen Kontakte zu Washington einzufrieren. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe